| Es gibt viele Gelegenheiten, an diesen Slogan zu denken. Wörtlich
übersetzt bedeutet er "Geschwindigkeit tötet", er wird aber meist als
"Schnelligkeit tötet" verwendet. Ich denke dabei nicht an die Band mit diesem
Namen oder an den Verkehr auf deutschen Autobahnen oder an das Verwenden der Droge Speed. Meine Assoziationen sind ganz anderer Art, sie stammen eher aus dem Medien-, genauer Werbejargon und bedeuten soviel, wie "der Schnellste hängt alle anderen ab". Und ebenfalls wird "Speed kills" angeführt, wenn es um die Gegenbewegung zur Beschleunigung, die Entschleunigung oder Langsamkeit, geht. Konkret denke ich immer daran, wenn ich Vorträge über Deutschlands Rolle in der Globalisierung höre. Speed, die Geschwindigkeit, wird entscheiden, wie es dabei für uns ausgeht. Sind wir zu langsam, dann werden wir ganz schnell abgehängt, sind wir zu schnell, dann bringen wir uns selbst um. Nun hat "Geschwindigkeit" viele Bereiche. In den Alltagsbereichen Sport, Mode oder Ernährung, überall spielt sie eine große Rolle. Wir reden von Fast Food (das schnelle Essen zwischendurch) und slow food (den langsamen Genuss). Mich beschäftigt die Frage, was denn die kritischen Bereiche sind, in denen wir schnell sein müssen, um besser zu überleben. Aber auch, wo wir nach Langsamkeit streben müssen. Wenn wir uns überlegen, was die Volkswirtschaften der Zukunft auszeichnen wird, dann wird es vor allem Wissen sein. Langjährige Erfahrung, Urteilsvermögen, erfolgreiches Agieren in komplexen Situationen, das Finden von richtigen Balancen bei widersprüchlichen Anforderungen gehören dazu, aber auch Rezepte, wie man nicht nur bei technischen, wirtschaftlichen oder juristischen Problemen Erfolg hat, sondern auch im Umgang mit Menschen und ihren vielfältigen Bedürfnissen, sowie auch mit der Natur, die uns um so mehr beeinflussen wird, je mehr wir werden. Effektive Nutzung des Wissens ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor in der Globalisierung. Es ist daher berechtigt von Wissensgesellschaften zu sprechen, die mehr sind als Informationsgesellschaften. Wissen wird zur strategischen, ökonomischen Ressource in Produkten und Dienstleistungen. Das Wissen der Zukunft ist vernetzt, dezentral und interdisziplinär. Kurz gesagt fördern Informationsgesellschaften alle Anwendungen der Information, in Wissensgesellschaften aber leben die Menschen überwiegend von ihr. Wissen als Gut hat interessante Eigenschaften. Es wird mehr, wenn man es teilt, eine Eigenschaft, die ganz wesentlich die Entwicklung des Globismus beflügelt hat. Als Wettbewerbsvorteil, wenn Wissen als Ware abgesehen wird, aber altert es ganz rasch und verliert damit seine Vorrangswirkung. Wissen ist nur begrenzt aufschreibbar (kodifizierbar). Ich habe bei der Entwicklung von Expertensystemen gesehen, dass es sehr schwierig ist, selbst einfaches Wissen so zu beschreiben, dass es automatisch angewendet werden kann. Auch etablierte Prozeduren beschreiben oft zu wenig Wissen. Möglicherweise sind sie ganz brauchbare Rezepte für Standardsituationen, aber hat man nicht alle ihre Aspekte wirklich verstanden, können sie in einem Fehler- oder Ausnahmefall wieder schnell nutzlos oder sogar gefährlich werden. Der Transfer von Wissen von einem Menschen zu einem anderen ist aufwändig und langwierig. Es müssen viele Zusammenhänge vermittelt werden, viele davon hängen wieder wechselseitig von einander ab. Es gibt auch immer wieder neue Situationen, die unter Umständen erfordern, entweder weiter dazu zu lernen oder Gelerntes wieder zu verwerfen. Oft steht uns auch die Intuition im Weg, wir müssen unter Umständen Gewohnheiten ändern, eine