| Sudoku ist ein netter Zeitvertreib. Die Regeln sind
einfach, die Lösungsmethoden überschaubar. Man kann es alleine spielen und die
Hilfsmittel, ein vorgedrucktes Blatt Papier und ein Kugelschreiber, sind leicht zu
beschaffen. Ich habe viele dieser Zahlenrätsel gelöst und dabei meist eine große Befriedigung empfunden. Es gab Phasen, wo ich süchtig wurde und andere, wo ich frustriert die Vorlage weggelegt habe, weil ich nicht weiter gekommen bin. Sudoku Produkte bei AmazonPPS Einführung für Anfänger (1.3 MB), PPS Ein mittelschweres Beispiel (1MB) Inzwischen habe ich große Routine und ich kann auch schwierige Arten (ohne Computerhilfe) lösen. Machmal gebe ich Lektionen, um andere in die Methodik des Lösens einzuführen. Wie immer, wenn man etwas lehrt, lernt man selbst am meisten dabei und das Gelernte will ich hier weitergeben.
Für Nicht-Sudoku-Spieler wird es zu abstrakt klingen und sie werden von diesem Beitrag nichts haben. Ihnen empfehle ich, erst selbst einmal mit dem Lösen zu beginnen. Die "Experten" aber werden vielleicht Freude an meinen Überlegungen haben.
Nur die Klassiker machen SpassDie 9 Ziffern bedeuten im Sudoku nichts spezielles. Man hat es immer nur mit einer Menge von 9 Symbolen zu tun. Man könnte auch 9 Buchstaben nehmen oder 9 andere Symbole (wie Sternzeichen, Musiknoten, u.a.m.). Aber die Ziffern verschaffen den besten Überblick, welche Symbole fehlen und das Überprüfen geht am leichtesten durch das Abzählen 1,2, ... 9. Damit sind Sudokus auch international einsetzbar. Denn Ziffern sind weltweit überall gleich. Viele Herausgeber von Rätselzeitschriften glauben Abwechslung zu bieten, wenn sie Sudokus variieren. Sie produzieren damit wenig Hilfreiches, das man am besten vergisst. Alles, was die Konzentration ablenkt, wie "Japanische Schriftzeichen" etc. hat in einem guten Suudoku nichts verloren. Auch die diversen Varianten, wie Stufen- oder X-Sudokus, 4*4, etc. halte ich für Irrwege. Gute Sudokus haben große Felder und sie lassen Platz außerhalb des 9 x 9 Feldes für Notizen, die man unbedingt während des Lösens braucht. Am liebsten sind mir Hefte im DIN A5 oder Taschenbuchformat, mit nur einem Gitter pro Seite. Sollen Lösungen angegeben werden? Ich denke ja, nicht etwa um nachzuschauen, das würde ja den Spass verderben. Aber manchmal verschreibe ich mich und dann kann ich den kleinen Fehler leichter korrigieren, wenn ich in der Lösung nachsehe. Nur lösbare Herausforderungen machen SpassAnfänger haben große Probleme, die Lösbarkeit eines Sudokus richtig einzuschätzen. Ein Hilfe dazu ist die Angabe, wie viel Zellen der möglichen 81 auf dem Feld schon vorgegeben sind. Diese Angabe (nennen wir sie Startzahl) sollte daher schon auf der Vorlage aufgedruckt sein, sie erspart das Abzählen. Typische Startzahlen liegen so um 30. Das heißt 30 der 81 Zellen sind schon besetzt. Sehr schwierige Sudokus können schon mit einer Startzahl von 22 beginnen. Aber die Startzahl alleine sagt nicht alles aus. Es kommt auch noch auf die Anordnung der Ziffern an und auf deren Verteilung über das Feld, das Gitter. Es macht daher Sinn, den Schwierigkeitsgrad anzugeben, um nicht unnötig zu frustrieren. In einer Illustrierten werden diese in 4 Stufen angegeben (Bonsai die leichteste, bis Kamikaze die schwierigste). Zu leichte, wie auch zu schwierige Sudokus machen kaum Spass. Die ersten degenerieren zur Schreibarbeit, die letzteren zur harten Denkarbeit, die aber ein Computer sehr viel schneller lösen kann. Ich liebe Sudokus der Stufe 2 -3, die sind einerseits eine Herausforderung, anderseits aber noch in kurzer Zeit lösbar. Wenn ich Sudokus herausgeben würde, ich würde hauptsächlich diese Qualität produzieren. Sie werden die Masse darstellen und sie bieten den besten Zeitvertreib. Anfänger brauchen leichtere Versionen und sie sind auch noch für Lösungshilfen dankbar, wie man sie zum Beispiel auch auf meiner kleinen Sudokuschule findet. Kann man Produkte in verschiedenen Schwierigkeits-Versionen anbieten, dann nennt man dies Skalierbarkeit. Ich