Musik - Suggestion

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Ich stelle auf dieser Seite Beobachtungen und Erfahrungen zusammen, die sich verstreut auch in anderen Seiten auf www.buchegger.de, www.praxilogie.de oder www.inselliste.de finden. Damit sollte es für interessierte Leser und Leserinnen leichter werden, davon zu profitieren.

Ich bin als Ingenieur und Programmierer sicher kein gelernter Fachmann für dieses Thema, nur ein Autodidakt, der sich aber in der Praxis viel mit dem Einfluss von Musik auf das Verhalten von Menschen beschäftigt hat.

Meine Jugend in dem Kulturland Österreich, der langjährige Kontakt mit der katholischen Kirche, aktives Musizieren als Sänger und Gitarrist, die Hobby-Aktivitäten als Diskjockey und Musik- Rundfunkmoderator und vor allem das Sammeln von Pop-Musik haben mir viele Einsichten gebracht. Es hat mich dann immer wieder überrascht, wie nützlich diese - für mich - Selbstverständlichkeiten für andere Menschen wurden. Und so habe ich jetzt nach längerem Zögern sie alle auf dieser Seite zusammengefasst.

Was ist Musik für mich?   
Suggestion oder Manipulation 
Musik als Arbeitsmotivation
Musik als Urlaubsbegleiter
Hymnen
Warten mit Musik
Musik als Uhr
Werbeverführung mit Musik
Erotische Musik
Musik zum Tagträumen
Stille

Music Sales Suggestions

Literatur

Die heilende Kraft der klassischen Musik. Eine Entdeckungsreise zu mehr Kreativität und Lebensenergie von Stephanie Merritt

(Die heilende Kraft der klassischen Musik. Die CD dazu. Bach, Debussy, Mozart, Pachelbel, Vivaldi von Stephanie Merrit)

Aus der Seele gespielt. Eine Einführung in die Musiktherapie von Hans-Helmut Decker-Voigt, Eckhard Weymann

Klangreisen in die Seele.(mit CD). Die innere Stimme entdecken mit Musik. von Anna Elisabeth Röcker, Roland Spiegel

Musiktherapie Grundlagen, Formen, Möglichkeiten. von Wolfgang Strobel, Gernot Huppmann


Was ist Musik für mich?

Musik ist für mich eine Sprache der Seele. Sie kann mich fast augenblicklich in Stimmungen versetzen. Mich begeistern, trösten, beruhigen, mich erregen, motivieren, ablenken, erfreuen, ärgern, wach halten, einschlafen lassen. Die Liste ist fast beliebig lang und sie ist immer wieder auch widersprüchlich. Musik wird meist nicht auf verschiedene Menschen gleich wirken. Und trotzdem kann ein und dasselbe Konzert tausende von Gleichgesinnten in eine gemeinsame Stimmung versetzen.

Dabei sind für mich Texte eher nebensächlich. Sicher verstärken sie die Grundwirkung, aber sie dominieren fast nie mein Musikempfinden. Ich sehe das an der Instrumentalmusik, wo ich absolut keine Texte vermisse und an den vielen fremdsprachigen Titeln, deren Texte ich nicht verstehe. Ich denke manchmal sogar, dass das Konzentrieren auf Texte und die Suche nach ihrem Sinn das Empfinden sogar stört.


Suggestion oder Manipulation

Ob ich mich nun freiwillig und bereitwillig (Suggestion) oder mich gegen meine Absicht (Manipulation) von der Musik beeinflussen lasse, ist mir egal. Kritiker werden dies sicher bemängeln. Auf die Wirkungsweise wird dies sicher auch Einfluss haben, aber auf die Dauer wirkt Manipulation sicher ganz ähnlich wie Suggestion. Ich habe den freundlicheren Titel gewählt, weil mir bösartiges Handeln zuwider ist. Aber es wäre blauäugig anzunehmen, dass dies nicht möglich wäre und auch geschieht.

Auch will ich mich als Dilettant nicht weiter mit den theoretischen Grundlagen beschäftigen. Ob ich jetzt mit Reflexen, Unbewusstem, Alpha-Wellen, Autosuggestion, Meditation oder rechten und linken Gehirnhälften zu tun habe, ist mir ehrlich gesagt auch egal. Darüber sollen sich die Experten die Köpfe zerbrechen. Auch verstehe ich nichts von Musiktherapie, dafür gibt es ebenfalls Experten. Aber ich nehme hier gerne gute Links und Literaturvorschläge zu diesen Themen auf (E-Mail).