große Herausforderung! Auch der Wissenstransfer von in der Forschung gewonnenen Erkenntnissen in praktische Produkte und Lösungen ist nicht gerade einfach. Selbst wenn man weiß, dass dieser Transfer notwendig ist, man sich also nicht dagegen sträubt, so bedarf es doch oft großer Fantasie, manchmal sogar glücklicher Umstände oder persönlicher Kontakte, soll er erfolgreich funktionieren. Bei all diesen vielen Nachteilen hat aber die Wissensgesellschaft den einen großen Vorteil, dass sie wenig natürliche Ressourcen braucht. Sie kann also überall entstehen, wo es kluge, fleißige, lernwillige und kreative Menschen gibt. Ihre kritische Ressourcen sind Menschen und Organisationen, die den Aufbau von Wissen fördern und Infrastrukturen, die förderlich und nicht hinderlich dafür sind. Dazu gehören auch Weltanschauungen, die Neugierde erlauben, die wenige Tabus kennen, wo Ideologien wenig Raum haben, wo getestet werden kann, wo Fehler nicht gleich ins persönliche Verderben führen, wo es ehrliche Kritik und offene Kommunikation gibt. Am wichtigsten aber scheint es mir zu sein, dass Veränderungen leicht und schnell möglich sind, mit all den Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Damit bin ich zurück in Deutschland. Wir haben zwar in einigen Bereichen schon eine Wissensgesellschaft, haben auch ein großes Potenzial, aber sind politisch noch viel zu starr, festgefahren, zu unflexibel, zu sehr auf Besitzstandswahrung fixiert, viel zu sehr an Wohlstandsverteilung festgelegt und viel zu wenig an Wohlstandsvermehrung, als dass wir im weltweiten Konzert wirklich dauerhaft die erste Geige spielen könnten. Wenn ich nach Vorbildern für eine Wissensgesellschaft (Knowledge Society) umschaue, dann fehlt es an griffigen, nationalen Beispielen. Sind die USA ein Vorbild oder die Schweiz oder Luxemburg oder gar die Cayman Islands? Wo sind die Besten oder wer sind die Konkurrenten? Es sind vielmehr Branchen, die Vorbilder für die Wissensgesellschaft sind, allen voran die globale Finanzwelt. Aber auch in der Medizin, der Pharmazie, der Chemie, der Biologie kann man mit Wissen gutes Geld verdienen und wenn man genauer hinschaut, dann wird in fast jedem modernen Sektor, von der Landwirtschaft bis hin zum Militär das bessere Wissen zu besseren Erfolgen, Produkten und Dienstleistungen führen. Den Start in diese Welt hat das Internet gebracht, das bisher wichtigste Produkt - Imperium hat m.M. Google aufgebaut. Erfolgreiche Wissensgesellschaften haben viele aktive Teilnehmer. Die große Zahl ist nicht unwichtig, sie erhöht die Chance, dass jemand darunter die beste Lösung findet. Ohne Meinungsvielfalt kein Fortschritt. Sie lernen schnell, das heißt eine Lösung wird schnell kommuniziert und nachgemacht. Im Idealfall genügt schon eine einzige Aktivität oder ein Forschungsergebnis, damit alle davon profitieren können. So werden in diesem Idealfall Fehler nur einmal gemacht und die Erlangung von Wissen wird extrem preiswert, weil nur ein Minimum an Lehrgeld zu bezahlen ist. Kleine Kinder erwerben Wissen meist durch Nachmachen, Kopieren der Erwachsenen. Auch Volkswirtschaften haben dies erfolgreich versucht, man denke nur an das Japan von früher oder an das China von heute. Mit dem Kopieren kommt das Kapieren. Und durch ständiges Verbessern (Kaizen) haben viele Produkte dann leicht die ursprünglichen Originale verdrängen können. Wir tun uns schwer mit dem Kopieren. Ich glaube, weniger aus Angst vor juristischen Konsequenzen (diese kann man durch Lizenzverträge ausschalten), als aus dem Drang heraus, das Andere abzulehnen und alles selbst besser machen zu wollen (Not invented here