Deutsche Mythen

Woran Deutsche auch glauben

Nicht von Göttern, Kulten, Feen und Geistern wird hier die Rede sein. Trotzdem ist m.M. der Begriff Mythos zu Recht gewählt, denke ich doch, dass die folgenden Beispiele von Glauben erzählen und von vielen für wahr gehalten werden, auch wenn ich es nicht beweisen kann. Und ich denke auch, dass sie wichtig sind und von vielen als wesentliches Element deutscher Kultur und Seele angesehen werden. Sicherlich sind sie nicht vollständig und auch nur bruchstückhaft wiedergegeben. Aber ich hoffe, diese Sammlung wird im Laufe der Zeit wachsen und vollständiger werden.
Ich bin in Österreich aufgewachsen. Erst mit 29 Jahren bin ich nach Deutschland gekommen und lebe seitdem großteils hier in Baden-Württemberg. Ich bin zwar inzwischen total integriert, aber bilde mir dennoch ein, noch nicht ganz blind für das typisch Deutsche zu sein. Dazu kommt auch, dass ich viel im Ausland unterwegs war und bin. Und aus der Ferne bekommt man doch einen besseren Blick für die Heimat.

So habe ich einige "deutsche Mythen" im Laufe der Zeit gesammelt und ich freue mich im Internet eine Plattform fürs Publizieren gefunden zu haben. Nicht nur in Deutschland wird man diesen Glauben antreffen. Gibt es doch ähnliches Denken auch wo anders auf der Welt. Aber denke, dass zumindest in den Augen der Nachbarn diese Beispiele doch typisch sind. Und ich weiß von vielen Besuchern und Neubürgern Deutschlands, dass sie ähnlich wie ich denken.

Die Veröffentlichung soll animieren, diese Mythen doch an die Realität anzupassen, bevor sie noch mehr Kosten oder Leid verursachen. Selbstverständlich besteht die Gefahr, dass ich damit ein Nestbeschmutzer werde. Aber ich denke, dass die Beispiele, die ich gebe, viel mehr zur Selbsterkenntnis beitragen werden, als zum schlechten Image über Deutschland. Denn dieses Image ist im Ausland ohnehin kaum zu verändern. Ist es gut, dann wird es auch gut bleiben. Und ist es schlecht, dann wird auch mehr Information keine Änderung bewirken.

Der Vollständigkeit will ich anfügen, dass ich seit 1973 (mit Unterbrechungen) in Deutschland lebe, über 20 Jahre mit einer Deutschen verheiratet war, einen deutschen Sohn habe und seit 1998 einen deutschen Pass besitze.

Themenübersicht:

Wir haben Redefreiheit
Die Deutschen sind besonders fleißig
Medien informieren
Alles Neue ist gefährlich
Reisen bildet
Deutschland ist kein Urlaubsland
Deutschland ist ausländerfeindlich
Deutschland ist kein Einwanderungsland
Hochschulstudium garantiert einen Arbeitsplatz
Schnee - und eisfreie Winter
TÜV geprüfte Autos sind gut
Je mehr PS, um so besser die Autos
Schilderwald gibt Sicherheit
Die Existenz der deutschen Hausfrau
Beamte streiken nicht

Gesetze gelten für alle gleich
Politiker wollen das Wohl der Bevölkerung
Politiker sind Heilige
Leitungswasser kann man nicht trinken
Buchpreisbindung schützt ein Kulturgut
Fussballnation
Sauberer Sport
Ein Volk der Dichter und Denker
Knoblauch stinkt
Freie Fahrt für freie Bürger
Menschen in Sozialberufen
Kostenloses Studium sichert die Zukunft
Deutschland hat eine freie Marktwirtschaft
Deutsche sind sauber
Fleisch ist ein Stück Lebenskraft
Bier, unser flüssiges Brot
Gleichheit ist schon Gerechtigkeit
Berlin ist die bessere Hauptstadt

Die Ruhmesliste
der Deutschen
(Eigenschaften, die ihnen nachgesagt werden
und die auch ich oft selbst erfahren habe)

Die Deutschen sind

Ehrlich

Gründlich

Verlässlich

Fair

Gemütlich

Gebildet

Gute Chemiker

Gute Maschinenbauer

Unermüdliche Hausbauer

Gute Freunde

Die besten Frauen

 

Wir haben Redefreiheit

Ich beginne mit diesem Mythos, weil ich denke, dass er ganz typisch für die Art der Mythen ist, die ich anführe. Es ist der Unterschied zwischen dem Glauben an die Tatsache und der Tatsache selbst. Selbstverständlich ist die Redefreiheit festgeschrieben, aber wie viele in der Praxis können sie wirklich ausüben?

Vieles was man sagen kann, ist gesetzlich verboten, weil es entweder verleumdet oder weil es Tabuthemen der Vergangenheit berührt und deshalb nicht gesagt werden darf. Vieles darf nicht gesagt werden, weil eine kräftige Lobbytruppe gleich massiv dagegen schießt. Und man dadurch schnell gesellschaftlich ins Aus gestellt wird.

