Rauchen

Satirische Betrachtungen

Ich habe viel über das Rauchen nachgedacht. Mehrere Male in meinem Leben bewegte es mich sogar sehr intensiv. Die ersten Gedanken dazu kamen mir in meiner frühen Kindheit. Ich bin oft mit meinen Eltern im Zug unterwegs gewesen und neugierig wie alle Kinder habe da die Nase ganz dicht am Fenster gehabt. Und dabei festgestellt, dass der Rauchbeschlag am Fenster von Raucherabteilen ziemlich dick ist. Und nebenbei gesagt, ganz abscheulich stinkt.

Wie mag da die Lunge von Rauchern ausschauen, fragte ich mich? Wie die Lunge meines rauchenden Vaters, ganz konkret? An seinem 60. Geburtstag wussten wir alle es ganz genau. Da wurde das letzte Röntgen von seiner inzwischen zerstörten Lunge gemacht. Wenige Wochen später lag er im Grab, an Lungenkrebs gestorben. "Bleib gesund!", das waren die letzten Worte zu mir, wenige Stunden vor seinem Tode.

Literatur

Der fröhliche Nichtraucher
von Alexander von Schönburg

Das Frauen- Nichtraucher- Buch. Schön, stark und unabhängig ohne Zigaretten.
von Shirley Seul

Der sanfte Weg zum Nicht- Rauchen. Erfolg ohne zu Kämpfen.
von Vera Kaltwasser

Endlich Nichtraucher.
von Allen Carr

Nichtrauchen und trotzdem schlank. Die Methode mit Köpfchen.
von Peter Lindinger

Wir gewöhnen uns das Rauchen ab, wieder frei und selbstbestimmt leben
von Heribert Unland

Mentales Nichtraucher- Training. Die einfachste Methode, das Rauchen aufzugeben.
von Dagmar Herzog

Einfach nicht mehr rauchen. Zyban - die erste Pille gegen Nikotinsucht.
von Ulrike Bartholomäus, Martin Kunz

Die Psychologie des blauen Dunstes. Be- Deutung und Chance des Rauchens.
von Rüdiger Dahlke, Margit Dahlke

Nikotinabhängigkeit. Diagnostik und Therapie
von Rudolf Schoberberger, Michael Kunze

Natürlich bin ich selbst auch Raucher geworden. Erst waren es nur zaghafte Versuche, aber dann kam es zum ersten Mal. Das Hochgefühl nach einer Zigarre. Mit Café, nach einem guten Essen. Von nun ab habe ich regelmäßig zum Mittagessen und gelegentlich auch nach dem Abendessen im Restaurant mit Cognac meine Zigarre geraucht. Mit 40 Jahren bin ich nach USA ausgewandert und kam schlagartig in ein raucherfeindliches Land. Mit der Zigarre zu Mittag war es aus. Aber ich hatte interessante Arbeit und so kam ich von der Zigarre ganz gut weg.

Rauchen sichert Arbeitsplätze, ein Zündholzbriefchen aus dem Wiener Bestattungsmuseum

Zurück in Deutschland war nun mein Hauptproblem das Mitrauchen. Einmal saß ich längere Zeit mit zwei Megarauchern in einem Büro. Es hieß bei meinen Kollegen der blaue Salon. Hier habe ich zum ersten Mal Mordsgedanken gefasst. Aber ich musste nicht tätig werden. Einer der beiden Raucher bekam bald einen Herzinfarkt und hat freiwillig das Rauchen aufgegeben. Der andere ist früh an Krebs gestorben.

"Zuerst war es cool, dann hat es geschmeckt und jetzt bin ich süchtig."
Sebastian, 14 Jahre alt, Raucher

Mein letztes und noch immer aktuelles Problem ist das Rauchen meiner Kinder. Du kannst ja bei erwachsenen Kindern nichts dagegen unternehmen. Da ich immer Tipps für ein besseres Leben verfasst habe, die im allgemeinen auch von meinen Kindern geschätzt wurden, habe ich versucht damit gegen das Rauchen vorzugehen. Zuerst habe ich mit den hohen Kosten der Zigaretten argumentiert. Es geht ja wirklich ins Geld, vor allem weil der Staat so gut daran verdient. Aber dieses Argument verpufft in unserer reichen Gesellschaft.

Rauchen ist teuer

Dann mit den gesundheitlichen Folgen. Aber wer denkt in jungen Jahren schon daran, was einmal sein wird. Wer denkt schon an degenerierte Kinder, wenn er noch gar keine haben will? Ich musste schnell einsehen, es nützt nichts, mit gesundheitlichen Argumente kann man Raucher nicht von ihrem Laster abbringen. Und die Aufschriften des Gesundheitsministers auf den Packungen sind für die Katz.

