Mehr kleine Freuden

133 Kleine Freuden, 10€, 120 Seiten, ISBN  383706980X

133 Kleine Freuden von Otto Buchegger

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Ein Book on Demand von Otto Buchegger
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Der erste Band der Kleinen Freuden war ein großer Erfolg. Nicht kommerziell, denn kein Verleger hat diese einfachen Hinweise zur Freude gedruckt, wohl aber für viele Leserinnen und Leser, die nachempfinden wollten, was mir und meinen Freunden Spaß und Freude gemacht hat. Ich habe weitergesammelt, auch viele Anregungen über das Internet bekommen, und stelle jetzt 50 weitere 'Kleine Freuden' einer hoffentlich auch wieder zufriedenen Leserschaft zur Verfügung.

 

Duschen

Mit der richtigen Dusche kann man viel Freude erleben. Stark muss ihr Strahl sein und neben viel heißem Wasser muss sie vor allem auch kaltes Wasser anbieten können.

Duschen reinigt nicht nur den Körper von Schmutz, duschen erfrischt auch die Seele. Nach einer langen, verschwitzten Autofahrt, nach einer übernächtigten Flugreise, nach einem anstrengenden, stressigen Arbeitstag ist die Massage mit einer Dusche eine wahre Wohltat.

Ich liebe es zuerst heiß zu duschen und dann den Körper mit scharfem, kalten Strahl aufzuwecken.

Von meinen Freunden aus USA habe ich gelernt, dass man auch an heißen Tagen heiß duschen soll. Das würde besser abkühlen, als der Schock einer rein kalten Dusche. In heißen Ländern, wie in Südafrika, ist es auch durchaus üblich, sich bei jeder Gelegenheit zu duschen, mehrmals am Tag und durchaus auch außer Haus, sowie wir auch nicht nur zu hause zur Toilette gehen.

Mit Duschen kann man sich sexuell stimulieren. Sportler duschen gerne noch vor dem Wettkampf, um sich in ein gutes Siegergefühl zu bringen. Sogar im Weltraum, auf der Raumstation Mir, war eine Dusche installiert.

Hat man keine Dusche zur Verfügung kann man sich durch Abreiben mit feuchten Tüchern eine ähnliche Wohltat tun. Aber natürlich ist das nur ein Ersatz für eine richtige gute Dusche, mit einem Schlauch, viel Wasser, Hall zum Singen und viel Zeit.

Glas Wasser

Als junger Mann war ich sehr an Altersfragen interessiert und ich habe viele Menschen über ihr Leben befragt. Besonders in Erinnerung ist mir ein 70 Jähriger geblieben, der kaum älter als 40 ausgesehen hat. Er hat mir dann auch sein Geheimnis für seine Jugend verraten: jeden Tag viel Bewegung (er hat bei der Bahn gearbeitet und war Streckengänger, d.h. er ist die Bahngeleise abgegangen und hat sie dabei überprüft) und jeden Morgen ein Glas Wasser auf nüchternen Magen.

Das musste ich selbstverständlich ausprobieren und es hat auch mir gut getan. Einfach vor dem Schlafengehen ein Glas Wasser neben das Bett stellen und es beim Aufwachen austrinken. Dieses Glas Wasser regt schnell den Kreislauf an, macht wach und wer es regelmäßig trinkt wird auch weniger Probleme mit seiner Verdauung haben.

In England hat man diese Methode perfektioniert und man bekommt am Morgen seinen Morning Tea oder Morning Coffee ans Bett serviert. Das ist sicher eine Steigerung, aber dazu bin ich zu bequem. Und ein Glas Wasser tut es für mich auch.

Gutes Wasser ist für mich überhaupt das Größte. Ein Glas zum Essen, zum Kaffee, neben dem Computer beim Schreiben, auf dem Pult bei den Reden in meiner Vorlesung, eine kleine Plastikflasche mit Wasser im Auto. Ich habe sogar immer ein kleines Fläschchen Wasser in meiner Handtasche, das meinen Mund fit hält, wenn ich bei Stadtführungen viel und laut reden muss oder um beim Singen im Chor meine Stimme zu schmieren.

Bildungsfernsehen

Es ist leicht stets über das schlechte Fernsehprogramm zu schimpfen. Aber Fernsehen bietet ein große Auswahl und es sind wahre Juwelen im Programm versteckt. Wer Kabel- oder Satellitenanschluss, einen Videorecorder und eine Programmzeitschrift hat, ist gerüstet, diese Schätze zu bergen.

Leider werden die für mich guten Programme nicht regelmäßig ausgestrahlt, so dass ich das Schauen planen muss. Dazu lese ich das Fernsehprogramm aufmerksam durch und trage mir vielversprechende Sendungen in meinen Kalender ein.

Am ergiebigsten sind für mich immer noch die Themenabende von Arte tv. Sie haben mir eine unendliche Fülle von Informationen und Unterhaltung gebracht und meinen Horizont erweitert. Aber auch die Wissenschaftssendungen der dritten Programme sehe ich gerne.

Informationen aus der Wissenschaft für ein interessiertes Laienpublikum gibt es aber nicht nur im Fernsehen. Das Programm vieler Volkshochschulen und Universitäten (als Studium Generale) wird ebenfalls oft viel zu wenig genutzt, es könnte viel Freude machen!

Federball

Es gibt viele Sportarten, aber kaum eine, die man mit so wenig Aufwand, Vorbereitung und Kosten ausüben kann, wie das Federballspiel. Zwei Schläger, einige Bälle und ein Platz, z.B. auf einer ruhigen Straße, genügen fürs Vergnügen.

Selbstverständlich wird der Spaß größer, wenn man auch gut spielen kann, aber da die Vorbedingungen so gering sind, wird man es bald auch lernen. Federball spielen können auch sehr ungleiche Partner, z.B. Eltern mit ihren kleinen Kindern, weil der Bessere die Fehler des Schlechteren kompensieren kann.

Man braucht keine spezielle Kleidung, keine speziellen Schuhe, die Ausrüstung kostet wenig, der Verschleiß ist gering. Wer daran Gefallen gefunden hat, wird sich dann allerdings bessere Schläger kaufen wollen, aber auch schon sehr gute kosten weniger als 100 DM. Das Spiel kann man problemlos, sogar auf Wanderungen, mitnehmen.

Etwas experimentieren wird man mit den Bällen müssen. Die Turnierbälle fliegen für die Straße zu langsam, da mein Hauptspielpartner, mein Sohn, und ich schon ganz ordentlich spielen, ziehen wir die etwas schwereren und schnelleren Bälle vor. Damit kann man so richtig draufheizen.