Man muss also in der Praxis extrem vorsichtig mit dem sein, was man sagt. Wer traut sich schon in den Firmen die Wahrheit zu sagen, wenn er damit den Arbeitsplatz verliert. Es gilt auch heute oft noch, dass der Überbringer der schlechten Nachrichten um seine Position bangen muss.

Letzten Endes darf jeder nur das sagen, was die Mehrheit für richtig hält. Heute nennt man dies politisch korrekt. Nur manche betuchte Mitbürger können sich eine eigene Meinung leisten, weil sie auch die notwendigen Rechtsanwälte dazu bezahlen können. Und es gibt einige Freiräume, wie der eigene Klub oder die eigene Familie, in denen man - völlig unter sich - von der Gesellschaft abweichende Meinungen sagen darf.

Ich frage mich oft, was der Grund für die hier fehlende Toleranz zur Redefreiheit ist? Eine Erklärung ist sicherlich die sehr hohe Bevölkerungsdichte, die ein räumliches Absondern gegensätzlicher Meinungen schwierig macht. Vielleicht aber hat man aber zu viel schlechte Erfahrungen mit der Verführung durch Worte?

Ein anderer Grund ist sicher einfach der urdeutsche Wunsch, Recht zu haben. Gerne wird dabei übersehen, dass es meist keine einzige Wahrheit geben wird und dass in einer komplexen Umwelt auch widersprüchliche Meinungen zulässig und wünschenswert sind.


Die Deutschen sind besonders fleißig

Sicher gibt es sehr viele fleißige Menschen hier. Aber dieses Attribut einer Nation zuzuschreiben, in der viele 6 Wochen Urlaub haben, eine 35 Stunden Arbeits-Woche anstreben, man im Durchschnitt 14 Semester studiert und in der die Rente mit 60 das generelle Ziel ist, ist schon gewagt.

Ich denke, wir sind genau so fleißig oder faul, wie andere Menschen auch. Und da wir ein ganz dichtes soziales Netz haben, werden einige besonders faul sein können.

Da wir so kurze Arbeitszeiten anstreben, wird sicherlich die Arbeitshektik dadurch ansteigen. Aber da wird dann stundenlang vor dem Fernseher wieder entspannen müssen, könnten wir gleich etwas langsamer und dafür länger arbeiten. Unserer Gesundheit könnte es nur gut tun.


Medien informieren

Dies ist ein Lieblingsthema von mir, weil ich selbst ein Medienmensch bin. Mit meinen vielen Beiträgen im Internet und früher einer eigenen Rundfunksendung, sowie gelegentlichen Auftritten in Zeitung und Fernsehen muss mich dieses Thema beschäftigen.

Aber ich habe mich auch viel mit Kommunikationstheorie beschäftigt und schon aus diesem Grund muss ich wissen, dass Medien mit ihrem beschränkten Übertragungsmöglichkeiten auswählen müssen und deshalb nicht total informieren können. Auch sind in den Medien nicht gerade immer die klügsten Menschen vertreten und auch dadurch kommt es zu Verzerrungen.

Letzten Endes komme ich zum Schluss, dass unsere Medien das Bedürfnis nach Information ziemlich gut befriedigen, aber weit davon entfernt sind wirklich zu informieren. Im Gegenteil, oft denke ich, dass Medienabstinenz mehr motivieren würde sich wieder persönlich zu informieren. Dass mehr Erkenntnis durch ein persönliches Gespräch zusammenkommen würde, als durch eine Fernsehsendung.

Jeden Morgen wenn ich meine lokale Zeitung wieder weglege, frage ich mich was ich denn wirklich gelesen habe und was ich dabei gelernt habe. In den meisten Fällen komme ich zum Schluss: Nichts. Besonders wenn ich einige Wochen auf Reisen war und den aufgehobenen Zeitungsstapel durchblättere, verdichtet sich der Verdacht, dass meine Zeitung mich nicht informiert und ich das Geld dafür nur ausgebe, weil ich informiert sein will. Ich zahle also für meinen Wunsch und nicht für die Befriedigung meines Wunsches!

Der Spiegel Test

Lege ein Journal wie den Spiegel, das so gerne damit angibt, Trends und Entwicklungen früh anzuzeigen, ein halbes Jahr, besser noch ein ganzes Jahr, weg. Danach schaue wieder rein und überprüfe, welche Ankündigungen wirklich eingetroffen sind. Die Bilanz ist ernüchternd. Diesen Test kannst du auch mit Parteiprogrammen, Wahlversprechen oder Wirtschaftsprognosen machen. Auch sie werden nicht allzu viel besser ausfallen.

Alles Neue ist gefährlich

Eigentlich will ich dies nicht glauben, kommen doch viele Neuerungen - auch heute noch - von deutschen Erfindern und Tüftlern. Aber dennoch, ein abgrundtiefes Misstrauen gegen alle technischen Neuerungen kann man nicht nur bei den grün wählenden, deutschen Mitbürgern oft antreffen.