Musik kann durchaus auch süchtig machen. In meiner Clemens Collection sind die Kandidaten dafür mit dem Text ES WIRD EMPFOHLEN AM CD PLAYER DIE REPEAT EINSTELLUNG ZU WÄHLEN versehen. Ich habe aber diese Sucht als eher harmlos eingeschätzt. Gefahr besteht höchstens, wenn man aus Geldmangel beginnt, die Musik zu klauen. Aber ansonsten wird sie eher ein großer Quell persönlicher Freude werden. Allerdings wird die Familie das eher anders sehen, fürchte ich manchmal.

Screenshot der Musik Visualisierung

Mit Gforce kann man Musik auch visualisieren. Einfach mal ausprobieren!


Musik als Arbeitsmotivation

Solange ich nette Kollegen zum Arbeiten hatte und für Geld meinen Beruf ausgeübt habe, war mir das Problem der Arbeitsmotivation ziemlich unbekannt. Aber als ich dann allein vor meinem Rechner gesessen bin und viele Texte schreiben wollte, musste ich mehr Disziplin aufbringen, als ich gewohnt war.

Musik hat mir dabei sehr geholfen. Immer wieder dieselbe CD zum Arbeiten eingelegt und die Seiten wurden fast von selbst getippt, wie man sich an meinen umfangreichen Internetauftritten überzeugen kann.

Die CD Auswahl wurde sehr wichtig. Bewährt haben sich bei mir Jazz (z.B. Petrucciani), ruhige Musik (z.B. ENYA) und total unbekannte Musik, mit emotionalem Gesang (z.B. Yellow Land von Kai Reininghaus ). Gar nicht bewährt haben sich Rundfunksender, sie haben mir viel mehr abgelenkt als motiviert. Wichtig wurde, dass die Reihenfolge im voraus bekannt war, die Musik zwar abwechslungsreich, aber nie dominierend war.

Schlecht waren auch HIT-Sammlungen, damit waren zu viele andere Erinnerungen verknüpft, die abgelenkt haben. Wichtig waren dagegen lange Sequenzen und auch CDs mit sehr langer Dauer. Denn so blieb der Strom der Kreativität kaum unterbrochen.

Ganze Arbeits-Vormittage sind so verflogen und meine Produktivität war enorm. Auch noch nach einigen Jahren kann ich mit dem Hören dieser speziellen CDs (die alle auch den Weg in meine Inselliste gefunden haben) die Arbeitsstimmung zu dieser Zeit aktivieren, was beim Überarbeiten von Texten dann wichtig wurde.

So sehr sich diese Methode der Selbstmotivation bei mir und auch bei anderen, die sie übernommen haben, bewährt hat, sie eignet sich kaum für Gruppen. Denn es wird keine Musik geben, die alle gleichermaßen befriedigt und beflügelt. Und die stete Wiederholung wird dann soviel Gegenreaktion auslösen, dass die Musikberieselung eher als Hölle denn als Himmel empfunden wird.

Deshalb habe ich diese Musik auch immer über Kopfhörer angehört, schon alleine um die Nachbarn nicht zu stören, aber auch um mich noch mehr abzuschirmen und Umgebungsgeräusche auszuschalten.


Musik als Urlaubsbegleiter

Wer seinen Urlaub in einem südlichem Feriendorf verbringt und an Musik Interesse hat, wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine CD oder Cassette mitbringen. Die Animateure haben schon lange erkannt, dass sich mit der Musikatmosphäre in ihren Clubs gute Geschäfte machen lassen und bieten die jeweiligen Urlaubshits dann zum Mitnehmen an.

Und für einige Zeit werden diese Titel dann zuhause auch gehört und sie verlängern die Urlaubsstimmung auf angenehme Weise. Insofern sind diese Datenträger fast immer eine gute Investition, die man sich auch leisten sollte.