Die optimale Zeit für unser Spiel ist der Abend. Ohne Sonne und ohne Wind geht es am besten. Ein halbe Stunde schnelles Spiel trainiert den gesamten Körper, macht Spaß und sichert einen guten Schlaf.

Rad fahren

Seit meiner Jugend fahre ich Rad, früher weil es das einzige Verkehrsmittel war, das mir zur Verfügung stand, später aus ökologischen Gründen und heute weil es meinem Körper und vor allem meiner Seele gut tut.

Viele Probleme habe ich beim Radfahren gelöst, viele Gedanken sind mir dabei gekommen und viele nette Menschen habe ich dabei kennen gelernt. Viele schöne Gegenden habe ich beim Radeln erlebt und immer das Gefühl gehabt, meine Umwelt gut wahrzunehmen. Natürlich war ich auch gelegentlich unvernünftig und habe mir beim Radeln auch Stress zugemutet oder aufdrängen lassen. Aber unter dem Strich, war das Radfahren eine stete Quelle kleiner Freuden.

Im Laufe der Zeit habe ich viele, nützliche Tipps zum Radfahren gesammelt, die es auf einer Extraseite im Internet gibt. Wichtig erscheint mir, dass man sich ein gutes und dem Verwendungszweck angepasstes Rad kauft. Auch teure Räder sind im Vergleich zu Autos noch immer sehr billig, da darf man schon etwas tiefer in die Tasche langen.

Ich benutze für verschiedene Aufgaben verschiedene Räder, für die Stadt ein billiges, altes, um das es nicht allzu schade ist, wenn es geklaut wird. Für Radurlaube ein neues, teures und bequemes.

Und wer Freude am Radfahren hat, wird sich auch Werkzeug für eine kleine Werkstätte zulegen. Denn auch das Warten, Reparieren und Verbessern macht Spaß. Besonders wenn man die richtigen Hilfsmittel dazu hat.

Hobby-Handel (Flohmärkte)

Mit Handel kann man nicht nur reich werden, die Tätigkeit an sich ist schon befriedigend. Sie fördert Kontakte, Handel motiviert zum Reisen, Handel löst Probleme, ständig entdeckt man Neues.

Aus diesem Grund üben viele Menschen Handelsaktivitäten aus, z. B. auf Flohmärkten, Basaren, bei ebay, aber auch in der Nachbarschaft, in der Verwandtschaft.

Jeder kennt den Reiz von Flohmärkten. Auch wenn daran meist nur die Organisatoren wirklich verdienen, so ist doch die Atmosphäre auf Flohmärkten einmalig. Sich daran zu beteiligen, bereichert das Leben vieler Menschen.

Bei vielen von ihnen steht wirklich nicht der Gelderwerb im Vordergrund, sondern der Nebennutzen, etwa um mit dem Handel eine Sammlung aufzubauen. Manchmal allerdings kann so ein Hobby auch eine erfolgreiche Geschäftsgrundlage werden. So kannte ich einen Wiener Universitätsprofessor der im Ruhestand mit seinem Uhrenhandel mehr als mit seinem Einkommen verdient hat.

Aber dies wird die Ausnahme bleiben. Aber sicher bereichern wird der Spaß, den dieser Hobby-Handel macht, die Freude der kleinen Erfolge, der Zuwachs an Menschenkenntnis, die Reputation, die man sich damit erwerben kann.

Schreiben auf Karton

Obwohl ich fast nur mit dem Rechner schreibe, so kann ich mich doch nicht der Faszination entziehen, die gutes Schreibgerät und gutes Schreibpapier auf mich ausüben. Besonders das Schreiben auf Karton macht mir besonders Spaß.

Früher habe ich mir eigene Blocks mit extrastarkem Papier (mehr als 120g/qm, sogenannte Chefblocks, sie gibt es auch in manchen Läden zu kaufen) leimen lassen, heute hebe ich mir die Kartons auf, die z.B. in Wäschepackungen als Versteifungslage sind. Manche schneide ich mich dann in ein kleines Format zurecht und verwende ich ähnlich wie Karteikarten. Andere hebe ich mir in ihrer Größe auf. Sie sind bestens geeignet, um sie mit Mindmaps zu beschreiben oder um auf ihnen zu zeichnen.

Auf diesen Kartons kann man auch hervorragend mit Kugelschreibern schreiben, man spürt so richtig, wie sich die Kugel ins Papier drückt. Und sie sind auch gut für Bleistifte geeignet. Die Kartons beflügeln zum Schreiben und Zeichnen, es wäre viel zu schade, sie einfach in den Papiermüll zu werfen.

Aphorismen sammeln

Schon als junger Erwachsener haben mich Sätze fasziniert. Kurze Aussagen, die die Weisheit ganzer Generationen zusammengefasst haben. Sätze mit wenigen Worten, die stundenlange Geschichten erzählt haben. Worte, die Revolutionen entfacht haben. Lebenserfahrungen, die ich nicht selbst leben wollte. Erkenntnisse, neue Sichtweisen, an denen ich vorher blind vorübergegangen bin.

Ich habe so ab 40 mir diese Sätze aufgeschrieben, ich habe damit begonnen - das war mir am Anfang gar nicht so klar -, Aphorismen zu sammeln. Die Autoren waren mir dabei ziemlich egal, wichtig allein war die Wirkung, die der Satz auf mich gemacht hat.

Inzwischen sind die meisten meiner gesammelten Aphorismen im Internet veröffentlicht und ich sehe mit Freuden, dass sie auch auf andere Menschen wirken. Im Lauf der Zeit habe ich einen Stil bevorzugt, der durch folgende Eigenschaften geprägt ist: Kurz/knapp, mehrdeutig/vieldeutig, kantig/widersprüchlich, behauptend/erzählend. Dies ist etwa der Stil, der auch für Buchtitel gewählt wird.

Beispiele dafür sind: 'Männer und Frauen passen nicht zusammen'. Wie viel Weisheit steckt da dahinter! Wie viele Bücher sind zu diesem Thema nicht schon geschrieben worden! Solche Sätze bevorzuge ich. Oder: 'Alle Menschen sind Ausländer, fast überall'.

Oder: 'Reichtum ohne Kriminalität ist unwahrscheinlich'. Dies kann man interpretieren 'Nur durch kriminelle Handlungen wirst du reich' oder 'Reichtum zieht Kriminalität an' oder 'Wer reich ist, war oder ist auch kriminell'. Auch diese Kategorie von Aussagen liebe ich.

