Was für alle Menschen überall gilt
(Kulturelle Gemeinsamkeiten der Menschheit, z.B. in Sprache und Technik)
| Hier wird versucht, etwas zu definieren, was einem einzelnen Menschen nie gelingen würde. Aber weltweiter Zugriff zum Internet wird dazu vielleicht Antworten bringen. Wer Neues vorzuschlagen hat, der möge mir per E-Mail seine These schicken, ich werde sie anfügen und solange behalten, bis jemand anderer qualifiziert widerspricht. |
| Die in Tübingen sehr häufige Diskussion über das
Weltethos, meine frühere Arbeit in der Normung und viele Reisen haben mich immer wieder
motiviert darüber nachzudenken, wobei und warum sich Menschen auf dieser Welt
unterscheiden aber auch, was ihnen - bei aller Unterschiedlichkeit - an Kultur gemeinsam
ist. Die wichtigste Erkenntnis war für mich, dass es kaum etwas gibt, was wirklich überall gilt. Und wenn ich schon den Eindruck hatte, das gilt überall, dann gab es bei genauerem Hinsehen immer noch die berühmten Ausnahmen, die erst die Regel bestätigten. Es ist also sicherlich nicht falsch, wenn man behauptet, dass im strengen Sinne nichts überall gilt. Ich fand dies überraschend, war ich doch mit der Vorgabe aufgewachsen, dass alle Menschen gleich sind. Und wurde mir bei der Diskussion um die Globalisierung doch immer wieder gesagt, dass damit alles gleich gemacht wird. Und es kamen mir dadurch Zweifel, dass der stete Ruf nach Gleichbehandlung auch wirklich immer Sinn macht. Die Menschen sind also kaum gleich, sondern eher ungleich, was die Ergonomen schon lange wissen, wenn man von den meisten biologischen Funktionen absieht, die tatsächlich sehr viele Gemeinsamkeiten haben, einfach weil wir alle fast gleiche Baupläne haben und deshalb auch aus der Menschheit eine große Sexualgemeinschaft machen. Aber auch bei der Diskussion um das Klonen lernte ich, dass selbst Lebewesen mit identischen Genen unterschiedlich aussehen können und sich unterschiedlich verhalten. Was sind nun die großen Gemeinsamkeiten, die fast überall gelten oder was zumindest von sehr vielen akzeptiert wird? Ich hatte naiverweise geglaubt, schon alle Antworten in einem Grundkurs der Anthropologie oder Ethnologie zu finden, sind sie doch die Lehren vom Menschen und den Völkern. Aber ich wurde bisher enttäuscht. Auch die Psychologie hatte ich dazu abgeklopft, aber auch hier Fehlanzeige. Die Globalisierung hat noch keinen Niederschlag in diesen Humanwissenschaften gefunden, war meine oberflächliche Erklärung. Lediglich die Biologie war mit ihren weltweiten Anstrengungen den genetischen Bauplan zu entziffern hier Vorreiter. Sicherlich wird sich dies bald ändern oder hat sich sogar schon geändert und ist mir nur nicht bekannt. Am ehesten waren noch Marketingstrategen an diesen Fragen interessiert, vor allem wenn sie ihre Produkte weltweit verkaufen wollten. Denn diese wollten die Kosten für die Anpassung an die lokalen Gegebenheiten (Localisation) gering halten und waren so schon früh auf der Suche nach gleichartigen Anforderungen. Denn einigen von ihnen wurde schnell klar, dass ohne diese Anpassung ihre Produkte auf dem Weltmarkt kaum verkaufbar waren und dass zuviel Aufwand aber die Produkte auch unbezahlbar gemacht hätte. Ich hatte also bald den Eindruck, hier Neuland zu betreten und wie früher auch schon bei der Praxilogie (Wissenschaft der Praxis) war ich zuerst auf der Suche nach einem passenden Wort. Zuerst habe