Rauchen ist ungesund

Da kam mir eine Beobachtung zu Hilfe, die ich anlässlich eines Psychospieles machte. Es ist ganz leicht Raucher und Raucherinnen von NichtraucherInnen zu unterscheiden. Dabei brauchst du nicht einmal ihr vergilbten Hände betrachten oder ihre stinkenden Haare zu riechen, nein, mit einiger Übung - die ich inzwischen hatte - , konnte man sie ganz leicht durch die Falten im Gesicht unterscheiden. Da der Rauch ja doch in den Augen beißt und deren Haut generell ganz schlecht durchblutet wird, bekommen RaucherInnen typische Falten um die Augen. Auch schon in jungen Jahren, aber im Laufe der Zeit werden die Falten immer stärker und so die Hinweise viel deutlicher.

Rauchen macht hässlich

Rauchen macht aus Menschen Fische:
Ohne Lunge, ohne Beine und mit schuppiger Haut!

Also versuchte ich es mit RAUCHEN MACHT HÄSSLICH. Das war die richtige Richtung, speziell, um Raucherinnen zu beeinflussen. Durchschlagend war diese Strategie nun auch wieder nicht. Die Sucht war einfach stärker. Aber ich lerne ja dazu.

Der rauchende Tod

In meinen Vorlesungen über Lebensmanagement kam mir dann der zündende Gedanke. Ich erzähle da über das Thema Paradoxe Aktionen, das sind Aktionen die gerade das Gegenteil von dem bewirken, was man eigentlich ursprünglich vorhatte. Ich erinnere mich an ein klassisches Beispiel dazu aus meiner Schulzeit. Es wurde ein Horrorfilm über die gesundheitlichen Schäden des Rauchens vorgeführt und die erste Reaktion, nach dem wir den Kinosaal verlassen haben, war: "Jetzt brauche ich aber eine Zigarette". Denn vielen war nach dem Film so kotzübel, dass die beruhigende Wirkung der Zigarette wirklich die beste Antwort darauf war.

Der andere wichtige Hinweis kam durch das Referat eines Studenten. Er war begeisterter Raucher und erinnerte mich an alle Vorteile des Rauchens, die ich ja schon aus eigener Erfahrung kannte: Rauchen hilft sich zu konzentrieren, es macht schlank, es sozialisiert stark, bei den Rauchern ist immer mehr los, die Leute sind kreativer. Auf die Frage nach den Nachteilen kam nun das einleuchtende Argument, die Vorteile überwiegen bei weitem die Nachteile.

Stört es dich, wenn ich rauche? -
Stört es dich, wenn ich daran sterbe?

Es wird ja immer mit den hohen Kosten der Krebserkrankung argumentiert, aber im Vergleich zu den Kosten einer langen Rente eines Gesunden sind die Behandlungskosten Peanuts. Raucher leben ja sehr lange sehr viel teurer und besser und sterben dann so schnell, dass die volkswirtschaftliche Bilanz wirklich zu ihren Gunsten spricht. Sie entlasten spürbar die Rentenkasse und schaffen sehr viele Arbeitsplätze. Sie helfen auch der Pflegeversicherung, denn wer mit 60 an Lungenkrebs stirbt, wird sicher kein Opfer der Alzheimerkrankheit mit 80.

Die richtige Strategie mit dem Rauchen ist also nicht dagegen anzukämpfen, sondern ganz im Gegenteil, solange man dadurch nicht betroffen ist, heißt es das RAUCHEN DER ANDEREN ZU FÖRDERN, WO ES NUR GEHT. Natürlich darf man sich selbst dabei nicht mitreißen lassen. Die Anderen müssen rauchen, damit es den Nichtrauchern gut geht. Soviel Klugheit muss schon sein.

Wir müssen also nach Wegen suchen, Raucher von den Nichtrauchern zu trennen (Wirte und Veranstalter, unterstützt es mit den Nichtrauchertischen und Abteilungen!) und dann die Zahl der Raucher radikal nach oben zu treiben. Alle die oben erwähnten Vorteile treten dann ein. Die Nichtraucher können dann wieder mit 60 in die Rente gehen und müssen nicht länger arbeiten, sondern können mit gutem Gewissen ihren Lebensabend genießen.