Menschen, die gerne viel und weitschweifend reden, hassen diese vereinfachenden, knappen Formulierungen. Auch wer immer alles erklären will und nur die Ausnahmen dieser Behauptungen sieht, wird keine Freude daran haben. Aber viele Menschen haben - so wie ich - große Freude an diesen Statements.

Neben dem praktischen Nutzen dieser Sammlungen (man kann sie für Reden verwenden, Bücher und Artikel damit schreiben), ist vor allem ihr Wert zur Selbsterkenntnis wichtig. Die Worte, die auf dich wirken, sind für dein Denken und Handeln bedeutsam. Du wirst also viel über dich erfahren, wenn du dir deine eigene Sammlung aufbaust.

Refugium - die Rückzugsmöglichkeit

Nirgendwo kann es so schön und gut sein, dass man sich nicht auch davon gelegentlich zurückziehen möchte. Es braucht ja nicht immer gleich eine Flucht für immer sein, nein, einfach eine vorübergehende Abwechslung tut es meistens.

Aus diesem Grunde habe ich mir einige Rückzugsorte ausgesucht und ich glaube jeder sollte sich auch bewusst machen, dass er oder sie dies braucht und sich einen analogen Bereich auswählen.

In der Firma war es die Bibliothek, die perfekt dafür war. Wenn gar nichts mehr ging, konnte ich immer noch auf die Toilette ausweichen. Eine schöne Möglichkeit ist immer auch die Kaffeepause.

In meiner Wohnung ist der Platz vor dem Rechner, an dem ich ziemlich ungestört denken kann. Oder das intensive Hören schöner Musik über den Kopfhörer. Wenn ich vom Rechner genug habe, flüchte ich in die Hausarbeit. 15 Minuten Staubsaugen macht mich wieder für geistige Arbeit bereit.

Wenn in meiner Stadt Tübingen zuviel los ist oder wenn mir alles stinkt, weiche ich ins nahe Rottenburg aus. In Tübingen selbst habe ich einige Plätze, die gleichzeitig Abwechslung bieten, aber doch friedlich und beschaulich sind.

Die gemeinsame Eigenschaft aller dieser Refugien ist, dass sie nahe und damit leicht erreichbar sind, dass sie Abwechslung bieten, dass sie erholsam sind und vor allem, dass man in ihnen ungestört ist. (Handybesitzer sollten es sich zur Gewohnheit machen, in den Refugien prinzipiell das Handy abzuschalten). Wir alle brauchen solche Orte, wir sollten sie suchen, hegen und pflegen und wahrscheinlich müssen wir sie auch geheim halten, sollen sie ihren Zweck weiterhin erfüllen.

Wärmelampen - Rotlichtlampen

Meine jugendlichen Leser werden hier gleich an ihre Großeltern denken müssen. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass die Wärme von Rotlichtlampen auch bei jungen Menschen wunderbare Wirkung erzielen kann. Und für sie gilt ganz besonders, was auch zum Thema meiner Praxilogie wurde: Warum hat mir denn das niemand schon früher gesagt?!

Sie kosten wenig und ihr konzentrierbare Wärme hilft nicht nur bei Krankheiten. Soweit ich weiß, ist ihre Strahlung auch absolut bedenkenlos und hat - nicht übertrieben angewandt - auch keinerlei schlechte Nebenwirkungen.

Vor dem Gesicht denkst du gleich an einen Sonnenstrand im Süden oder du spürst die Wärme eine Lagerfeuers oder Kamins. Am Rücken können sie eine Massage ersetzen, an den Gelenken Schmerzen lindern, an den Füssen entspannen und Stress abbauen.

Rotlichtlampen sollten den Geruch von Altersheim loswerden. Sie sind - speziell in unseren Breiten - ein Quelle von Freude, Entspannung, Erholung und Gesundheit. Vielleicht finden sich einige Designer, die dem Rechnung tragen und sie besser in unsere Wohnlandschaften integrieren.

Billig Reisen

Reisen ist im Normalfall nicht ganz billig. Aber wer Zeit hat und flexibel ist, kann sich wirklich billige Reisemöglichkeiten suchen. Es muss ja nicht nur Autostoppen (zu gefährlich, oft auch verboten) sein, in vielen Orten gibt es Mitfahrzentralen, die dafür einen besseren Service leisten.

Man sollte auch die bekannten Last-Minute-Angebote einmal ausprobieren, da sind außerhalb der Hauptreisezeiten wirkliche Schnäppchen dabei. Zum Beispiel im Winter Flüge nach Mallorca, die billiger sind, als manche Taxifahrten zum Flughafen! In vielen Orten führen Busunternehmer regelmäßige und sehr preiswerte Busfahrten zu speziellen Events oder als Städtefahrten durch. Hier handelt es sich um reguläre Fahrten, ohne Verkaufsveranstaltungen.

Ein besonderer Genuss aber sind für mich Bahnfahrten. Mit den Wochenendtickets der DB, so teuer sie inzwischen auch geworden sind, kann man immer noch auf exzellente Weise sein näheres und weiteres Umfeld erforschen. Das Haupt-Problem der Wochenendtickets, die richtigen Verbindungen mit den Eilzügen zu finden, ist durch das Internet gelöst. Einfach bei der Fahrplanauswahl die entsprechenden Züge angeben und schon hat man seinen Reiseplan in der Hand.

Mit etwas Kreativität kann sich so richtige Traumrouten zusammenstellen. So kann man z.B. von Tübingen über Aulendorf (daran würde man sonst überhaupt nicht denken) nur mit einmal Umsteigen bis nach München - durch fast ausschließlich wunderbare Landschaften - fahren. Und mit einem weiteren Umsteigen kommt man sogar bis Salzburg!

Besonders junge Menschen, die aus ihrer Kindheit fast ausschließlich nur Autofahrten und Flugreisen kennen, sollten sich einmal zusammentun und mit dem Zug die Welt erforschen. Da gibt es viel mehr zu erleben und zu sehen!

Kochen

Kochen ist für viele eine Last, besonders wenn sie es für andere tun müssen. Aber wer es freiwillig tun kann, nicht allzu sehr auf das Geld achten muss und einen nahen Markt mit guten Produkten zur Verfügung hat, für den kann es wunderbare Freuden bieten.