Aber auch wer individuell verreist, kann sich sowohl Urlaubsvorfreude wie auch die Erinnerung später daran vertiefen, indem er sich einen Soundtrack, wie ich dies nenne, vorbereitet. Zum Beispiel indem er sich schon vorab eine CD aus dem Urlaubsland kauft und sich damit einstimmt. Oder sich eine Zusammenstellung macht oder machen lässt, die er dann während des Urlaubs immer wieder hört und so diese Musik und das Urlaubserleben zusammenbringt.

Wie einem Film-Soundtrack wird man dann nach dem Urlaub mit dieser Musik sich den Urlaub wieder in Erinnerung rufen können und somit auch die Empfindungen in diesen meist außergewöhnlich schönen Tagen in den Alltag retten.

Dabei ist es gar nicht immer notwendig Urlaubstypisches als Grundmaterial zu nehmen. Wer denkt schon bei Korsika an Gerry Rafferty, bei Griechenland an Fausto Papetti oder bei Oregon an Sade. Und trotzdem assoziiere ich diese Länder mit diesen Interpreten, weil ich ihre vorher mir unbekannte Musik dort immer wieder hörte.

Viele Menschen nehmen sich ganz selbstverständlich Urlaubslektüre mit, nehmen sich auch Zeit für die Auswahl dieser Bücher und tragen auch ihr meist beträchtliches Gewicht. Aber nur wenige Menschen legen ein ähnliches Augenmerk auf ihre musikalische Unterhaltung zu dieser Zeit. Dabei kann man mit ganz wenig Aufwand (tragbarer CD-Spieler und einige CDs) sich nicht nur selbst erfreuen, sondern vielleicht auch noch für die Gastländer Gastgeschenke mitbringen, in dem man die CD- Kopien dann dort lässt und sich zuhause dann wieder die Originale anhört.

Ich selbst habe viel Aufwand mit der Auswahl und Herstellung von Urlaubssoundtracks betrieben und diesen nie bereut. Mein Lohn waren viele schöne Urlaube, die lange nachgewirkt haben und Souvenirs, die viel stärker als Fotos mich an diese schöne Zeit erinnert haben.


Hymnen

Darunter verstehe ich Musik, die Gruppengefühle erweckt oder fördert. Wo immer Menschen regelmäßig zusammenkommen, sollte man sich den Einsatz von Hymnen überlegen. Sie werden dann zu Kennmelodien der Events, der Organisationen, der Zeit. Man wird "schöne" Musik dazu auswählen, eher kurze Titel (maximal 1 Minute), denn sonst kosten sie zuviel Zeit, die man ja bei jedem Event dafür spendieren muss.

Kirchen kennen die Bedeutung von Hymnen schon seit langem, auch einige clevere Sportler, wie Henry Maske, setzen sie bewusst ein, aber das Feld für Hymnen ist weit und es wird kaum bestellt.

Für eine schöne Hymne wird man z.B. auch den Beginn einer Veranstaltung nicht versäumen wollen, sie unterstützt so auch die Pünktlichkeit. Ich habe z.B. als Bildungsmanager immer 10 Minuten vor einem Vortrag immer dieselbe schöne Sphärenmusik von Brian Eno (Thursday Afternoon) laufen lassen. Sie hat viele Menschen dazu gebracht schon rechtzeitig vor dem Vortrag zu kommen und entspannt diesen schönen Klängen zu lauschen. Sie hat assoziiert, dass Weiterbildung auch Spaß und Freude machen kann und den Zulauf dazu verstärkt.

In der Politik wird viel zu sehr der Missbrauch von Hymnen als ihr Nutzen gesehen. Warum schenkt man nicht allen Bürgern der EU eine CD mit der Europahymne? Solange wir keine gemeinsam akzeptierte Hymne haben, werden die Menschen sich nicht diesem Staatsgebilde anfreunden. Dass großer Bedarf nach der Europa - Hymne herrscht, sehe ich an den verzweifelten Mails, die mich dazu erreicht haben.

Aber auch Hymnen für den Arbeitsbeginn, z.B. in Großunternehmen, machen durchaus Sinn. Für ganz kurze Zeit bilden die Zuhörer eine große Einheit und ist die Musik gut gewählt, wird sie die Zuhörer lange beflügeln. Aber auch für die Pausen oder den Arbeitschluß sind Hymnen angebracht.