ich mich für Globismus entschieden, ein Wort das es bis 2005 nicht gab, aber ich merkte schnell, dass darunter viel mehr zu verstehen ist, darum habe ich trotz aller Bedenken Weltkultur gewählt, obwohl die Literatur darunter eher Kultur von Weltrang versteht und nicht die gemeinsame Kultur aller Menschen. Die Anordnung der hier aufgeführten Tatsachen (eigentlich sind es nur meine Meinungen, aber da sie öffentlich zugänglich sind, kann ja jeder besser Qualifizierte leicht widersprechen) ist eher willkürlich. Eine Systematik wäre sicherlich nützlich, nur müsste ich dazu wissen, wie sich die Weltkultur entwickeln wird. Also versuche ich es durch Ansammeln von einzelnen Punkten, die sicherlich meist in einem Zusammenhang stehen werden. Ich bin überzeugt, dass im Laufe der Zeit diese Menge anwachsen wird und dann ist immer noch Zeit genug dafür. Ein Grund, warum die Suche nach Gemeinsamkeiten so schwierig ist, ist sicherlich u.a. der Schutz von Minderheiten. Dies ist natürlich auch hier relevant. Aber im Gegensatz zur Politik ist diese Frage in der Weltkultur weniger bedeutend, weil sie ja kein Normenwerk darstellt, sondern nur Beobachtungen zusammenträgt. Trotzdem mag die große Mode-Gruppe der "Politisch Korrekten" auch hier wieder eine Spielwiese für Meinungsdruck finden. Ich werde ihn aushalten, denke ich. Ein weiteres politisches Problem ist die Besetzung des Begriffs Gleichheit durch "linkes" Denken, während ein Betrachten der Ungleichheit sofort dem "rechten" Gedankengut zugeordnet wird. Diese Meinungen sind aber in meinem Zusammenhang nicht relevant, suche ich doch die Gleichheit von unterschiedlichen Kulturen. Wir sind durch unser westliches Umfeld in dieser Frage extrem vorbelastet. Zum Beispiel hat unser Denken in "Marken" dazu geführt, dass wir glauben, dass diese Marken überall diesselbe Bedeutung und auch den gleichen Inhalt haben. Wer genauer hinschaut weiß, dass dies falsch ist. Da wir in der Vereinfachung eine wichtige Ursache des weltweiten Erfolges unserer Produkte sehen, haben wir den Blick für die Unterschiede verloren. Es gibt - trotz aller Mobilität - auch nicht viele Menschen, die wirklich umfassende multikulturelle Erfahrungen haben. Um eine Kultur wiklich zu verstehen, muss man lange in ihr leben, lernen, arbeiten, feiern. Dafür fehlt einfach die Zeit in einem kurzen Leben. Viele der Herumreisenden leben in Ghettos und haben selbst nach langen Aufenthalten wenig Ahnung von Land und Kultur, in denen sie leben. Die Liste der "Common Items" wird übrigens nicht sehr lang werden, vermute ich. Denn so vielfältig die Umgebungen sind, in denen die Menschen leben und gelebt haben, so vielfältig werden auch die Anpassungen an diese Umfelder, das heißt ihre Kulturen, sein. Dies mag vor allem jene verwundern, die überall nur den Einfluss der USA sehen wollen. Ist doch eine der Grundthesen der Globalisierung, dass es überall gleich ist und so das Unterschiedliche schon exotischen Charakter hat. Ich halte dies für eine maßlose Übertreibung, die wirklich nur sehr oberflächlich betrachtet stimmen kann. Wenn ich sehe, dass selbst Länder wie Deutschland ganz unterschiedliche Landesteile haben, sogar mit unterschiedlichen Denkweisen, dann ist mir um Vielfalt nicht bange. Einige Begriffe, die hier häufig vorkommen, aber nicht scharf definiert sein können, sind z.B. ÜBERALL, NIEMAND, ALLE. Streng genommen sind sie für