Kochen ist eine der wenigen Kunstfertigkeiten, deren Produkt man uneingeschränkt selbst genießen kann. Wer kann schon seine Musik, die er selbst spielt, entspannt hören oder sich selbst erfolgreich massieren? Das geht meist nicht, aber beim Kochen kann man dann die Schürze ablegen und sich an den gedeckten Tisch setzen und genießen!

Kochen bereitet so nicht nur Futter für den Leib zu, sondern es wird auch ganz wichtig für die Seele. So konnte ich erfolgreich mehrfach Heimweh mit dem Kochen meiner Lieblingsessen überwinden. Leider macht es auch dick, aber das scheint - zumindest bei mir - ja auch gut für die Seele zu sein.

Viele schätzen auch die sozialen Vorteile des Kochens. Man kann ich der Gruppe kochen oder für liebe Gäste kochen. Aber mir selbst ist der eigene Nutzen am wichtigsten. Das Essen genauso, wie ich es will, wann ich es will, so gewürzt, wie ich es will (d.h. mit viel Knoblauch) in der richtigen Menge und schön serviert, was will ich mehr?

Viele junge Menschen, vor allem Männer, weichen dem Kochen aus. Das finde ich sehr schade, sie verlieren damit wirkliche Lebensqualität. Denn Kochen zu lernen ist leicht, die wirkliche Kunstfertigkeit wird sowieso erst durch die Übung kommen. Wer auch nur einmal im Monat ein neues Rezept ausprobiert, wird bald ein großes Repertoire an guten Speisen für sich selbst haben.

Seine Lieblingsrezepte wird man in einem persönlichen Kochbuch sammeln. Wie in einem Joy-Book kann man dann bei Bedarf nachschlagen und sich seine ganz persönliche Freude zubereiten.

Unbekannte Orte aufsuchen

Ich versuche wenigstens einmal pro Jahr an einen Ort zu kommen, an dem ich vorher noch nicht war. Das klingt so trivial, aber viele Menschen, besonders wenn sie älter werden, schaffen dies nicht mehr. Ich suche mir dann ein Ziel aus, von dem ich z.B. über das Internet oder das Fernsehen schon Informationen habe und versuche es dann selbst auch zu entdecken.

Viele schöne Ausflüge und Erinnerungen haben sich daraus ergeben. Und die weißen Flecken auf meiner persönlichen Landkarte werden immer weniger. Aber es gibt interessante Varianten dazu. Wer etwa regelmäßig eine lange Strecke zu fahren hat, sollte einmal eine Pause an einem Ort machen, an dem er vorher noch nie gehalten hat. So bin ich oft an Ulm und Augsburg vorbeigefahren, bis ich dort dann für einige Stunden unterbrochen habe und dabei zwei wunderschöne Städte kennen gelernt habe, denen ich dann später einen eigenen Besuch gewidmet habe.

Aber auch im Kleinen bewährt es sich, Neues zu erforschen. In einen Laden zu gehen, in dem du vorher noch nie warst, einen Hinterhof sich anzuschauen, vom du nur die Fassade des Hauses kennst, auf einer Bank zu sitzen, auf der du noch nie verweilt hast.

Sicher werden dabei auch einige Misserfolge sein, aber wer Pleiten nicht riskiert, wird auch nicht von Neuem profitieren. In jedem Falle wirst du dadurch dazu lernen, deinen Horizont erweitern und flexibel beim Denken bleiben.

Vorlesen

In Tübingen gibt es seit 1994 die Gutenachtgeschichten. Hinter der Stiftskirche treffen sich an lauen Sommerabenden viele Menschen und hören den Vorlesern und Vorleserinnen zu. Geboten werden Kurzgeschichten, Limericks, kurze Theaterszenen. Der Veranstalter dieser erfolgreichen Einrichtung, die lokale Zeitung, das Schwäbische Tagblatt, hat nur wenig Vorbereitungen zu treffen. Bierbänke werden aufgestellt, der Vorleseplatz ist ein altes Sofa auf einem Podest, dazu noch eine Lampe, inzwischen auch eine Lautsprecheranlage, das ist alles.

Die Stimmung an diesen Abenden ist ausgezeichnet, aufmerksam hören die Menschen zu, in den Pausen wird viel geredet und der mitgebrachte Wein ausgetauscht. Menschen könne ihr Talent als Erzähler oder Schauspieler beweisen, Paare lernen sich kennen, Kinder schlafen zufrieden in den Armen ihrer Eltern ein. Viele Menschen werden glücklich gemacht, und dies alles mit so wenig Aufwand. Eine Einrichtung, die man fast überall nachahmen kann und die viel Freude macht.

Musikempfehlungen

Musik zu kaufen ist schwierig. Denn man kauft fast immer die Katze im Sack. Meist kann man die Musik nicht vorher ausgiebig hören und die Qualität des Covers sagt fast gar nichts über die Musik aus.

Um so dankbarer bin ich daher für passende Musikempfehlungen. Ich habe auf diesem Gebiet viel ausprobiert und weiß heute, dass ich die Empfehlungen z.B. des Sterns total vergessen kann, er trifft überhaupt nicht meinen Geschmack.

Findest du aber Gleichgesinnte, dann halte diesen Kontakt aufrecht. Er wird dir viel Freude bereiten und auch helfen Geld zu sparen. Meist wird es jemand sein, der etwa gleich alt wie du ist, eine ähnliche Lebenserfahrung prägt doch sehr den Geschmack.

Ich bin glücklich über die Empfehlungen in der Brigitte. Schon seit vielen Jahren versorgt er mich mit Geheimtipps und auch Empfehlungen aus der Hitparade, die mir wirklich genutzt haben. Brigitte, ich danke dir! Ich wünsche mir nur, dass die von dir empfohlenen Titel auch besser aufbereitet werden, damit ich z.B. mit einer Liste in der Hand im Plattenladen die Titel auch finde, oder dass ich sie auf einer Internetpage auch einfach bestellen kann.

Dankbar bin ich auch allen Wirten, die persönlich ausgewählte Musik in ihren Räumen spielen. Auch hier habe ich oft gute Empfehlungen mitnehmen können. Leider fehlen auf diesem Sektor immer noch Entscheidungshilfen. Die Platzierung in der Hitparade ist selten eine gute Aussage darüber, welche Freude man aus dieser Scheibe auch ziehen wird.

Die kleine Rache der Radfahrer

Schadenfreude ist angeblich die schönste Freude. Ich will nicht blauäugig sein, auch mir kommen gelegentlich Rachegedanken und einige führe ich auch aus. Allerdings halte ich mich an die Regel, keinen dauerhaften oder gefährlichen Schaden zuzufügen, aber lästig dürfen sie schon seine, meine kleinen Rachen.