Aber auch Kulturveranstalter könnten viel mehr erreichen, wenn sie schöne Hymnen (z.B. Fanfaren) für Veranstaltungsreihen und Zyklen anbieten. Denn mit den passenden Hymnen können auch ganz unterschiedliche Veranstaltungen zu einer Einheit gebündelt werden. Und der Erinnerungswert wird stark gesteigert.

Ich empfehle wirklich über dieses Möglichkeiten mehr nachzudenken und den geringen Aufwand dafür nicht zu scheuen. Als wesentliches Element von "Identity" sind sie ein äußerst wirksames und dadurch auch preiswertes Mittel Gruppen und Organisationen zusammenzubinden.

Da immer mehr Firmen als Informationsanbieter anbieten, werden Signaturen, wie man sie früher nur von Wochenschauen, Rundfunk- und Fernsehanstalten kannte, allgemein immer wichtiger werde. Ich habe z.B. viele positive Mails zur Praxilogie bekommen, weil ich von Anfang an dort eine "Hymne" eingesetzt habe.


Warten mit Musik

Zum Thema "Warten" habe ich zwar in der Praxilogie geschrieben, aber die Rolle von Musik dazu zu wenig betont. Da Musik das Tempo vorgibt, kann man sie zeitlich nicht komprimieren und sie übernimmt so die Rolle eines externen Pulses oder Herzschlags. Die subjektive Einstellung zur Zeit ("sie steht still,", sie rast") wird dadurch objektiviert. Sie kann also ganz entscheidend das Warteverhalten beeinflussen, z.B. die Angst, die durch Warten entsteht, verhindern.

Trotzdem habe ich noch nie in Wartesälen oder Wartezimmern Musikangebote gesehen. Dabei wäre der Aufwand sicher auch nicht viel größer als der, der durch Zeitschriften und Journale verursacht wird. Lediglich in Kneipen und Restaurants finden sich Musikangebote für die Allgemeinheit und in Verkehrsmitteln (vor allem Flugzeugen) kann man sich neben visuellen Ablenkungen auch individuell Musik anhören.

Das Warteproblem hat man dann optimal gelöst, wenn die Wartezeit als so angenehm empfunden wird, dass man sie nur ungern unterbricht. Mit Musik wird dies möglich. Also Ärzte, vor allem Zahnärzte und Verantwortliche in Sanatorien, denkt doch mehr darüber nach, wie ihr eure Patienten glücklicher machen könnt.

Sammlungen ähnlich wie meine Clemens Collections sind gut geeignet, ein hochqualitatives, aber dennoch breites Repertoire anzubieten. Sicher kann man mit dem Hören der Musik auch heilende Wirkungen erziehen, aber darauf ziele ich gar nicht ab. Ich denke es würde schon genügen, wenn eine unangenehme Zeit durch Musik nur etwas angenehmer wird.


Musik als Uhr

Zu allem Zeiten hat man Musik als Uhr oder Uhrersatz eingesetzt. Als Weckmusik, als Zapfenstreich hat sie gedient, als Glockenschlag oder Glockenspiel hat sie Zeitgefühl vermittelt.

Aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten sie einzusetzen. Als ich noch viel in der Dunkelkammer gearbeitet habe, habe ich mit einem Tonband die Wartezeiten die Entwicklungszeiten festgelegt. So konnte ich in völliger Finsternis und ohne lästiges Weckerklingeln genaue Ergebnisse produzieren. Warum diese Idee nicht auch für andere Prozesse einsetzen? Etwa ein Violin-Konzert fürs Backen oder Braten, einen schönen langen Titel für die Massage, ein Gutenachtlied für die einschlafenden Kinder, eine Sonate für Härteprozesse, einen Pophit fürs Eierkochen?

Damit werden nicht nur die Dauer eines Vorgangs festgelegt, sondern es können auch die Empfindungen beeinflusst werden. Und mancher vorher unangenehme Zeitabschnitt kann dann viel erfreulicher gestaltet werden.


Werbeverführung mit Musik

Jeder kennt die Lockungen des Duftes von gebackenem Brot, der aus der Bäckerei strömt, den Duft von Leberkäse aus der Metzgerei, den Duft der Blumen der Blumenhandlung. Nicht immer entstehen diese Düfte zufällig, sondern sie werden als raffinierte Werbeträger eingesetzt. Sie sollen nicht nur motivieren einzutreten und zu kaufen, sondern ganz eindeutig auch verführen.