präzise Aussagen unsinnig, ich werde sie also flexibel handhaben müssen. Vielleicht kann das Veröffentlichen im Internet helfen, die Elemente der Weltkultur weiter zu entwickeln und auch nützlicher zu machen. Vielleicht macht diese Seite mich aber auch auf Literatur zu diesem Thema aufmerksam, die ich hier gerne anfügen werde. Bitte um Hinweise dazu! Schriftliche Kommunikation Überall (oder fast überall, dies ist immer vorausgesetzt) verstanden und akzeptiert werden nur die arabischen Ziffern 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, die daraus geformten Zahlen und dass der Lauf der Schrift von oben nach unten geht. Die Zahlworte sind mit Vorsicht zu genießen. So unterscheidet sich eine Billion in Deutschland von der in den USA um den Faktor Tausend! Schon weniger akzeptiert ist die Verwendung von Bildern, von denen man bei Fotografien meist auch einen Bezug zur Realität unterstellt. Auch formalisierte Bilder (Icons) haben sehr große Verbreitung. Pfeile bedeuten auch fast überall dasselbe, sie geben eine Richtung an oder weisen auf etwas hin. Einige Elemente der Internet-Browser (wie Hypertext) werden aber im Laufe der Zeit Teil der schriftlichen Kommunikation werden, da inzwischen klar ist, dass das Internet tatsächlich weltumspannend ist. Immerhin gibt es schon einen Computer-Code, der wirklich weltweit eingesetzt werden kann, nämlich ISO 10646, bekannt als UNICODE. Kulturtechniken, technische Produkte Überall gibt es Papier, Bleistifte, Kugelschreiber, Kleinbildfilme und AA-Batterien. Noch gibt es fast überall Münzen, Briefmarken, Postkarten und Zeitungen. Überall gibt es einfache Werkzeuge, die austauschbar sind, wie Zange, Hammer, Nägel. Von den komplizierteren Produkten ist das Fahrrad auf der ganzen Welt sehr ähnlich. Nur wenigen technischen Medien-Produkten ist es gelungen, wirklich weltweit einsetzbar zu sein. Das wichtigste ist die CD, die bis zur Einführung des so genannten Kopierschutzes auch weltweit kompatibel war. Auch MP3 hat sich einen festen Platz erobert. Die CD (mit Kopierschutz), die DVD sind auch gute Beispiele, wie man globale Vorteile nicht nutzt oder sogar freiwillig wieder verliert. Im Rahmen fortschreitender Globalisierung wird man zum Schutz lokaler Interessen weitere Rückschritte dieser Art finden, sehr zum Nachteil der Menschheit. Ebenfalls als globale Techniken zur Kommunikation hätte ich auch Radio und Fernsehen hier angeführt. Aber das Fernsehen (mit seinen vielen, verschiedenen Standards) ist weit davon entfernt und die absehbaren Weiterentwicklungen des Radios (z.B. Digitalisierung) werden seine früheren Vorteile auslöschen. Selbst die Kurzwelle wird ein Opfer der neuen Medien werden und durch Internetradios ersetzt werden. Was mit Telefon und Fax passiert, ist mir noch nicht so klar. Gute Chancen für führende globale Kulturtechniken haben auch einige Microsoft Produkte (wie Word und Excel). Bei allen Diskussionen um Kartellfragen wird gerne übersehen, dass Monopole in Bezug auf Standardisierung nicht nur kommerzielle Nachteile, sondern auch große kulturelle Vorteile bieten, nämlich eine riesige, einheitliche Verbreitung als Medium. Wirklich global ist das Internet geworden, ein echtes ONE WORLD Produkt. Es sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es eine große Anzahl der Globalisierungsformen gibt. Google in China ist anders als Google in Europa. Sprache