Ich wende sie an, wenn mir jemand Böses zufügt. Oft passiert dieses nur aus Gedankenlosigkeit und dann werden die Übeltäter mit meinen Gegenreaktionen konfrontiert und zum Nachdenken gebracht. Wer sich immer nur alles gefallen lässt, wird schlecht leben.

Besonders im Kampf Radfahrer gegen den Rest der Welt hat man ein weites Spielfeld für kleine Rachen. Es darf ja ungestraft jeder Autofahrer und Fußgänger das Leben der Radfahrer erschweren, da muss man - zumindest in Tübingen - schon auf Selbsthilfe sinnen.

Wenn parkende Autofahrer die Radwege versperren ist es für mich immer noch die befriedigendste Reaktion die Autos anzuspucken. So richtig kräftig auf die Windschutzscheibe. Wenn es niemanden gefährdet, kann man auch ihre Scheibenwischer hochstellen, auch das ist lästig für die Autofahrer. Oder vorbereitete Kärtchen mit den entsprechenden Hinweisen unter die Scheibenwischer klemmen, auch dieses hilft.

Fußgänger, die die Radwege blockieren, wird man mit einer lauten Klingel etwas auf ihr Fehlverhalten hinweisen müssen. Gewiefte Radfahrer haben dafür sogar Presslufthupen, die man an der Tankstelle aufladen kann und deren Sound auch für Autofahrer in Bewegung unüberhörbar ist (sie findet man im Internet unter " Air Zound Rechargeable Bicycle Horn ").

Für die Radfahrer, die Underdogs des Verkehrs, gegen die alle sind und die keine Freunde haben oder Beschützer, sind diese kleinen Rachen oft der einzige Ausweg, sich zu moralisch zu behaupten.

Freudenchronist

In unserer schnelllebigen Zeit werden immer weniger freudige Erlebnissen festgehalten. Natürlich gibt es für Privatpersonen immer noch Fotos und Videos von Geburtstagen, Hochzeiten und Festen, aber die Freuden des Alltags, speziell von Gruppen, gehen meist undokumentiert vorbei.

Dabei sind gerade diese oft eine Dokumentation wert, denn bei jedem Anschauen wiederholt sich das gute Gefühl, das man auch schon beim ersten Erleben hatte.

Ich habe deshalb über viele Jahre das Leben in Vereinen, Chören und auch meinen Lieblingskneipen dokumentiert. Die Ergebnisse in Form von Fotos, Zeitungen, Videos, CDs, Posters und heute auch Internetseiten haben mein Leben und auch das meiner Kolleginnen und Kollegen sehr bereichert.

Speziell die Internetseiten haben eine große Ausstrahlung. Zum Beispiel die Seite über meine Lieblingsbar. Wenn ich verreise, sehe ich sie mir selbst an und nehme mit meinen Gedanken gleich wieder teil an den vielen schönen Stunden, die ich dort erlebt habe. Und ich sehe auch an den begeisterten Zuschriften, dass es anderen Menschen ähnlich geht.

Wer Chronist für freudige Ereignisse wird, hat selbst was davon und vervielfältigt die Freude vieler Menschen.

Personal Host

Viele Reisende wünschen sich in einer fremden Stadt persönliche Betreuung. Jemanden, der mit ihnen herumgeht, ihnen nicht nur die üblichen touristischen Plätze zeigt, sondern mit ihnen auch in Läden geht, sie beim Kauf berät, mit ihnen Essen geht und ihnen Aktuelles über das Leben der Stadt erzählt.

Durch meinen großen Bekanntenkreis und durch meine Tübingen-Seiten im Netz kommen solche Anfragen auch an mich. Wenn ich Zeit habe, komme ich dem gerne nach und habe auf diese Weise schon vielen Menschen meine Stadt gezeigt.

Die Besucher und Besucherinnen wollen vor allem Geheimtipps, etwas, was sie dann später als Insider auszeichnet. Also gehe ich mit ihnen dorthin, wo ich denke, das könnte zu ihnen passen.

Allerdings spare ich auch bei ihnen manche Plätze aus, weil ich meine Refugien damit selbst schütze. Aber es gibt ja immer noch genug zu sehen.

Meinen Leserinnen und Lesern empfehle ich, sich über ihre Städte auch soweit zu informieren, dass sie sie Fremden zeigen können und dann noch ihre eigenen, persönlichen Erfahrungen einzubringen. In unserer mobilen Welt kann man damit anderen Menschen viel Freude machen und mit seiner Gastfreundschaft zusätzlich zur Verständigung zwischen den Menschen beitragen.

Ein Problem scheint oft die Bezahlung für diese Dienste zu sein. Dies ist bei mir von vornherein geregelt, mein Honorar besteht aus einer Einladung zum gemeinsamen Essen oder zum Eis. Damit sind alle, ich inklusive, sehr zufrieden und auch die Wirte meiner Stadt finden das gut!

Wegwerfen, ausmisten, reduzieren

In meiner Praxilogie ist diesem Thema ein eigenes Kapitel gewidmet. Aber es lohnt sich auch hier ein Hinweis dazu. Vieles, was wir besitzen wird zur Belastung. Deshalb spüren wir Freiheit, wenn wir ausmisten.

Ich nehme mir diese Phase ganz bewusst vor, so nach dem Motto: heute wird ausgemistet. Meist kommen diese Phasen, wenn ich wo zu Besuch war, wo die Menschen unter ihren Gütern schier untergegangen sind, z.B. bei manchen alten Leute, die noch die Kriege miterlebt haben und einen ausgeprägten - oft krankhaften -Sammeltrieb bekommen haben.

Oder wenn Sperrmülltermine anstehen. Dann fällt es besonders leicht. Aber auch wenn ich Umzüge beobachte, werde ich motiviert.

Die Regeln fürs Ausmisten sind leicht. Im Kühlschrank, Lebensmittelschrank und Arzneischrank leitet mich das Verfallsdatum. Bei der Wäsche und Socken die Löcher, bei Kleidung die Tatsache, dass ich sie nicht trage. Bei Büchern ebenfalls die Nutzung, bei Dokumenten die Aufbewahrungsfristen. Was nicht repariert wurde, aus welchen Gründen auch immer, kommt ebenfalls weg. Dein Ziel hast du erreicht, wenn überall wieder Platz herrscht. Wenn du kannst, dann lasse diesen Platz leer, diese Leere ist gut für dich.