denke, diese Skalierbarkeit hat einen großen Beitrag für den weltweiten Erfolg geleistet. Jeden einzelnen Schritt überprüfenAngenommen, die Startzahl ist 30, dann sind noch 51 Entscheidungen notwendig, bis das 9 x 9 Gitter aufgefüllt ist, denn 81 Zellen sind zu besetzen. Ist auch nur eine Entscheidung davon falsch, dann wird es kein korrekt gelöstes Feld geben! Wie immer, wenn viele Teilaufgaben richtig gelöst werden müssen, muss jede einzelne überprüft werden. Nur so kann man vernünftig korrigieren. Ein Rollback (die Herbeiführung des Ausgangszustandes) über mehrere Schritte ist kaum mehr möglich. Wer sich nicht an diese Regel hält, wird im Normalfall scheitern. Ungeduldige Menschen, oder Menschen die im Taumel des Glücksgefühls des Ausfüllens (man kann richtige Flowerlebnisse dabei bekommen) nicht jeden Schritt überprüfen, werden dann entweder frustriert oder sie wachen wenige Zellen vor dem Fertigwerden unangenehm aus ihrem Flow auf. Wie heißt es so schön: "Don't rush, never guess and you'll get there!" Diese Lehre ist auch für viele andere Tätigkeiten hilfreich und schon alleine deshalb würde ich die Verbreitung von Sudoku fördern. Computer Methoden funktionieren schlecht für MenschenEs gibt viele Anleitungen zum Lösen von Sudokus, die von den Computer Methoden abgeleitet werden. Nach meiner Erfahrung sind diese Vorgehensweisen nicht sehr hilfreich für den Sudoku Spaß! Wir Menschen gehen in der Logik anders vor. Ich zeige daher in meinen Kursen keine Methoden mehr, die zwar im Rechner schnell funktionieren, aber für Menschen ungeeignet sind. Im sicheren Umfeld fühlt man sich geborgenIm Normalfall gibt es nur eine einzige Lösung für ein Feld. Es gibt auch nur eine überschaubare Anzahl von Ziffern und auch nur einfache, eindeutige Regeln. Dies alles vermittelt Sicherheit und für die wenigen Minuten, die man mit dem Lösen eines Sudokus verbringt, lebt man in der heilen Welt der Mathematik (genauer gesagt Mengenlehre). Da man jeden Schritt sofort überprüft, muss man auch nichts radieren oder verändern. Sudoku füllt man also mit dem Kugelschreiber aus, und zwar am besten in der Farbe, mit der die vorgegebenen Ziffern auch gedruckt sind! Die reale Welt ist ganz anders. Dort ändern sich Regeln ständig, alle sind sie (speziell in Deutschland) unnötig kompliziert und man muss ständig auf der Hut sein. Welche Wohltat, wenn man aus ihr gelegentlich fliehen kann! Sudokus sind nicht geschütztZum weltweiten Erfolg von Sudoku hat sicherlich beigetragen, dass das Prinzip des Rätsels nicht dem Urheberrecht unterliegt und somit keine Lizenzgebühren anfallen. Sudokus können jederzeit frei erstellt und veröffentlicht werden. Auch hier kann ich nur sagen: welche Wohltat in einer völlig überregulierten Welt! Und ich lerne auch daraus, dass weltweite Verbreitung nur durch lizenzfreie Angebote wesentlich erleichtert wird. Trotzdem sind Sudokus eine gutes Geschäft, würde ich vermuten. Denn einmal
ausgefüllt, sind sie nur noch Altpapier. Man muss sie also immer wieder nachdrucken! Die Notation macht einen großen UnterschiedBei meinen Sudoku-Lektionen habe ich viele verschiedene Methoden kennen gelernt, wie Menschen sich Kandidaten, das sind mögliche Ziffern für eine Zelle, notieren. Und dabei musste ich feststellen, dass es einen großen Unterschied ausmacht, wie man dies bewerkstelligt. Ich selbst schwöre ja auf die Strichmethode (siehe die Sudoku-Schule oben) und sie hat sich oft auch bei anderen bewährt. Bei ihr muss man nichts radieren. Wichtig ist, dass man sich das Bild nicht mit zu vielen Kandidaten unübersichtlich macht, man trägt sie also nur bei zwei oder maximal drei Kandidaten ein! Auch die Art, wie die Ziffern geschrieben werden, macht einen großen Unterschied. Im Idealfall sollte man eine eingetragene Ziffer nicht von einer gedruckten unterscheiden können. Dies sollten vor allem auch die Sudokuhersteller bedenken! Erfolg macht erfolgreichMit jeder neuen ausgefüllten Zelle kommt man seinem Erfolgsziel näher und man reduziert auch die