Die Kosten der Pflegeversicherung werden so sinken, dass wir in Deutschland wieder den Buß- und Bettag feiern können. Eigentlich wäre es fair diesen Tag dann eher Rauchertag zu nennen. Denn diesen Feiertag können wir uns ja nur leisten, weil genügend Leute rauchen und die Pflegeversicherung nicht voll brauchen werden.

Mit dem Rauch- wird auch der Kaffeekonsum drastisch ansteigen. Ein weiterer Beitrag zur Gesundung der Wirtschaft, mit Auswirkungen sogar auf die Weltwirtschaft. Endlich wird es weniger Arbeitslose geben, und dies nur, weil wir endlich wissen: durch Rauchen wird unsere Wirtschaft gesund.

Sie rauchen zuviel

  • Wenn Sie Ihre Zehen zuletzt vor 10 Jahren gespürt haben.
  • Wenn Ihr Schreibtisch einen eigenen Zigarettenautomaten hat.
  • Wenn Sie Marlboro für die Hauptstadt von Amerika halten.
  • Wenn Ihnen die Zigarette danach wichtiger ist, als der Sex davor.
  • Wenn Ihre Frau eine Lärmschutzwand gegen Ihren Raucherhusten beantragt.
  • Wenn für Sie ein Lungenzug erotischer ist als ein Zungenkuß.
  • Wenn in Ihrem Büro immer die Nebelscheinwerfer brennen.
  • Wenn die Zigarettenindustrie für Sie eine eigene Marke auf den Markt bringt.
  • Wenn Ihre Lunge die Hauptrolle in dem Film "Das schwarze Loch" spielen soll.
  • Wenn Sie so schlecht aussehen, dass sogar die Rollstuhlfahrer für Sie aufstehen.

Einen seriösen Raucherest finden Sie hier und viele weitere Informationen hier!
.

Natürlich wird es dem einen oder anderen auch leid tun, wenn er nahe Angehörige, zum Beispiel seine Kinder, durch den Rauch sterben sieht. Aber dies können wir leicht steuern, indem wir vor allem uns Unbekannte zum Rauchen bringen. Zum Beispiel durch schöne Werbung. Durch Raucherfahrten mit dem Bus in schöne Raucherzentren. Nicht nur für Abenteurer, sondern auch für ganz Normale. Denn es müssen ja viele sein, die rauchen, nur dann macht diese neue Strategie wirklich Sinn.

Ich habe soviel schlimmes über das Rauchen gelesen,
dass ich es schließlich doch aufgegeben habe.
Das Lesen.

Ich bin stolz, dass ich durch Nachdenken eine gute Lösung gefunden habe. Für die Wirtschaft und für viele Einzelschicksale. Wenn man weiß, dass man nicht allzu alt werden braucht, wird vieles einfacher. Keine Kosten mehr für die Kapitallebensversicherung, man kann mit billigen Fluglinien reisen, man kann unbeschwert alle Pilzgerichte essen, jeden Job in einem Atomkraftwerk annehmen, auf deutschen Straßen Motorrad fahren usw. Wenn das kein Fortschritt ist?

Die Kernfrage für alle Raucher: Warum zünde ich mir die nächste Zigarette an?

Hier stehen mit Absicht keine Tipps, wie man das Rauchen aufgibt.
Wer es wirklich will, wird es ohnehin schaffen und einen Weg dazu finden.
Die Journale sind voll mit diesem Thema, es gibt jede Menge Bücher dazu
und auch im Internet stellt z.B. die BZGA Gratis Tipps bereit.
Und wer es nicht will, für den sind alle Tipps unnötig.

Es gibt keinen Weg das Rauchen aufzugeben,
wenn man es nicht wirklich will!

Viele schaffen ganz gut den Anfang, lassen sich aber durch die Gesellschaft von Rauchern, durch Kaffee oder Alkohol wieder vom gesunden Weg abbringen. Schade!

Tatsächlich hilfreich sind Rauchverbote in öffentlichen Räumen. Ich habe z.B. in Italien und Spanien
beobachten können, wie diese anfangs belächelt wurden. Heute kann man dort überall rauchfrei essen,
und hoffentlich auch bald in Deutschland.
Ich habe gelernt, dass der Nichtraucherschutz nur über die Politik kommt.
Wer raucht, bekommt meine Stimme bei der Wahl nicht mehr! Ich denke, das wird helfen!

Und hier gibt es Nichtraucher - Aufkleber (zum Teil sogar gratis).

Impressum Denkstelle Festpark Spasspost buchegger.com Tübingen Praxilogie Werbung

© (P) 2007 Otto Buchegger, Tübingen

www.buchegger.de/rauchen.html