Wo immer ich kann, versuche ich noch Geld mit der Ware zu machen, aber im Zweifel siegt einfach der Platz über Geld. Unvernünftig bleibe allerdings auch ich bei Dingen, die wenig Platz brauchen, wie z.B. alte, kaputte Armbanduhren oder an denen - wie bei Musik - mein Herzblut hängt.

Aber ansonsten genieße ich nach jedem Ausmisten die Freude, dass etwas Belastendes aus meinem Leben genommen wurde.

ALDI

Es ist noch gar nicht solange her, dass man offen seine Vorliebe für Aldi Produkte gestehen kann und dabei nicht schief angesehen wird. Auch ich habe erst dann, als ich sparen musste, regelmäßig den Weg zu Aldi gefunden. Nicht alles, was es dort zu kaufen gibt, ist selbstverständlich Spitzenware.

Aber doch erstaunlich viele Produkte bieten in ihrer Preisklasse (und vielleicht auch noch in ein bis zwei vergleichbaren Preisklassen darüber) Spitzenqualität. Besonders schätze ich die Weine von Aldi, das Olivenöl, Fischkonserven (vor allem die Sardinen).

Auch die Kosmetikartikel, Reinigungsmittel und Gemüsekonserven finden regelmäßig den Weg in meinen Einkaufskorb. Ebenfalls kaufe ich bei Aldi alle Rohlinge für CD-ROMs und DVDs.

Ich bewundere auch den geringen Aufwand, mit dem Aldi, in Österreich der Hofer, verkauft. Die Verkäuferinnen sind großteils Spitzenklasse, ich kann leicht mit dem Auto einkaufen, ich werde gut über Sonderangebote informiert und das Filialnetz ist ziemlich dicht.

Und immer wieder wundere ich mich beim Bezahlen, wie viel Ware ich für mein Geld bekomme. Ein schönes Gefühl, und ich hoffe sehr, dass Aldi bei seiner kundenfreundlichen Strategie bleibt.

Sprach-Tandem

Überall, wo sich Ausländer aufhalten, kann man mit ihnen ein Sprachtandem bilden. Darunter versteht man den Kontakt im Alltag, um wechselseitig die Sprache zu lernen. Tandempartner vermitteln Sprachschulen, Universitäten, Institute oder man sucht sie sich per Inserat.

Ich habe einige Tandem-Erfahrung gesammelt und möchte dazu noch weitere Tipps geben. Besonders effektiv sind Doppeltandems. Also z.B. zwei Italiener mit zwei Deutschen. Denn da kann immer geredet werden und es wird auch immer jemand zuhören. Bei einem einfachen Tandem kann dann doch die Unterhaltung sehr holprig werden.

Auch günstig für Sprachtandems sind gemeinsame Hobbys oder andere Gemeinsamkeiten. Sie machen es einfach Veranstaltungen zu finden, die man gemeinsam besuchen kann und über die man dann auch reden kann.

Aus diesen Zweckbekanntschaften auf Zeit entstehen gelegentlich auch längere Kontakte. Man besucht sich oder baut Brief- oder E-Mail Kontakte auf. Sie machen Spaß und nutzen allen Beteiligten.

Kleine Bücher

Ich habe schon immer eine Vorliebe für kleine, handliche Bücher gehabt. Die Sammlung Göschen und in Österreich die Perlenreihe haben mir oft geholfen Wissen mit mir herumzutragen und dann zu lesen, wenn ich Zeit hatte, in der Straßenbahn, im Urlaub oder im Wartezimmer.

Besonders angetan hat es mir der Reclam Verlag. Er bietet nicht nur handliches Format, sondern vor allem auch zeitlose, kostbare Literatur. Die Klassiker von Reclam bieten unendlich viel Information, nehmen wenig Platz ein, ihr Preis ist sehr vernünftig, die Qualität des Drucks und des Bindens ist - im Verhältnis zum Preis - sehr gut.

Aber es gibt inzwischen eine immer größer werdende Anzahl von Verlagen, die einsehen, dass auch das Format beim Lesen entscheidend ist. (Leider hat dies die ZEIT immer noch nicht kapiert und mich dadurch dauerhaft als Leser verloren). So wie die Gebetbücher gemacht werden, das ist das optimale Format für Bücher, die man gerne mit sich herumträgt und dann auch liest!

Effizienz

Das Finden von effizienten Lösungen bringt der Industrie viele Vorteile: Reichtum, Vorsprung, Zukunftsfähigkeit. Oft vergessen wird dabei, dass Effizienz auch Spaß macht und dass das Suchen nach Effizienz auch durchaus im Privatbereich seine Bedeutung hat.

So experimentiere ich oft beim Kochen und versuche dabei mit möglichst wenig Ressourcen auszukommen. Mein offensichtlicher Vorteil ist dann, dass ich wenig Geschirr wegzuräumen habe und mein versteckter Gewinn ist die Freude, die ich daran habe.

Aber auch viele andere Routineaktivitäten sind es wert, sie einmal zu überdenken und sie damit effizient zu gestalten. Das Einkaufen gehört dazu, aber auch die Art, wie eine Wohnung gereinigt wird, kann immer noch verbessert werden.

Den Zeitgewinn kann man dann für die nächste Stufe, die Effektivität, einsetzen. Die Arbeiten nicht nur richtig zu machen, sondern vor allem die richtigen Arbeiten zu machen. Oder man genießt einfach die ersparte Zeit und gönnt sich Muße.

Bei allen persönlichen Vorteilen der Effizienz habe ich auch immer das gute Gefühl für meine Umwelt und auch für die Volkswirtschaft etwas getan zu haben. Ist doch der Reichtum eines Volkes abhängig von seiner Produktivität und diese abhängig von der Effizienz. Das ist doch was!

Singen im Chor

Schon in meinen ersten Kleinen Freuden habe ich ein mehrfaches Loblied auf das Singen angestimmt. Wenig betont aber habe ich die sozialen Aspekte des Singens, wie sie vor allem in einem Chor zum Tragen kommen.

Es ist einfach schön und erbauend, gemeinsam zu singen. Auch schon einstimmig, aber die wahre Freude kommt erst beim mehrstimmigen Gesang an. Wenn dann noch die Umgebung stimmt, die Akustik, sowie auch das Publikum, dann ist die Freude wirklich vollkommen.