Englisch hat sich nur als Weltsprache im Flugverkehr wirklich durchgesetzt. Sicherlich ist amerikanisches Englisch eine gute Basis der weltweiten Kommunikation, aber durch die Außenpolitik der USA werden dieser Sprache immer mehr Grenzen für die Akzeptanz außerhalb des US-Wirkungsbereiches gesetzt. Selbst in den USA wird Spanisch immer mehr zur zweiten Hauptsprache. Wahrscheinlich ist die Zeichensprache, Bildersprache oder Gebärdensprache eine bessere, weil menschlichere, Möglichkeit sich hier in Zukunft zusätzlich zu etablieren. Silben für Vater und Mutter, Ma und Pa scheinen zumindest weit verbreitet zu sein. Es wäre interessant zu erforschen, welchen Anteil am Weltwohlstand gemeinsame Sprachen haben. Da sie die Grundlage für den Handel sind, halte ich ihren Beitrag für signifikant. Man möge sich nur vorstellen, dann anstelle von Englisch es z.B. Holländisch geschafft hätte, neben Russisch und Chinesisch als gleichberechtigter Sprachblock zu existieren und man alle drei Sprachen können müsste, um Welthandel zu treiben. Literatur Wenn ich den Experten trauen kann, dann gibt es keine Weltliteratur im engeren Sinne, obwohl seit Goethe von ihr die Rede ist. Es gibt zwar viele Titel, die als Literatur von Weltrang eingeschätzt wird, aber keine Literatur, die allen Menschen gleichermaßen gut verständlich wäre. Literatur ist so stark mit lokalen Kulturen verbunden, dass zwar Übersetzungen und Übertragungen zur Verbreitung beitragen können, aber dabei wenig Veränderungen bewirken. Die Kulturen sind so stark und so resistent, dass sie sich nicht genügend anpassen, um von einer Weltkultur reden zu können. Essen und Trinken Wasser ist das einzige Nahrungsmittel, das überall - wenn auch in sehr unterschiedlicher Qualität und Menge - vorhanden ist. Gefolgt wird es von Kaffee, der - wenn man ihn verträgt - auch fast überall getrunken wird. Auch Tee hat große Verbreitung. Wo Alkohol nicht verboten ist, ist das Bier fast überall zu finden. Weltweit als Droge akzeptiert ist nur der Tabak, dessen Genuss allerdings immer mehr eingeschränkt wird, weil er nicht nur dem Konsumenten, sondern auch den passiven Mitrauchern schadet. Universell akzeptiertes Essen gibt es meiner Meinung nach nicht, auch wenn dies dem Fastfood (speziell McDonalds) immer wieder nachgesagt wird. Aber es wird nur ganz wenige Menschen geben, die freiwillig hungern, die meisten wollen wenigstens gelegentlich satt werden. Wenn gefeiert wird, geschieht dies überall mit viel Essen (und meist auch Trinken) und auch mit Musik, die allerdings extrem von den lokalen Verhältnissen bestimmt wird. Kleidung und Accessoires Überall versuchen Menschen mit ihrer Kleidung mehr zu erreichen, als nur praktischen Schutz vor der Umwelt. Mode und Schmuck sind deshalb überall zu finden und sei es nur ganz subtil und versteckt. Besonders die Kopfbedeckung hat - wenn es üblich ist, eine zu tragen - immer auch eine besondere repräsentative Bedeutung. Je wichtiger jemand ist, um so größer wird der Umriss des Kopfes sein. Zu den Accessoires, die ich wirklich häufig gesehen habe, gehört das Handy, das allerdings außerhalb Deutschlands nicht so heißt. Man trifft es in Großstädten genau so an, wie in der Wüste. Das mobile Telefon hat die Welt schneller erobert, als früher die Armbanduhr, die Krawatte oder bei den Frauen die Handtasche. Sport Wenn man sich die Teilnehmer an den Olympischen Spielen