Schwierigkeit des Lösens. Der Effekt davon ist ein Schwung, der gelegentlich sogar süchtig machen kann. Sudokus, richtig ausgefüllt, können daher sehr motivierend sein, auch andere Probleme einfach anzupacken und durch Teilerfolge zu lösen. Fördernd ist BeharrlichkeitAn diesen I-Ging Orakelspruch muss ich oft denken, wenn ich mit Geduld und Ausdauer dann doch weiterkomme. Auch bei temporären Sackgassen nicht aufgeben, später, wenn man mehr weiß, löst sich der Konflikt auf. Es genügt auch oft, gar nicht alle Details zu wissen, sondern nur, dass in einer Einheit bestimmte Ziffern vorkommen müssen. Alle dies sind Lernerfahrungen, die auch beim Lösen anderer, viel komplexerer Probleme weiter helfen. Das Sudoku wird so zur guten Schule für Ausdauer und vermittelt Selbstsicherheit. Wenn man sicher ist, dass es eine Lösung gibt, dann findet man sie auch. Die Pause zur rechten Zeit bringt dich weiterSudoku lehrt mich, rechtzeitig Pausen zu machen. Sonst werde ich verbissen und betriebsblind und komme dann überhaupt nicht mehr weiter. Aber nach einer Pause finde ich meist Anschluss und neue Lösungen. Es gehört zum Erfolgsgeheimnis des Sudoku, dass man es jederzeit unterbrechen und später frisch weiterführen kann. Auch der Wechsel von einer Person zu einer anderen ist kein Problem, wenn sich alle an die gleichen Regeln halten, was auch erleichtert, Sudoku in anderen Varianten als alleine zu spielen. Soziales SudokuMeist wird Sudoku alleine gespielt, als solitärer Zeitvertreib eben. Aber es hat durchaus auch Potenzial für soziale Varianten. Mein Sohn und ich spielen es gegeneinander. In einem gemeinsamen Heft macht er die auf der linken und ich die auf der rechten Seite. Ausgefüllt werden sie nur auf der Toilette. Es ist zusätzlich motivierend, wenn man einen Konkurrenten hat. Man kann auch gemeinsam das Gitter ausfüllen. Man kommt dabei sehr viel schneller weiter, als alleine und hat auch gleich die zusätzliche Kontrolle. Menschen, die sich gerne nahe sind, werden diese Variante bevorzugen. Sudoku kann auch auf einer großen Tafel ausgefüllt werden und so in einer Gruppe gespielt werden. Das schöne ist, dass keine Sprachbarrieren gibt. Im Prinzip könnten ein Araber und ein Deutscher gemeinsam Sudoku spielen, denn außer dem Aufschreiben von Ziffern und Markieren von Kandidaten braucht es keine Verständigung! Die lokalen Sudoku Kulturen dürften aber verschieden sein. So spielt man z.B. in Italien gerne Sudoku gegen die Uhr. Für einen Zeitvertreib scheint mir dies schon pervers zu sein, aber es ist ein gutes Training für Meisterschaften. Sudokus kann man auch privat im Wettbewerb spielen: Wer wird als erster fertig? Ich habe in geselliger Runde dies auch schon mit begleitendem Alkoholtrinken ausprobiert und festgestellt, dass das Lösen auch einen durchaus brauchbaren Alkotest darstellt! Sudoku VerpackungenDie normale Verpackung ist das Rätsel in einer Zeitschrift oder das Rätselheft, das man sich kauft. Aber dies schöpft das Potenzial bei weitem nicht aus. Man kann Sudokus auf jede Papierfläche drucken, die man ohnehin wegwerfen muss, dazu gehören beispielsweise Kalenderblätter. Überall wo man warten muss, wird man für Sudoku Angebote dankbar sein. In Wartezimmern kann man Sudokublätter (besser Kartons, dann hat man auch gleich eine Unterlage) auslegen, sie füllt man entspannt aus, bis man drankommt und nimmt sie dann mit nach Hause. Mit etwas Werbung versehen, wird man diese Angebote leicht finanzieren können. Unsere Pharmaindustrie sucht ja ohnehin immer nach Werbeträgern, hier wäre eine nützliche Nische für sie. Ich gebe hier keine weiteren "Verpackungen" an. Jeder der drucken kann oder muss, wird selbst weitere Möglichkeiten finden! DenktrainingEs mag überraschen, dass dieser Aspekt, der oft im Zusammenhang mit Sudoku genannt wird, bei meinen Lehren ganz unten steht. Ehrlich gesagt, halte ich das Denktraining für übertrieben. Sicherlich, es bedarf des logischen Denkens, um Sudokus erfolgreich auszufüllen, aber nach einiger Zeit dominiert dann doch die Routine des Ausfüllens und der eigentliche Denkprozess wird stark reduziert. Im Vergleich zu den anderen Aspekten steht der Trainingseffekt als Gehirntrainer bei mir daher eher im Hintergrund. FarbsudokusSudukus kann man auch mit Farbmengen (9 verschiedene Farben) erzeugen oder ergänzen. Einfach mal ausprobieren, es sieht elegant aus! Hier ein Beispiel:
Farbsoduko |
Lehren für erfolgreiche, internationale ProdukteEinfachste Regeln Geringe Ressourcen Nur Ziffern Sprachunabhängigkeit Skalierbarkeit, verschiedene Schwierigkeitsgrade Lizenzfrei Soziale Varianten möglich Netter Zeitvertreib Limitiertes Suchtpotenzial vorhanden Lehren für ArbeitsmethodikJeden Teilschritt überprüfen Eine adäquate Notation wählen Erfolg macht erfolgreich Beharrlichkeit, Geduld und Ausdauer bringen dich weiter Rechtzeitig Pausen machen Pausen sind immer möglich Halten sich alle an die gleichen Spielregeln, kann man Sudokus personenunabhängig lösen Fördert etwas das Denktraining Es gibt noch ungelöste Probleme, das animiert die Forschung ZusammenfassungSudokus lösen zu können ist eine einfache, motivierende, hilfreiche, internationale Kulturtechnik, die es verdient, an unseren Schulen gelehrt zu werden. Platz dafür ist im Mathematikunterricht, bei der Mengenlehre (Set Theory). Links gibt es im Internet in Hülle und Fülle dazu Es ist eines der wenigen Spiele und Unterhaltungen, die problemlos in einer globalisierten Welt verstanden und ausgeübt werden können. Globisten lieben deshalb Sodukus! Sudoku Trivia (aus Wikipedia) (jap. "Suji wa dokushin ni kagiru", wörtlich Eine Zahl bleibt immer allein)Das Logik-Rätsel wurde vom Schweizer Leonhard Euler (1707-1783) als spezielles Magisches Quadrat erfunden. Der Amerikaner Howard Garns machte es 1979 unter dem Namen "NumberPlace" einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Das Rätsel wurde jedoch erst 1986 in Japan unter dem Namen Sudoku populär. Der Neuseeländer Wayne Gould lernte Sudoku auf einer Japanreise kennen und brauchte sechs Jahre, um eine Software zu entwickeln, die neue Sudokus per Knopfdruck erzeugen konnte. Anschließend bot er seine Rätsel der Times in London an. Die Tageszeitung druckte die ersten Sudoku-Rätsel und trat auf diese Weise in der westlichen Welt eine Sudoku-Lawine los. Es gibt 6'670'903'752'021'072'936'960 verschiedene (vollständig ausgefüllte) Standard-Sudokus. Die Mindestanzahl vorbelegter Felder (Startzahl) zu bestimmen, bei der die Lösung eindeutig ist, ist ein ungelöstes Problem. Für die Standardvariante ist die kleinste bisher gefundene Anzahl 17. Leicht werden die Rätsel mit einer Startzahl etwa um 30. Die meisten kaufbaren Sudokus sind eindeutig und nur durch Logik allein lösbar. Ein wahrhaft globales Produkt, erst seit gut 20 Jahren populär:
Das Lernen ist durchaus Denksport, aber mit einiger Routine wird das Lösen zum Zeitvertreib! Meine Lieblings-Sudoku-Hefte kommen aus dem Verlag Puzzler Media Ltd, sie werden in Deutschland unter dem Titel SUDOKU COMPACT vertrieben. Offene Fragen Zwei Fragen, die mich beschäftigt haben, aber für die ich (und andere) keine Antwort gefunden haben, obwohl es sie wahrscheinlich gibt: 1. Wie viele "Normalformen" gibt es? Das heißt, wie viele verschiedene Sudokus gibt es, die man nicht durch durch Transformationen oder Permutationen voneinander ableiten kann. 2. Gibt es ein objektives Maß für die tatsächliche Komplexität eines Sudokus? Ich kann aus Erfahrung (mit tausenden
gelösten Sudokus) inzwischen gut die subjektive Komplexität abschätzen. Sie hängt -
neben der Erfahrung des Lösenden, die die wichtigste
Komponente ist - m.M. von drei Faktoren ab. Ich selbst verwende folgende Faustformel für die Sudoku-Lösbarkeit (SL, ein umgekehrter Wert zur Komplexität): Startzahl, minus Anzahl der leeren Einheiten, minus Anzahl der fehlenden Ziffern. Als Faustregel gilt für mich: SL kleiner als 24: Sehr schwer ... Stufe
4 Bei manchen Beispielen überkommen aber auch mich
Zweifel, ob diese Faustformel Sinn macht. Gibt es
eine bessere Antwort? |