Ich habe in verschiedenen Chören gesungen, sowohl in Österreich, wie auch in den USA und natürlich auch in Deutschland. Überall habe ich im Chor gute Freunde gefunden, Menschen, die auch außerhalb des Musikbereiches hilfreich und gut zu mir waren.

Wer also in einer neuen Umgebung Kontakt sucht, ist mit dem Singen in einem Chor gut aufgehoben. Denn wer mit dir die Freude am gemeinsamen Singen teilt, der ist auch sonst großzügig zu dir. Ich denke es stimmt wirklich: Wo man singt, da lass dich ruhig nieder!

Impfungen

Ich bin ein Freund von Impfungen. Erstens, weil ich das Konzept einer Impfung (Paradoxe Aktion) so faszinierend finde und zweitens, weil ich nach zwei schweren Grippeerkrankungen, die mich an den Rand meines Lebens gebracht habe, keine Grippe mehr bekommen habe, weil ich mich immer rechtzeitig impfen ließ.

Wer sich impfen lässt, hat das gute Gefühl, wirklich für sich vorgesorgt zu haben. Wenn man dann trotzdem noch erkrankt, dann kann man es als Schicksal abtun, im anderen Falle wird man sich u.U. lebenslange Vorwürfe machen müssen, fahrlässig gehandelt zu haben.

Bildungslücken schließen (VHS, Urlaub)

Viele Menschen, darunter auch gebildete tragen lebenslang Bildungslücken mit sich herum, die sie entweder ständig der Unsicherheit aussetzen oder sie in ihrem Berufsleben wirklich behindern. So hatte ich als Kind das Trauma immer unbekannten Sprengkörpern zu begegnen, weil zwei meiner Kinderfreunde durch eine Mine getötet wurden.

Später habe ich dieses Trauma abgelegt, weil ich eine Ausbildung zum Sprengmeister gemacht habe. Ausgeübt habe ich diese Tätigkeit nur in der Studentenzeit als Hobby zum Geldverdienen, aber das Wissen darüber hat mich befreit.

So habe ich ein ganzes Leben versucht Bildungslücken zu schließen. Die Volkshochschulen bieten dafür eine wunderbare Basis und wer sich zur Regel macht, jedes Semester einen neuen Kurs zu besuchen, der wird wachsen an Alter und Weisheit.

Natürlich ersetzen diese Kurse kein Studium, aber sie erweitern den Horizont und oft weiß man dann wenigstens, was man noch zu lernen hat. Auch das ist schon ein großer persönlicher Fortschritt. Auch den Urlaub kann man z.T. dazu einsetzen, sich weiterzubilden. Wer sich in jedem Urlaub ein populärwissenschaftliches Fachbuch über ein neues, interessantes Thema mitnimmt, wird viel Freude damit haben.

Manche Bildungslücken sind allerdings auch mit viel Interesse und Aufwand nicht zu schließen. Die sollte man einfach akzeptieren, wir müssen ja nicht perfekt sterben. So werde ich diesem Leben nicht mehr die korrekten Kommaregeln lernen. Meine Leserinnen und Leser mögen es mir nachsehen....

Persönliche Kalender

Obwohl die Auswahl an Kalendern, Terminplanbüchern und Time Managern riesig ist, so lohnt es sich doch dieses wichtige und täglich mehrfach benutzte Instrument an seine persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Das Herstellen und permanente Verbessern und Anpassen an neue Situationen macht nicht nur Spaß, sondern es ist auch ein Mittel zur Selbsterkenntnis.

Wer mit Computer und Kamera umgehen kann, wird hier ein Riesenbetätigungsfeld vorfinden. Nicht nur dass man seine sozialen Fähigkeiten damit ausbauen kann (z.B. mit rechtzeitigen Erinnerungen zu Festtagen, Jubiläen), man kann z.B. auch seine Fremdsprachenkenntnisse damit unterstützen.

So hatte ein spanisch lernender Kollege alle Angaben zum Datum (Wochentage, Monatsnamen) natürlich in Spanisch angegeben. Damit hatte er seine permanente Motivation sich mit dieser Sprache zu beschäftigen.

Aber nicht nur die Inhalte wird man an seine persönlichen Bedürfnisse anpassen, auch das Format spielt in der Praxis eine große Rolle. So bevorzuge ich das große DIN A4 Format, andere werden ganz kleine Büchlein haben wollen!

Und last but not least kann man Kalender auch verschenken. So habe ich mich immer über die Fotokalender meiner Töchter gefreut. Sie haben einen Ehrenplatz in der Küche, sowie in meinem Herzen, bekommen.

Einem lieben Menschen die Haare schneiden

Wer Kinder hat, kennt ihren Spaß am Frisieren, z.B. ihrer Geschwister oder auch Eltern. Es ist offenbar nicht nur die Freude am ästhetischen Gestalten, sondern auch die Freude an der Berührung, am Streicheln, die hier zum Tragen kommt.

Im allgemeinen übt diese Tätigkeit nur noch der Friseur aus und ich denke mir, dass es für ihn oder sie nur noch Arbeit ist, die gelegentlich sogar ganz unangenehm ist.

Ich selbst habe in jungen Jahren in einem Dorf in Niederösterreich immer den Jungen die Haare geschnitten und so war es ganz selbstverständlich, dass auch mein heranwachsender Junge die Haare zuhause geschnitten bekam.

Wenn man es regelmäßig macht, wird das Ergebnis dann sogar ansehnlich. So ist heute meine Frau, die dieses Amt in der Familie jetzt übernommen hat und auch mir die Haare schneidet, eine ausgezeichnete Friseurin geworden.

Wir alle haben Spaß bei unserem Privatfriseurvergnügen und es spart - nebenbei gesagt - auch eine Menge Geld.

Zahnhygiene

Wenn man der Werbung vertrauen darf, wird auf diesem Markt eine Unmenge von Geld umgesetzt. Aber trotz aller Werbung und Aufklärung scheinen wir Deutsche immer noch 'Oralschweine' zu sein, wie ich am Vermögen meiner Zahnarztfreunde ablesen kann.

Nach vielen eigenen Problemen habe ich seit einigen Jahren zwei Methoden gefunden, die dauerhaft mir gravierende Probleme mit dem Zahnarzt erspart haben und die aber immer noch Allgemeingut geworden sind, deshalb führe ich sie hier an.