Syndrom). Mein Standardbeispiel dafür ist der ICE, der nicht gerade ein Exportschlager wurde, im Gegensatz zum TGV, der es geschafft hat. Wer alles selbst macht, verliert sehr viel Zeit und der Nutzen kommt vielleicht dann zu spät. Speed Kills. Selbstverständlich wird man oft Pionierarbeit leisten müssen, wenn man wirklich innovative Produkte herstellen will. Aber wer die Bereitschaft aufbringt, schnell Fremdes zu verstehen, zu absorbieren, nachzumachen, zu verbessern wird oft der Sieger sein. Eine zentrale Rolle nimmt der Streit ein. Positiv betrachtet kann man nur in einer Streitkultur verschiedene Meinungen so zum Ausdruck bringen, dass ein Vorteil für alle entsteht. Wir haben durch die Medienfokussierung verlernt, richtig und fair zu streiten. Ein großer Nachteil für uns, nicht nur in der Politik. Denn so schwelen Konflikte viel zu lange und der Streit bedeutet nicht selten Stillstand. Von Geschwindigkeit kann dann keine Rede mehr sein. Vielleicht ist auch der Sport daran schuld, dass wir in Deutschland viel zu lange siegen wollen, auch wenn wir schon eingesehen haben, dass wir vielleicht doch Unrecht haben. Auf jeden Fall herrscht hier Handlungsbedarf. Solange wir jede vom Mainstream abweichende Meinung mit Medienmacht niederbügeln, ist es nicht weit her mit Meinungsvielfalt oder gar Meinungsfreiheit. Die ideale Streitkultur formuliert die Unterschiede in den Meinungen präzise und objektiv und entscheidet sich schnell für die beste Lösung, die dann gemeinsam weiterverfolgt wird. Wir aver versuchen mit vielen Mittel die Meinung von Mitbewerbern zu entwerten. Systematische, negative Darstellung, soziale Isolation, Anprangern, falsche Darstellungen, Schüren von Vorurteilen, Blockieren von Klarstellungen, Mobilisierung, Profilierung auf Kosten anderer u.a.m gehören zum Werkzeugkasten der deutschen Medien und der Politik. Wo ist der Sportsgeist, dass der bessere gewinnen soll? Kein Wunder, dass Reformen bei uns auf sich warten lassen oder nur in lächerlich kleinem Umfang durchgeführt werden. Was mich immer wieder auf Neue wundert, das ist die ungeheure Problematik, die auftritt, wenn wir relativ einfache gesellschaftliche Veränderungen durchsetzen wollen, die in anderen vergleichbaren Ländern überhaupt kein Problem waren oder sind. Jüngste Beispiele sind das Rauchverbot oder das Abitur nach 8 Jahren Gymnasium. Sind wir wirklich so viel blöder oder was ist der Grund dafür? Natürlich kann man alles auf die Lobbyisten schieben, aber auch die sind nur wirkungsvoll, wenn es in der Bevölkerung eine Resonanz und Unterstützung für ihre Sonderinteressen gibt. Wer zementiert hier so sehr das kollektive Denken? Ich lasse die Antwort offen, jeder wird es sowieso besser wissen als ich. Aber ich mahne an, dass wir uns schneller bewegen müssen. Immer wieder wird von einem "Ruck" geredet, der durchs Land gehen muss. Wir müssen vor allem eine Kultur des schnelleren Lernens schaffen. Dies erscheint mir von allen Aspekten der Geschwindigkeit der Wichtigste zu sein. Schnell heißt nicht mehr oder komplizierter. Schnell heißt schnellere Veränderung. Dies wird meist Vereinfachung (Standardisierung) heißen müssen oder Reduzierung, Weglassen, manchmal vielleicht auch Verallgemeinerung und nicht noch mehr Stress, noch mehr Details oder noch mehr Gesetze und Verordnungen. Abstraktion (den Sinn betonen), Pragmatismus (gesunden Menschenverstand einschalten), Prioritätensetzung (nur das Wichtige machen), Normung (sich auf wenige Optionen beschränken) und Subsidiarität (schnelle Entscheidungen auf niedrigst möglichem Niveau) sind einige Hilfsmittel dafür. Verzicht auf unnötige Perfektion, zu