Bei Analysen wird immer zuerst das Negative hervorgehoben. Stets werden die Risiken höher als die Chancen bewertet. Woran es liegt, weiß ich nicht, aber es ist offenbar ein weit verbreiterter Glaube, der viel Schaden anrichtet und das Land bei neuen Entwicklungen oft in Aufholzwang bringt.

Dabei geht es nicht nur um große Risiken, wie bei der Atomkraft oder Gentechnik, auch kleinste Neuerungen, wie z.B. der grüne Abbiegepfeil (der Ostdeutschen) brauchen lange, bis sie wirklich akzeptiert werden.

Sicher hat diese Eigenschaft auch vor Fehlentwicklungen bewahrt, dennoch denke ich, ein bisschen mehr Mut zu Risiko und Neuerungen würde uns allen gut tun. "Lass es uns einmal ausprobieren" wäre oft angebrachter als "Ja, aber!"


Reisen bildet

Als Weltmeister in Auslandreisen sollten wir eigentlich das Beste aller Länder, die wir besuchen, zu uns importieren. Aber wir wollen nur das ausländische Wetter, die fremde Landschaft, die sauberen und leeren Strände, sonst aber soll auch im Ausland alles deutsch sein. Deutsches Essen, deutsches Bier, deutsches Fernsehen, überall.

Eigentlich wollen wir nichts übernehmen, was uns sonst im Ausland gefällt. Wir wollen keinen entspannten Straßenverkehr, wie wir ihn in USA vorfinden, keine liberalen Ladenöffnungszeiten der romanischen Länder, keinen freundlichen Service.

Im Reisen suchen wir die Abwechslung, aber keine dauerhafte Veränderung, was Bildung bedeuten würde. Darum ist Mallorca auch so beliebt. Es hat eine fast perfekte deutsche Infrastruktur, aber ohne deutsches Wetter. Und man kann von Mallorca aus leicht Deutschland wieder erreichen, wenn man es wirklich braucht.

Wir sind schlecht im Sprachenlernen und unsere Auslandsaufenthalte sind eher durch Besserwissen als durch Lernen wollen und Einfühlungsvermögen geprägt.


In Deutschland kann man nicht Urlaub machen

Deutschland ist ein wunderbares Urlaubsland für Wanderer, Radtouristen, Bootswanderer und Kulturinteressierte. Es gibt ausgezeichnete Restaurants hier, Hotels zu erschwinglichen Preisen, viele sehr gut ausgerüstete Campingplätze und für Preisbewusste ein dichtes Netz von Jugendherbergen.

Das Wetter ist in den Sommermonaten und im Herbst großteils ausgezeichnet, die Preise sind im allgemeinen niedriger als im westlichen oder südlichen Ausland.

Ich habe oft auch in Deutschland Urlaub gemacht und es selten bereut!


Deutschland ist ausländerfeindlich

Die meisten Deutschen sind auch gegenüber Ausländern sehr tolerant. Ich habe über 20 Jahre als Ausländer hier gelebt und wurde kein einziges mal deswegen diskriminiert. Es gibt eine Unzahl ausländischer Restaurants, die gerne von Deutschen besucht werden und deren Wirte und Wirtinnen im Gemeinwesen integriert sind. Viele unserer Fußballstars sind oder waren Ausländer, unzählige Ausländer sind in unseren Produktionsstätten beste Arbeitskollegen.

Wogegen sich viele wehren, das sind die fremden Regeln, die den Deutschen von manchen Ausländern übergestülpt werden. Wenn z.B. Kinder keine Rote Wurst mehr auf Schulausflügen grillen dürfen, weil die Klassenmehrheit islamisch ist, dann sehen viele ihr kulturelles oder auch wirtschaftliches Erbe in Gefahr.

Und sicher gibt es einige Kriminelle (z.B. in den Neuen Bundesländern, dort habe auch ich entsprechende Vorfälle erlebt), die aus Langeweile oder Überzeugung Verbrechen gegen Ausländer begehen. Aber sind sie wirklich typisch für alle Deutschen? Wie vielen Menschen aus der Fremde wurde hier nicht mit großem Einsatz geholfen!

Ich frage mich, was jene Menschen oder Medien davon haben, die uns einreden, wir sind generell ein ausländerfeindliches Volk. Ist es Rache für die deutsche Vergangenheit? Unsicherheit? Oder schlicht und einfach nur Geschäft?


Deutschland ist kein Einwanderungsland

Deutschland ist sehr wohl ein Einwanderungsland, allerdings ohne entsprechende Gesetze oder Steuerung der Zuzügler. Man verleugnet ständig die Realität und tut sich dabei unheimlich schwer festzulegen, wer ins Land soll und wer nicht darf. Vor lauter politischer Korrektheit und idiotischer Ideologie (von allen politischen Seiten übrigens) übersieht man ganz, dass man dazu nicht nur das Recht hat, sondern auch die Verpflichtung, will man den Staat und seine Funktionsfähigkeit nicht gefährden.