Akustische Reize werden aber kaum eingesetzt. Lediglich manche CD-Läden und Kaufhäuser spielen - meist sogar ziemlich lieblos - Musik ab, um auf ihr Angebot aufmerksam zu machen. Oft sind die Einstellungen viel zu laut, es wird viel wenig abgewechselt und fast nie wird zusätzliche Information angeboten. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, wie z.B. manche Virgin-Megastores, wo gute Disk-Jockeys Musik präsentieren.

Aber die Möglichkeiten auch mit Musik, Geräuschen und Tönen zu verführen sind natürlich nahezu unbegrenzt. Vom Reisebüro mit Musik des Ziellandes, vom Dönerstand mit türkischen Sounds, vom Uhrenladen mit Ticken und Glockenschlägen, die italienische Bar mit Italo-Oldies, das Bistro mit Musik aus Paris, dies sind ganz offensichtliche Beispiele, die man aber trotzdem nicht häufig vorfindet.

Aber Musik leistet noch viel Subtileres. Menschen gehen viel lieber in Kirchen, wenn sie dort passende Musik hören, öffnen leichter Türen, wenn dabei ein freundlicher Klang ertönt, entspannen sich leichter in der Sauna, wenn in einem Ruheraum unaufdringliche Harfenmusik erklingt und nicht nur das Surren der Klimaanlage zu hören ist.

Wer Menschen beobachtet wird viele Möglichkeiten finden, angenehme akustische Reize zu finden, die einladen, länger zu bleiben oder sich wohler zu fühlen.

Viele davon läuft heute eher unabsichtlich und nebenbei, u.a. denke ich, weil es an Experten dazu fehlt. So wie ein guter Diskjockey Stimmungen leicht erfühlen kann und die richtigen Antworten für sein Publikum findet, so sollte es mehr Menschen geben, die in einen Raum oder in eine Anlage gehen und sofort wissen, welche Sounds gut zu passen.


Erotische Musik

Wenn man zu den Grundwurzeln der Musik zurückgeht, dann ist neben der kämpferischen Aufgabe und der Sozialisierung sicherlich die Liebeswerbung die wichtigste Triebfeder für das Musizieren. Diese Funktion ist aber gleichermaßen so subtil und dominierend, dass man sie schon fast nicht mehr wahrnimmt.

Aber als erfahrener, alter Mann weiß ich sehr wohl um diese Wirkung und gebe sie auch bei den entsprechenden Sammlungen und Titeln auf meiner Inselliste an. Dort heißt es dann, gut geeignet für die Liebe oder zum Kuscheln. Oder Musik mit starker erotischer Komponente.

Welche Musik ist nun erotisch? Wahrscheinlich können dies fast alle Arten sein, wenn man sie nur mit den passenden Gelegenheiten in Zusammenhang bringen kann. Aber es scheinen doch vor allem der Rhythmus und das Tempo generell von Bedeutung zu sein. Walzer werden allgemein als erotisch eingeschätzt, genauso Tangos. In der Steigerung ist für mich der Lambada der ultimative Höhepunkt.

Aber auch Soul (z.B. King Curtis) finde ich super erotisch. Langsame Titel (bei mir dann mit (S) gekennzeichnet) sind erotischer als schnelle Titel, vertraute Titel anregender als experimentelles, lange Titel sind besser als kurze. Tiefe, vielleicht sogar auch rauchige Stimmen sind besser als hohe. Wenn man die diversen Kuschel-Rock und Kuschel-Klassik Ausgaben analysiert,  dann wird man sicher noch mehr Hinweise finden.

So schaffen Hits aus diversen Filmen sofort entsprechende Assoziationen. Auch Musik, die im Urlaub gehört wurde, kann stimulierend wirken. Musik aus fremden und geheimnisvollen Landen hat schon immer auch die Menschen verzückt, man denke nur an die diversen Hula-Moden im deutschen Schlager.

Aber wie gesagt, probieren geht auch hier über studieren und die Menschen sind sehr verschieden. Und so werden auch die Wege zu ihrer Seelen verschieden bleiben.