ausgefeilte Gleichheit oder spitzfindige Gerechtigkeit aber gehören auch dazu. Alle Veränderungen haben Gewinner und Verlierer. Für die Politik muss entscheidend sein, dass es unter dem Strich mehr Gewinner gibt, vor allem dann auch in der Zukunft. Aber auch an die Verlierer muss gedacht werden. Sie müssen wissen, dass sie genügend Sicherheit haben werden und dass sie bei ihren Anstrengungen, sich in der neuen Situation wieder zurecht zu finden, auch Unterstützung haben werden. Die komfortable, soziale Hängematte, die wir in Deutschland dafür viele Jahre als Lösung angesehen haben, war keine praktikable Lösung. Sie hat die Eigenverantwortung getötet und ist selbst für unser reiches Land unbezahlbar geworden. Aber ohne eine (aus Steuermitteln finanzierte) soziale Grundsicherung kann es nicht gehen. Ob sie (durch Beiträge finanzierte) weitere Versicherungen ergänzt werden muss, kann ich schlecht abschätzen. Grundprinzip muss bleiben, dass Eigenverantwortung zu einem besseren Leben führt, aber dass man auch (auf einem sehr niedrigen Niveau) ohne einen offensichtlichen Beitrag für die Gesellschaft überleben kann. Erst mit dieser Sicherheit wird man ein Klima für mehr Risiko zu Veränderungen schaffen können. Bisher war mein Tenor, schneller ist besser, aber stimmt das auch generell und was sind die Gefahren dabei? Ich habe viel Erfahrung beim Management von großen Softwaresystemen sammeln können (Betriebssystemen). Was ich auf bittere Weise dort gelernt habe war, dass das System selbst die optimale Geschwindigkeit für Veränderungen vorgegeben hat. Waren wir zu schnell, dann passierten zu viele Fehler, waren wir zu langsam, hat uns die Konkurrenz überholt. Nur wenn wir immer wieder große Vereinfachungen (z.B. Aufräumarbeiten) durchgeführt haben, konnten wird das Entwicklungstempo signifikant beschleunigen. Auf unsere Gesellschaft übertragen heißt es, wir müssen regelmäßig Reformen durchführen, nur dann wird sich das Tempo für Veränderungen beschleunigen können. Das Konzept von systembedingten, optimalen Geschwindigkeiten scheint übrigens oft zu gelten. Sie zeichnen sich durch ein optimales Verhältnis von Aufwand zu Erfolg aus. Beschleunigungen sind zwar möglich, kosten aber unverhältnismäßig viel. Erst Umstrukturierungen erlauben dann wieder neue, bessere systembedingte Geschwindigkeiten. Weitere Lektionen waren, dass es relativ lange Übergangsfristen braucht, sollen Veränderungen sich positiv auswirken und nicht zum Chaos führen. Veränderungen müssen auch gut erklärt werden und es muss klar sein, was der generelle Nutzen ist. Der Übergang vom alten Zustand zum neuen, die Migration, muss planbar sein und bedacht werden. Und es müssen alle Beteiligten dabei mit einbezogen werden. Dieser große Kommunikationsaufwand wird gerne unterschätzt, auch in der Politik und er ist der Hauptgrund, dass Populisten aller Couleurs versuchen, aus Veränderungen Nutzen für ihre skurrilen Ideen zu ziehen. Nicht immer klar entscheidbar ist die Frage, ob viele kleine Reformen besser sind, als ein Big-Bang, wie man große Reformen gerne bezeichnet. Politisch leichter durchsetzbar sind sicherlich die kleineren, aber sie erzeugen auch ein großes Gefühl der Unsicherheit. Heute ändert sich das, morgen dann das, was wird übermorgen sein? Ich persönlich tendiere zwar zu den kleineren Schritten, denn aus den Fehlern jedes Teilschrittes kann man dazu lernen. Aber es wird sicherlich Fälle geben, wo dies falsch ist. Die Steuerreform ist ein gutes Beispiel. Hier wäre der Bierdeckelansatz von Friedrich Merz oder die Flat Tax von Paul Kirchhoff der optimale Ansatz gewesen und sie sind nur in