Hochschulstudium garantiert einen lebenslangen Arbeitsplatz

Das hat vielleicht einmal gestimmt, aber gilt schon lange nicht mehr. Immer wieder werde ich von Taxifahrern mit einem oder sogar zwei abgeschlossenen Studien chauffiert, die sich so durchjobben. Wir vergessen, dass Studieren alt macht und dass Jugend im europäischen Umfeld als wichtiger Vorteil zählt, weil fast alle anderen schneller zum Abitur kommen und kürzer studieren.

Unsere Studienabgänger sind großteils zu alt, in der Theorie überqualifiziert, praktisch weltfremd und werden in interessanten, aber exotischen Fachrichtungen ausgebildet, die stellenweise total überlaufen sind.

Kein Wunder, dass sie dann nach dem Studiumsende mit 28 Jahren arbeitslos bleiben.


Schnee- und eisfreie Winter

Der Winter wird in Deutschland meist als so harmlos angesehen, dass die Deutschen tatsächlich glauben, er brächte überhaupt keinen Schnee und kein Eis und sie sich wie die Sizilianer nie darauf vorbereiten. So kommt jeder Wintereinbruch jedes Jahr völlig überraschend, auch wenn er wie im Jahre 2000 erst zu Weihnachten ist.

Die Folge sind Hunderte von Unfällen mit vielen Toten. Ich frage mich, wie ein relativ intelligentes Volk so dumm sein kann, dass es von einem Jahr aufs andere vergisst, dass deutsche Winter eben doch nicht so ungefährlich sind und man ab dem 1.12. mit Winterwetter rechnen muss, nicht nur in den Bergen.

Ich finde es nahezu kriminell, wie die Verantwortlichen für die Straßen sich stets auf  Neue  überrascht geben, wenn Schnee oder Eisregen fällt. In einem Land, wo die Kehrwoche Bürgerpflicht ist, jeder im Fernsehen den Wetterbericht verfolgen kann, sollte man doch erwarten können, dass Verkehrswege auch im Winter benutzbar bleiben.

Und die Autofahrer könnten zusätzlich einmal lernen, dass man bei Schnee und Eis zuhause bleibt und sich nicht freiwillig in Lebensgefahr begibt. Es sind - statistisch gesehen - gerade drei Tage im Jahr wirklich gefährlich, an diesen Tagen sollte man es so halten, wie es in ähnlichen Situationen in Österreich heißt: Vor jeder nicht absolut nötigen Ausfahrt wird gewarnt!


TÜV geprüfte Autos sind gut

Immer wieder muss über die TÜV Gläubigkeit der Deutschen, besonders, wenn es um Autos geht, staunen. Dabei hat die TÜV Plakette wenig Aussagekraft über die Qualität eines Autos.

Die geprüften Eigenschaften kann auch jeder andere Fachmann sofort mit einem Blick sehen, und da der TÜV auch nichts garantiert oder behebt, dient sein Einsatz vor allem dazu, selbst Geld zu machen. Denn das Auto ist identisch dasselbe, vor dem TÜV und nach dem TÜV. Und alle unterstützen es.

Den einzigen wesentlichen Beitrag des TÜVs und ähnlicher Organisationen sehe ich darin, viele Neuwagen verkaufen zu lassen. Zur wirklichen Sicherheit trägt er wenig bei. Ein generelles Tempolimit auf 130 km/h und eine gute Pflicht-Fahrausbildung schon in unseren Schulen würde unsere Gesellschaft wesentlich besser vor schweren Unfällen und den 5.000 Toten jedes Jahr auf unseren Strassen schützen.


Je mehr PS, um so besser das Auto

Eine weitere, verheerende Folge des fehlenden Tempolimits ist die stets wachsende PS-Zahl der Autos. Natürlich muss man, wenn man überholen darf, auch überholen können. Die PS-Zahlen wachsen ständig, mit ihr auch die Aggressionen, denn problemlos ausfahren kann man diese Autos nur noch auf Rennstrecken.

Die Folgen sind Staus anstelle von fließendem Verkehr, hoher CO2 Ausstoß, hoher Energieverbrauch, unnötig teure Autos und schwerste Verkehrsunfälle.


Schilderwald gibt Sicherheit

Das Erste was ausländischen Autofahrern auffällt, sind die unzähligen Verkehrsschilder in Deutschland. Viele davon sind unnötig und sie verwirren nur. Sicherheit geben sie lediglich den Juristen, die die Streitsucht der Deutschen weidlich ausnutzen. Echte Gefahren sind nicht mehr im Dschungel der Verkehrsschilder zu erkennen.

Auch unendlich viele Schilder können Rücksicht und Vorsicht nicht ersetzen. Das sollten unsere Leitlinien sein. Es wäre wünschenwert das "Recht haben" durch andere Regeln zu ersetzen, z.B. damit, dass "Jeder Unfallbeteiligte mitschuldig ist".


Die Existenz der deutschen Hausfrau

Noch immer nimmt unsere Gesellschaft an, dass in jedem deutschen Haushalt eine Hausfrau waltet, die meist zuhause ist und nur darauf wartet, von Besuchern gestört zu werden.