Musik zum Tagträumen

Aufmerksamen Leserinnen und Lesern wird auffallen, dass ich hier nichts von Meditation oder NLP schreibe. Dazu gibt es genügend Literatur anderswo. Aber einen profanen Aspekt, der in die selbe Richtung geht, will ich doch erwähnen, das Tagträumen.

Bei passender Musik, die sicher für verschiedene Menschen verschieden sein wird, kann man sich so wunderbar in andere Welten versetzen lassen. Mir kommen dann beim Zuhören viele kreative Gedanken, ich kann mich gut erholen und perfekt abspannen.

Wer sein reiches Seelenleben pflegen will, sollte diesem Aspekt der Musik durchaus Augenmerk schenken. Hier muss man einfach ausprobieren, worauf man anspricht. Von Klassik bis Modern Jazz eignet sich jede Musikform zum Tagträumen, wenn man sich nur darauf einstellen kann.

Ich empfehle sich dafür eine kleine Sammlung zuzulegen, indem man sich zuerst Musik ausborgt, die bei anderen funktioniert und sich dann die Scheiben kauft, die man dauerhaft selbst besitzen möchte.

Fast immer gut geeignet sind Soundtracks, von Filmen, die man mochte. Aber wie gesagt, hier gibt es keine allgemeinen Rezepte. Vieles was speziell für diesen Zweck angeboten wird, erweist sich dann als Schrott und anderes, das man nie mit Tagträumen in Verbindung gebracht hätte, wird zum Dauerbrenner.

Patienten, die sich in der Radiologie zu einer PET Untersuchung vorbereiten, werden mit Musik so ruhig gestellt, dass sich die Muskeln total entspannen (und man dann nur noch die Krebsaktivitäten messen kann). Auch hierzu eignet sich diese Musik zum Tagträumen bestens.


Stille

Bei allem Engagement für die Musik muss doch  zum Schluss ein wichtiges Wort über die Stille gesagt werden. Je mehr Überreizung durch Lärm, und dazu gehört durchaus auch manche Musik, stattfindet, um so mehr muss es auch Möglichkeiten der Stille geben.

Also darf man nie der Musik ausgeliefert sein. Aber es gibt ja zum Glück genügend technische Möglichkeiten sie abzustellen, vom Kopfhörer bis zum Ausschaltknopf. Aber es gibt einfach schöneres als absolute und dauerhafte Stille und das ist schöne Musik!


Music Sales Suggestions

Ganz zum Schluss noch einige Verbesserungsvorschläge (Suggestions) zum Vertrieb von Musik. Neben vielen anderen Problemen ist das Wichtigste:

Musik, die man hört, kann man nicht kaufen,
Musik, die man kaufen will, kann man nicht anhören.

Vor allem der erste Teil dieses Satzes bietet nun auch gleich kreative Lösungen zu diesem Problem an. Immer wenn man Musik hören kann, sind Vorrichtungen getroffen, dass man sie auch gleich kaufen kann. Hier einige Szenarios:

  • Du gehst ins Kino. Gleich an der Kinokasse kannst du nach dem Anschauen den Soundtrack erwerben.

  • Du gehst ins Restaurant. Die CD, die läuft, gefällt dir. Mit dem Bezahlen der Rechnung kaufst du sie gleich mit.

  • Du wartest im Flughafen. Ein CD-Spieler, ähnlich wie im Musikladen, vertreibt dir die Zeit. Du suchst dir die beste CD davon aus, bezahlst sie mit Kreditkarte und nimmst sie gleich mit.

  • Im Flugzeug kannst du die Musik, die es gerade zu hören gibt, auch gleich im Duty Free Shop erwerben.

  • Du hörst im Autoradio einen guten Titel. Du drückst auf einen Knopf und er wird für dich vorgemerkt (MOD Music on Demand). Ist eine CD voll mit deinen persönlichen Favoriten, bekommst du diese zugeschickt.

Ich denke, die Grundidee ist jetzt klar. Sicher kommt gleich die Frage auf: Warum geht denn das bisher schon nicht? Das ist doch alles so naheliegend, warum hat die Musikindustrie diese Vertriebswege noch nicht erkannt und wahrgenommen? Gute Frage!

 

Impressum Denkstelle Inselliste Festpark Spasspost Tübingen Praxilogie Werbung

© (P) 2006 Otto Buchegger, Tübingen

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