einem großen Schritt machbar. Schnell ist also nur gut, wenn es richtig gemacht wird, könnte ich dieses Kapitel zusammenfassen. Und das Abweichen von optimalen Geschwindikeiten kann teuer werden. Als große Gefahr der Schnelligkeit wird immer angesehen, dass dann gesellschaftliche Gruppen "abgehängt" werden. Ich glaube, dies wird gerne übertrieben. Warum sollten alle im Gleichschritt marschieren? Warum immer nur eine Geschwindigkeit für alle? Es wird immer schnellere und langsamere geben, sich nur nach dem langsamsten zu richten, kann nicht gut sein, genau so wenig, wie dass alle so schnell wie die schnellsten sein müssen. Wir müssen also immer ein breites Spektrum zulassen. Es muss Elite oder Spitze geben, es wird ein breites Feld von Mittelguten geben und einige Verlierer werden auch dabei sein. Es dürfen nur nicht zu viele Verlierer werden und auch sie müssen Beachtung finden. In Grenzen wird auch Förderung notwendig sein. Und wir sollten beim Zuzug darauf achten, dass wir nicht ausgemachte Verlierer im Gegenzug für unsere auswandernden Spitzenkräfte importieren. Allerdings, dominierend für die maßgebliche Durchschnittsgeschwindigkeit wird die Spitzengeschwindigkeit bleiben. Nur wenn sie zu hoch ist, dann müssen wir - nicht nur auf deutschen Autobahnen - über eine Limitierung nachdenken. Gesellschaftliche Hauptverlierer vieler Veränderungen werden die alten Menschen sein. Aber sind sie nur genügend abgesichert, dann beobachten sie ohne Neid gerne das schnellere Tempo der noch jüngeren. Als weiteres Hindernis für schnellen Wandel hat sich die deutsche Verfassung herausgestellt. Sie hat uns zwar in lobenswerter Weise vor einem Wiederaufflammen des Nationalsozialismus bewahrt, aber sie diktiert ein zu langsames politisches Tempo. Als Beispiel führe ich gerne die vielen Bundesländer an. Gäbe es nur vier (Deutschland Nord, Ost, West und Süd, mit Sonderstatus für Berlin) hätte dies dramatische, in meinen Augen sehr positive, Auswirkungen auf die Regierungsarbeit. Zu Recht wird die Verfassung geschützt, was aber nicht heißen darf, dass sie sich nicht verändern soll. Ich bedaure es sehr, dass Änderungsvorschläge zur Verfassung immer gleich ohne Prüfung totgeschlagen werden. Nicht jeder, der sie ändern will, ist ein Verfassungsfeind. Die Natur lehrt uns, dass nur überlebt, wer sich an veränderte Lebensbedingen anpasst. |
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Bei allen positiven Aspekten von Schnelligkeit, in manchen Bereichen hat sie überhaupt nichts verloren. Schneller Genuss ist in meinen Augen kein Genuss. Vieles braucht Zeit zum Reifen und wer diese Zeit abkürzt, verliert Qualität. Der Anthropologe E.T. Hall unterscheidet zwischen "schnellen und langsamen Botschaften". Schnell ist z.B. Werbung, langsam das Vorbildverhalten. Ähnlich dazu würde ich unsere gesellschaftlichen Aktivitäten einordnen. Zum Beispiel, schnell ist die Wirtschaft, langsam die Kultur. Oder schnell ist die Arbeit, langsam das Vergnügen oder die Freizeit. Es muss Bereiche geben, in denen die Zeit (und damit auch die Geschwindigkeit) keine grosse Rolle spielt. Wir sind als Menschen keine Maschinen, die man beliebig beschleunigen kann. Wir brauchen Muße zum Nachdenken und zum Überlegen, wir wollen auch die Freiheit für ein eigenes Tempo haben. Je effektiver, produktiver und schneller wir als Wirtschaftsteilnehmer sind, je weniger Ballast wir mitschleppen, je einfacher, zuverlässiger und durchschaubarer unsere gesellschaftlichen Regeln sind, um so mehr werden wir uns davon leisten können. |
www.buchegger.de/speed-kills.html
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