Wie sonst kann man sich erklären, dass alle Zähler von Strom und Gas so im Hause versteckt sind, dass man nur mit ihrer Hilfe sie ablesen kann? Warum sind sie nicht in einem Schrank außerhalb des Hauses oder der Wohnung, wo das Personal der Energiewerke sie ohne fremde Hilfe ablesen kann?

Weil es diese wundersamen Hausfrauen gibt, sind auch die meisten Ladenschlusszeiten so eingerichtet, dass sie problemlos am Vormittag einkaufen können. Berufstätige haben davon allerdings wenig und ihr Stress in den Abendstunden ist somit vorprogrammiert.

Auf diese virtuelle - weil oft nicht mehr vorhandene - Hausfrau sind auch die Schulzeiten abgestimmt. Wen kümmert es schon, dass dadurch viele Kinder am Nachmittag keine Betreuung mehr haben? Und sie diktiert auch immer noch viele Themen des Tagesfernseh- und Radioprogramms.

Dass es auch Hausmänner gibt, wird als absolute Ausnahme angesehen. Ich sehe dies immer lächelnd dann, wenn mein Gegenüber im Gespräch erkennt, dass ich so einer bin.


Beamte streiken nicht

Denn sie dürfen es ja nicht. Aber es geschieht immer wieder. Die Erfahrung lehrt, dass sie dadurch keinen Schaden bekommen. Warum schützt man dann ihre Privilegien? Kann der Staat so leicht erpresst werden? Da wären klare Worte mit klaren Konsequenzen sehr zum Wohl der Bürger!


Gesetze gelten für alle gleich

Im Prinzip gelten unsere Gesetze für alle gleich. Aber meine Beobachtung der Praxis zeigt, dass einige Gruppen sich wenig daran halten, das sind besonders:

  • Die Mächtigen und die, die sich dafür halten, besonders jene in Politik, Justiz, Wirtschaft und Klerus. Was Jupiter darf, darf der Bauer noch lange nicht, sagten schon die Römer.
  • Bewohner der Hauptstädte außerhalb dieser.
  • Reiche und Fahrer PS-starker Autos.
  • Arme am Existenzminimum.
  • Fachleute, Berufsausübende und Einheimische, die sich gut auskennen.
  • Ausländer im Inland und Inländer im Ausland.
  • Unwissende, Kinder, Jugendliche, Dumme und Rücksichtlose.
  • Freche, Süchtige, Kriminelle, Anarchisten, Terroristen und Fanatiker.

Für viele scheint es chic zu sein, sich nicht an die Gesetze und Verordnungen zu halten. Denn man gilt dann als Macher, Pionier, Cleverle oder Vordenker. Vielleicht haben wir einfach zu viele Vorschriften? Mich tröstet diese Liste immer, denn ich komme mir dann nicht so dumm vor, wenn ich sehe, was sich andere erlauben, ich mich aber nicht traue. Denn sie dürfen es ja, ich aber - als Normalbürger - leider nicht.


Politiker wollen das Wohl der Bevölkerung

Die Menschen hätten dies zwar gerne so, aber es ist nicht die Realität. Andere Nationen durchschauen das Spiel der Politik wesentlich besser. Sie wissen, dass Politiker vor allem wiedergewählt werden wollen und nutzen dies auch als Machtmittel für ihre Zwecke.

Sie schreiben den Politikern ihre Meinung, wählen sie kühl ab, wenn sie lügen, ziehen sie zur Rechenschaft mit ihren Abstimmungsverhalten. Nichts davon hier. In Deutschland sieht man in den Politikern immer noch die Respektpersonen die den Staat vertreten und die sich fast alles erlauben können.

Und alle sind dann entsetzt, wenn sie merken, dass es so ist!


Politiker sind Heilige

In den USA müsste man noch dazu fügen: geschlechtslose Engel. Aber die Falscheinschätzung für Politiker ist auch hier schon schlimm genug. Glaubt denn jemand wirklich im Ernst, dass die Eigenschaften, die Menschen an die Spitze der Politik bringen und sie sich dort behaupten lassen, wirklich nur gute sind? Wie viele Intrigen haben diese Menschen überstehen müssen, wie viele Machtkämpfe, die fast ausschließlich mit unfairen Mitteln geführt wurden, haben sie durchgeführt? Wie viel Theater haben sie spielen müssen, um ihren Zielen näher zu kommen? Mit wie vielen blöden Medienleuten haben sie sich abgeben müssen?

Gracian sagt zu Recht: Große Menschen haben eine langen Schatten. Und ich füge mit meinen Worten dazu: Wer viel erreicht hat, der hat auch einige Leichen im Keller. Denn es geht gar nicht anders. Viel zu schwierig ist dieses Geschäft, als dass man es nur nach Gesetzen, Vorschriften oder Grundsätzen durchführen kann.

Mein Grundsatz ist, die Politiker vor allem nach ihren Leistungen zu urteilen (z.B. waren die getroffenen Entscheidungen zum Wohl des Landes / der Gemeinde?), sie nicht zu lange an der Macht zu lassen (nie mehr als 10 Jahre!), aber bei wirklichen Kleinigkeiten Amnestie zu gewähren. Denn ihr Wirken braucht Freiräume und ihre Bezahlung im Dienst (so hoch sie gegenüber normalen Löhnen auch erscheinen mag) ist hier nicht immer angemessen!