anschaut, dann ist Sport sicherlich eine Kulturform von weltweiter Bedeutung. Aber es gibt wenige Disziplinen, die wirklich überall Beachtung finden. Zu ihnen würde ich vorrangig das Laufen und Fussball zählen. Es spezielle Faszination haben auch Autorennen, obwohl diese vor allem nur zum Zuschauen geeignet sind. Spiele Schach scheint man überall nach gleichen Regeln zu spielen. Ein Kandidat für wirklich weltweite Akzeptanz ist sicherlich Sudoku. Komfort und Sicherheit Es ist für alle Menschen wichtig Schutz vor Kälte, Hitze, Nässe, Wind, aber auch Dunkelheit oder Lärm zu haben. Dabei sind z.B. die Temperatur-Grenzen des Ertragbaren enorm, aber des Angenehmen relativ eng, etwa zwischen 16 und 26 Grad Celsius. Überall wird u.a. Beton als Baumaterial verwendet. Ebenfalls groß ist bei den meisten Menschen das Bedürfnis nach Sicherheit, also der Schutz vor Gefahren. Schwarz-Gelbe Schraffierungen signalisieren Gefahr. Aber es gibt auch immer wieder Ausnahmen davon, nämlich gelangweilte Menschen, die gerade das Risiko suchen, und sei es auch lebensgefährlich. Währung Für den Dollar gilt ähnliches wir für Englisch. Heute ist er sicherlich noch die anerkannte Weltwährung, aber er hat stark an Bedeutung verloren. Der Euro ist inzwischen eine reale Alternative geworden. Aber es wird noch dauern, bis er sich weiter durchsetzt. Also wird der Dollar noch für lange Zeit die einzige weltweit wirklich akzeptierte Währung bleiben. Verkehrsregeln Überall auf der Welt gilt im Schiffsverkehr Rechtsverkehr. Die Begründungskette ist lang, aber simpel. Die eigentliche Ursache dafür ist, dass die meisten Menschen Rechtshänder waren und sind. Damit sind wir aber auch schon am Ende der weltweit gültigen Verkehrsregeln. Die einzigen Details, worauf man sich im Auto verlassen kann, sind das Gaspedal rechts und das Bremspedal links und die Richtungsänderungen durch das Lenkrad. Zeit und Gewicht Nur einige Einheiten bei der Messung der Zeit sind gleich. Dazu gehören der Tag (und seine Unterteilungen Stunden, Minuten, Sekunden) und die Dauer der Woche (mit 7 Tagen). Die Bedeutung der Zeit könnte allerdings in verschiedenen Kulturen kaum unterschiedlicher sein, als sie es heute tatsächlich ist. Auch wenn das Gramm überall gleich viel wiegen sollte, das CGS System hat außerhalb der Wissenschaft geringe Bedeutung. Immer noch wird u.a. in Karat, Pfunden, Stones etc. gemessen. Raum Ich habe nichts gefunden, was hier überall gilt. Gerade Distanzen sollten doch gleich angegeben werden können, dies ist aber nicht der Fall. Zwar gilt auch hier grundsätzlich überall das metrische System, aber in der Praxis werden immer noch Zölle, Füße, Meilen und sogar Zeitangaben wie Stunden und Tage für Distanzen angegeben. Koordinaten des GPS sind im Prinzip überall gleichartig, haben aber außerhalb des Weltverkehrs kaum eine praktische Bedeutung im Alltag. Aber überall geht die Sonne im Osten auf und da sie das Licht bringt, hat diese Himmelsrichtung außerhalb der Zivilisation immer besondere Bedeutung. Gestik, Körpersprache Lediglich das Lächeln scheint mir überall als Freundlichkeit, ob jetzt echt oder aufgesetzt sei offen gelassen, interpretierbar zu sein. Alle anderen Elemente der Körpersprache sind nicht so eindeutig festgelegt und stark vom kulturellen Kontext abhängig. Auch Blumen haben oft die Bedeutung der Freundlichkeit, allerdings nicht für viele Menschen, die