Allerdings würde ich auch ihre Ruhebezüge drastisch kürzen und sie bei Versagen (z.B. auch bei Nichteinhalten von Wahlversprechen) konsequent abwählen.


Leitungswasser kann man nicht trinken

Immer wieder werde ich schief angeschaut, wenn ich das Hahnenwasser trinke. Ich bin viel gereist und in fast allen Städten Deutschlands ist dank guter Technik das Leitungswasser perfekt trinkbar. Ich glaube, das Ganze ist nur ein Trick der Mineralwasserfabriken, um ihren Umsatz zu garantieren.


Buchpreisbindung schützt ein Kulturgut

Salopp würde ich sagen, sie schützt vor allem die großen Buchhändler. Aber wäre es nicht besser, sehr viel billigere und dafür weniger Bücher zu haben? Würden wir dann nicht mehr für die Kultur tun? Sind die Italiener oder Engländer keine Kulturnationen, weil sie keine Buchpreisbindung kennen?

Die Buchpreisbindung ist ein empfindlicher Eingriff in die Marktgesetze, der sich auch zum Schaden - vor allem - der kleineren Buchhändler auswirkt. Denn wenn der Preis nicht variiert werden kann, verlieren diese eine Möglichkeit, sich z.B. gegen die Internetbuchhändler abzugrenzen. Der Verlust des "Schnäppchens" senkt auch die Kauflust. Und trotzdem sind alle hier für die Buchpreisbundung, welch ein Unsinn! Überleben werden sie nur die Antiquariate, denn ihnen steht der Markt mit all seinen Möglichkeiten offen. Und Hauptprofiteure sind die Internethändler, wie Amazon,
denn sie können wirklich im großen Stil diesen festen Preis ausnutzen. Daran hat der Gesetzgeber sicher bei der Einführung nicht denken können.


Fussballnation

Nur noch in den Sportteilen der Medien ist Deutschland eine Fussballnation. Aber es fehlt schon lange die breite Basis in der Bevölkerung, die man für Spitzenleistungen braucht. Wo sind die Jungs, die auf den Straßen und Plätzen voll Begeisterung kicken? Die sitzen heute vor dem PC und spielen vielleicht dort noch ihr FIFA PC Spiel.

Kleine Korrektur

Die deutsche Fussballbegeisterung anlässlich der WM 2006 hat nicht nur die Experten, sondern auch mich überrascht. Klinsmanns Jugend hat zumindest temporär eine Wende gebracht.

Fussball ist ein Kampfsport, bei dem man auch seine Gesundheit riskiert. Wer will dies in einem reichen Land noch tun? Da ist doch das Risiko beim Tennis spielen viel geringer und berühmt werden und Geld verdienen kann man dabei auch. Die Erfolgreichen der früheren Jahre sind auch einfach zu alt geworden. Nicht nur die prominenten Spieler, vor allem auch die Funktionäre.

Es fehlt auch schon lange der nationale Druck. Warum soll sich eine Nationalmannschaft anstregen, wenn die Bundesligaspiele mit ihren Ausländern viel mehr Geld einspielen? Ich denke, Deutschland ist vor allem deshalb keine Fussballnation mehr, weil es den Deutschen egal geworden ist, wer gewinnt, so lange nur das Geschäft mit dem Fussball stimmt. Aber so offen spricht es keiner aus und die Medien werden noch lange mit dem Mythos Fussball ihr Geld machen können.

Oder anders ausgedrückt, wir sind einfach zu reich für diesen Sport geworden. Das ist doch keine schlechte Erklärung, zumindest eine, mit der wir doch zufrieden sein können.

Fussball EM Qualifikation San Marino - Deutschland am 6.9.2006

Sauberer Sport

Solange es Wettkämpfe gibt und solange man für sportliche Leistungen sehr viel Geld bekommt, wird es auch Versuche geben, mit allen, auch kriminellen, Möglichkeiten Sieger zu werden.

Sauber kann der Sport nur werden, wenn man das Geld aus der Branche nimmt und Sieger ignoriert. Da beides in Deutschland nicht denkbar ist, wird man sich stets erneut über Dopingfälle entrüsten können und nach "sauberen Sport" schreien. Kurzfristig sind dann alle empört und nach dem nächsten deutschen Sieg gegen internationale Konkurrenten ist dann alles wieder vergessen.


Ein Volk der Dichter und Denker

Den 'Dichtern' kann ich zustimmen, aber die 'Denker' scheinen doch stark unterbesetzt zu sein. Von einem Bildungssystem, das zum schlechtesten aller Industrie-Länder gehört (siehe Pisa-Studie), kann man auch nicht viel mehr erwarten.

Unsere Kinder werden viel zu wenig zum Denken animiert, die Schüler bleiben durch zuviel "Laissez-Faire" total unterfordert. Sie sehen immer nach den Noten, aber nicht nach dem, was sie gelernt haben. Sie gehen zu spät zur Schule und bleiben dort auch zu lange. Ihre Zeit an der Schule wird schlecht genützt, die Lehrinhalte sind praxisfremd und entsprechen nicht dem, was sie später als Erwachsene brauchen. Denken wird sehr oft durch Ideologie ersetzt, das heisst durch Nachplappern. Querdenker werden kaum ernst genommen. Eliten haben ein schlechtes Image, Lehrer, die Leistung fordern, werden abserviert. Viele engagierte Lehrer werden durch schlechtes Management frustriert und dass Bildungsfragen Ländersache sind, erweist sich als großer strategischer Nachteil.

Lediglich die Berufsausbildung ist großteils gut, aber sonst herrscht auf allen Ebenen großer Bedarf an Innovation, vielleicht sogar an Revolution in der deutschen Bildungspolitik.

Mein deutscher Sohn war 2001 total schockiert, wie er das Leistungsniveau der österreichischen Schüler seines Alters kennengelernt hat.  Er wollte gar nicht glauben, dass diese so alt wie er waren, weil sie so viel besser abgeschnitten haben.


Knoblauch stinkt

Unter diesem Vorurteil leide ich ganz persönlich. Ich esse gerne Knoblauch und ich finde er riecht gut, auch bei anderen. Aber über Geschmäcker kann man schlecht urteilen. Die meisten Deutschen lieben ja auch ihren Kaffee, den viele Länder mit Kaffeetradition als an der untersten Stelle, gerade noch etwas vor dem amerikanischen Coffee einordnen.


Freie Fahrt für freie Bürger

Kaum jemand hat hier freie Fahrt, nicht einmal auf den Autobahnen. Dieses Motto dient für mich nur dazu die Straßen als Austragungsort von Aggression und Dummheit zu bewahren.

Ich halte es auch für ein Ammenmärchen, dass das Schnellfahren zu guten Autos führt. Dann könnten sie Japaner, Spanier, Franzosen und Italiener auch keine guten Autos produzieren, was sie aber sehr wohl tun.

Leider helfen überzogene Forderungen, wie Tempo 100 auf der Autobahn, nur den bestehenden Status aufrechtzuerhalten. Aber warum nicht Tempo 130? Es geht doch auch in vielen anderen Ländern und macht das Fahren sehr viel angenehmer und den Verkehr flüssiger.


Menschen in Sozialberufen haben soziale Kompetenz

Es enttäuscht mich immer wieder wie viele Menschen mit angeblich guter Ausbildung ganz schlecht im Umgang mit anderen Menschen sind. Denken sie zuviel darüber nach, wie sie mit ihrer Umwelt umgehen wollen oder wollen sie mit ihrem Wissen manipulieren? Wo ist die Herzensbildung geblieben?

Ganz problematisch sind soziale Institutionen als Arbeitgeber. Haben sie ganz vergessen, dass ihre MitarbeiterInnen auch Menschen sind und dass Menschen auch eigene Bedürfnisse haben? Dass auch sie Familien ernähren müssen? Dass man von Gottes Lohn nicht satt wird?

Wie viel menschlicher geht es da in 'kapitalistischen' Unternehmen zu, die wissen, dass nur gut behandelte MitarbeiterInnen gute Leistungen vollbringen!


Kostenloses Studium sichert die Zukunft

Ich sehe viel mehr Schaden als Nutzen in den fehlenden Studiengebühren. Die Studien dauern zu lange, die Universitäten degenerieren zu Aufbewahrungsstätten, der Druck auf die Lehrer gute Vorlesungen zu halten ist gering.

Selbstverständlich sind begabte StudentInnen, deren Eltern sich das Studium nicht leisten können, mit Stipendien zu fördern. Aber wir tun uns als Gesellschaft keinen Gefallen, wenn wir die Universitäten generell durch die große Masse der Lohnsteuerzahler subventionieren und sie nicht auch selbst mehr Eigenleistungen erbringen lassen. Eine angemessene Studiengebühr würde viele Missstände an den Unis beseitigen.


Deutschland hat eine freie Marktwirtschaft

Wer einmal selbst ein Unternehmen gegründet hat, kann über diesen Satz nur lachen. Wie viele Vorschriften muss er doch beachten. Viele von ihnen dienen nur dazu die bestehenden Firmen und Institutionen zu schützen und Neues abzuwehren.

Nicht die sozialen Rahmenbedingungen unsere Marktwirtschaft will ich anprangern, sie sind wirklich ein Vorteil, z.B. gegenüber dem USA Kapitalismus. Nein, die vielen kleinen Anachronismen, die sich z.B. auch in einem extrem komplizierten Steuersystem ausdrücken, sie machen uns alle unflexibel und gefährden das Wachstum von Neuem.

Und dann wundern wir uns über dauerhaft hohe Arbeitslosigkeit und jammern über die mangelnde Risikobereitschaft von Jungunternehmern.


Deutsche sind sauber

Die deutschen Autos gehören sicher zu den gepflegtesten auf der ganzen Welt. Und die schwäbische Kehrwoche ist wahrscheinlich auch einzigartig. Aber es fällt doch auf, dass diese beiden Formen der Sauberkeit eher auf den Schein nach außen, als auch wirkliche Reinlichkeit aus sind.