unter ihnen leiden, wie Allergiker. Nachrichten Nachrichten sollten eigentlich von Veränderungen berichten. Wo sich das Wetter häufig ändert, sind Wetterdaten Bestandteil der Nachrichten und dort redet man dann auch gerne über das Wetter. Nur wenn es eine freie Presse gibt, haben Nachrichtenmedien auch große Bedeutung. Ansonsten geschieht der Informationsaustausch direkt von Mensch zu Mensch und überwiegend mündlich. Haustiere Hunde sind global symbiotisch zum Menschen und niemand mag Fliegen und Stechmücken als Mitbewohner. Ethik Der beste Ansatz dazu sind meiner bescheidenen Meinung nach die Arbeiten zum Weltethos, die ich hier nicht wiederholen muss. Sie zeigen aber auch schon die engen, möglichen Grenzen auf. Gerne hätte ich hier die UN-Menschenrechte angeführt. Aber leider, sie sind immer noch eher ein Wunschdenken als die Realität. Ob sie jemals wirklich für alle Menschen verbindlich werden können, daran hege ich große Zweifel. Denn zu sehr spiegelt sich in ihnen eine westliche Denkweise wieder. Weltkultur und Globalisierung Selbstverständlich wirkt die Entgrenzung der Globalisierung befruchtend auf den Austausch von Kultur. Sich weltweit das beste Angebot aussuchen zu können, führt zur Verbreitung von Waren, Angeboten und den sie begleitenden Symbolen. Die Marken Coca Cola, Shell, Sony, Ikea und McDonalds, die Fernsehsender CNN und MTV, die Computerfirmen Microsoft, GOOGLE, hp und IBM, die italienischen Luxusmarken Armani, Gucci und Ferrari werden in diesem Zusammenhang immer wieder gerne angeführt. Aber bei genauem Hinsehen merkt man doch, dass die Bedeutung und Positionierung der Firmen und ihrer Begriffe in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich ist. Uns Deutsche sollte dies nicht wundern, ist doch auch schon bei uns z.B. die Bedeutung von "einem kleinen Bier" in Düsseldorf ziemlich verschieden von einem in München. Ein Logo im Lande allein verändert noch nicht die vielen geschriebenen und ungeschriebenen Regeln, die in anderen Kulturen existieren. Auch wenn Kulturelemente übernommen werden, so unterliegen sie meist einem Bedeutungswandel. Ich sehe dies z.B. an dem Vordringen von "Fasching / Karneval" in evangelische Orte. Obwohl (das evangelische) Tübingen und (das katholische) Rottenburg ganz nahe beinander liegen, werden doch dieselben Menschen, die dort als "Narren" auftreten, ganz verschieden wahrgenommen. In einem Fall sind sie Träger einer langen Tradition, im anderen Schauspieler für ein erstauntes Publikum. Ich denke also, dass bei allem Austausch von Äußerlichkeiten die Wurzeln der eigenen Kultur meist stark genug sind, um sie nicht untergehen zu lassen. Vor allem religiöse Bindungen erweisen sich in diesem Zusammenhang als besonders stark. Die immer wieder heraufgeschworenen Gefahren halte ich für Übertreibungen und Mythen. Oft sind es einfach auch gezielte Lügen, die meist ganz vordergründig nur dem Durchsetzen eigener Interessen dienen. Wir sind noch weit von einer existierenden Weltkultur entfernt. Lediglich in den westlich orientierten und kapitalistischen Staaten gibt es viele Gemeinsamkeiten. Aber sie sind nicht die Welt! Und selbst da findet man gravierende Unterschiede, wie man z.B. in "Amerika ist anders" nachlesen kann. Weiterführende Texte sind auf der Globismus - Seite zu finden. |
www.buchegger.de/weltkultur.html
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