Aber wie viele Menschen stinken hier schon am Morgen nach Schweiß, obwohl sie ein gut eingerichtetes Badezimmer haben, weil sie sich nicht mit Seife waschen. Wo sind in unseren Hotelzimmern die Bidets, um sich die Intimbereiche problemlos waschen zu können? Wo sind auf den allen Autobahnrastplätzen Toiletten? Wie viele Männer waschen sich nach dem Klogehen nicht die Hände? Wie viele Nobelkarossenbesitzer werfen nicht ihren Automüll einfach in die Landschaft?

Besondere Ferkel sind die Raucher und Raucherinnen. Ganz selbstverständlich werden die Kippen überall weggeworfen. Es ist nahezu undenkbar, sie selbst wieder in einem eigenen Aschenbecher einzustecken. Und auch die Hundebesitzer und Taubenfütterer in den Städten sind sich ihres Beitrags zur Verschmutzung der Städte überhaupt nicht bewusst.


Fleisch ist ein Stück Lebenskraft

Der Glaube an Fleisch als wichtigstes Grundnahrungsmittel ist groß. So erregt auch immer der folgende Witz eines befreundeten Metzgermeisters große Heiterkeit: Vegetarier werden auch nicht älter, sie sehen nur älter aus.

Aber mir - und vielen anderen - tut eine fleischreduzierte Ernährung ausgesprochen gut. Sie gestattet eine sehr aktive Lebensweise, ohne die übliche Verdauungsmüdigkeit und birgt keine Gefahr von Mangelerscheinungen, wie es bei extremen Vegetariern der Fall sein kann.


Bier, unser flüssiges Brot

Von den alkoholischen Getränken ist Bier sicher noch das harmloseste, aber dennoch ist es ein alkoholisches Getränk und fällt deshalb unter den Begriff Droge. Und ein regelmäßiger Biertrinker wird meist auch ein Alkoholkranker sein.

Nicht so im deutschen Sprachverständnis: So sind unsere zahlreichen Tübinger Punks keine Drogensüchtigen, sie sind nur dem Suff verfallen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der unerschütterliche Glaube an das Reinheitsgebot. Obwohl es nur ein Mittel ist, ausländisches Bier vom deutschen Markt fernzuhalten, glauben hier doch die meisten, dass deutsches Bier gesund und ausländisches Bier schädlich ist.


Gleichheit ist schon Gerechtigkeit

Dies ist sicher einer der großen Irrtümer unserer Gesellschaft: Alles was gleich macht, ist auch schon gerecht. Die Wurzeln dafür sind sicher vielfältig. Einige Passagen den Grundgesetzes, sowie die Praxis der Rechtsprechung haben sicher dafür den Ausschlag gegeben. Die Deutschen sind "gleichheitskrank", wie es ein Richter treffend formuliert hat. Wenn ich mir allerdings den Vorschlag der Deutschen zur Umsetzung der Antidiskriminierung anschaue, dann würde ich allerdings behaupten, einige leiden sogar am "Gleichheitswahn".

Aber so wie sich Freiheit und Gleichheit (der französischen Revolution) oft widersprechen, so tun es auch Gleichheit und Gerechtigkeit. Wie kann denn, wenn alle unterschiedliche Individuen sind, Gleichheit so erstrebenswert sein? Oder kommt hier nicht eher der Neid zum Tragen: Was du hast, das will ich auch haben. Mit dem Nebengedanken: Was mir gehört, geht dich nichts an! 


Berlin ist die bessere Hauptstadt

Die Entscheidung von Bonn nach Berlin zu ziehen ist in vieler Hinsicht bemerkenswert. Erstens weil sie ein Musterbeispiel dafür ist, dass die Menschen nichts aus der Geschichte lernen wollen. Zweitens, dass die Reise nach Abyline (bisher in der Managementliteratur das Musterbeispiel für idiotische Gruppenentscheidungen) dadurch eine neue Dimension bekommen hat. Drittens, dass der Glaube an einen Mythos (Berlin ist die Hauptstadt des geeinten Deutschlands) schrecklich teuer wird.

Das große Opfer für diesen Umzug wird das Deutsche Volk dadurch erbringen müssen, dass es mit den Politikern der Berliner Republik und ihren Entscheidungen leben wird müssen, die in Berlin nicht mehr so effektiv und auch so 'bescheiden' wie in Bonn arbeiten werden können. Gegen ihre kommenden Fehlleistungen werden die 10 Milliarden Euro, die der Umzug gekostet hat, wie ein Pappenstiel aussehen.

Berlin wird permanent große Kosten verursachen, deutschen Größenwahn fördern, den Militarismus wieder hoffähig machen, Ausländer abschrecken und wunderbare Schauplätze für chaotische Demonstrationen bieten. Für mich ist Berlin als Reiseziel gestorben. Schade um Bonn, ich habe es so geliebt. Es wird für mich stets die bessere, deutsche Hauptstadt bleiben.

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