1. Das Ausspülen des Mundes nach dem Essen mit einigen Schlucken Wasser auf der Toilette.

2. Das Reinigen der Zahnzwischenräume mit einer speziellen zylindrischen Bürste

3. Zum Schluss des Zähneputzens die Zahnpaste nicht ausspülen, sondern im Mund weiter wirken lassen.

Die Bürsten gibt es in verschiedenen Formen, z.B. auch eine zum Einstecken in die Geldbörse, die man so überall mitnehmen kann. Und im Badezimmer wird man eine andere Art verwenden und sich nach dem üblichen Zähneputzen damit die Zwischenräume schnell und effektiv säubern. Diese Bürsten erfüllen so die Funktion von Zahnstochern, aber wesentlich schneller und mit weniger Aufwand.

Ihre Anwendung kann ich nur empfehlen!

Klobibliothek

Die wahren Lebenskünstler erkennt man an ihrer Klobibliothek. Ein Board im WC und darauf die passende Literatur, dies sagt viel über Menschen aus.

Interessant sind die Titel, die man dort vorfindet. Ich habe mir sagen lassen, dass meine Aphorismen und meine kleinen Freuden ausgezeichnete Büchleins für Bad oder Toilette sind. Immer nur einige wenige Gedanken, das regt das Denken an und macht kreativ.

Aber auch Witzbücher aller Art, die Guinness Rekorde-Bücher, Kataloge, Fachzeitschriften und andere kurzweilige Literatur wird den regelmäßigen Aufenthalt an diesen Orten produktiver, kreativer und erholsamer werden lassen.

Gast - Hunde 

Für viele Menschen sind ihre Haustiere das Wichtigste auf der Welt. Besonders männliche Hundebesitzer entwickeln oft ein nahezu abgöttische Liebe zu ihren Tieren, die die Umwelt oft gar nicht teilt, weil sie vor allem die Nachteile der Hunde (Lärm, Dreck und Aggression) abbekommen.

Aber ein Hund befriedigt eben doch viele Bedürfnisse dieser Menschen. Er ist Kind - Ersatz, Wandergefährte, Bodyguard (manchmal leider auch Waffe), Untergebener (ich sehe immer bei den Tübinger Punks, wie dringend die ihre Hunde brauchen, weil nur diese zu ihnen aufblicken), aber auch Schmusetier zum Streicheln, Fotomotiv, Jagdwerkzeug und Animateur zum Rausgehen und um Kontakte zu schließen.

Nicht jeder will und kann sich einen Hund zulegen, doch manche Hundebesitzer sind dankbar, wenn man sich ihren Liebling für einige Zeit ausborgt, denn die dauernde Beschäftigung mit dem 'treuesten Freund der Menschen' ist anstrengend und zeitraubend.

So ist beiden gedient, dem Hundehalter und dem Hundefreund, der mit dem Gast-Hund eine völlig neue Sicht seiner Umgebung kennen lernen wird. Er wird neue Gerüche entdecken, genaue Übersicht über andere Hunde bekommen und viele neue Kontakte mit anderen Besitzern und Besitzerinnen schließen.

Besonders Tierheime freuen sich, wenn jemand kommt und den Hund - auch nur für einige Zeit - ins Freie führt, aber auch Freunde und Verwandte sind vielleicht dankbar, einmal ohne die vielen Formalitäten verreisen zu können. Es gibt also genügend Möglichkeiten, sich für einige Zeit die Freude eines Hundes zu gönnen, ohne dafür die sonst gleich jahrelange Verpflichtung eingehen zu müssen.

Umgebung kennen lernen

Da ich oft umgezogen bin, musste ich mich auch oft an ein neues Umfeld anpassen. Was am Anfang mühsam war - sich dieses Wissen zu erarbeiten - ist später ein nützliches und erfreuliches Hobby geworden.

Ich habe nämlich - fast generalstabsmäßig - begonnen, meine Umgebung zu studieren. Mit Spaziergängen, Radfahrten, Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und natürlich auch mit dem eigenen Auto. Immer wieder mit einem Blick in die diversen Landkarten, eventuell auch mit Hilfe der Adressbücher, die es für manche Städte gibt und in denen straßenweise die Bewohner aufgeführt sind.

Und ich habe alle Sehenswürdigkeiten, wie sie z.B. in Führern angegeben werden, besichtigt und mir so für jeden Ort soviel Wissen angeeignet, dass ich damit zumindest für Fremde Stadtführungen machen konnte.

Es ist ein gutes Gefühl, über seine Umgebung Bescheid zu wissen. Es vertieft auch ungemein die Orts-Kenntnisse. So kann ich mich nach vielen Jahren Abwesenheit immer noch an früheren Wohnorten gut zurechtfinden, wenn mir natürlich heute das aktuelle Wissen über die In-Szene fehlt.

Und man lernt auch viel über das Wesen einer Stadt, wenn man ihre Wurzeln und ihre Entwicklung kennt. Und man kann so schön alle Vorurteile der Nachbarn kennen lernen und vielleicht auch verstehen.

Gerade in unserer Weltreisenzeit sind viele Menschen immer aufs Neue freudig überrascht, wenn sie schöne Flecken in ihrer Nähe kennen lernen, an denen sie jahrelang vorbeigefahren sind, weil sie es versäumt haben, ihr nahes Umgebung kennen zu lernen.

Schokolade

Die meisten Menschen geben es ja nicht gerne zu, aber Schokolade schmeckt schon gar köstlich. Besonders die herzhaften von Ritter Sport oder die fast degeneriert-feinen von Lindt!

Sicher, sie macht im Übermaß genossen dick und krank, aber als kleiner Freudenbringer ist sie kaum zu schlagen. Wer sich diese kleine Freude gelegentlich gönnt, wirklich bewusst, z.B. um etwas zu feiern oder sich zu trösten, der wird viel mehr Nutzen als Schaden erhalten. Genießt sie langsam, so wie dir Kinder, immer ein kleines Stückchen auf der Zunge zergehen lassen, so ist es richtig!

Ich habe in meinem Handtäschchen immer eine Tafel Ritter Sport dabei, damit ich, wenn ich einmal nicht zum regelmäßigen Essen kommen sollte, eine kleine Zwischenmahlzeit zum Überbrücken dabei habe. Diese Tafel wird oft monatelang nicht angerührt, ich schließe daraus, dass mich Schokolade noch nicht süchtig gemacht hat.

Musikzusammenstellungen die süchtig machen

Ursprünglich hat mich das schlechte Rundfunkprogramm oder auch die mangelnde Tanzmusik bei Parties dazu animiert, meine persönlichen Musikzusammenstellungen (auf Cassette) zu machen, aber im Laufe der Zeit habe ich entdeckt, dass man aus diesem Hobby mehr machen kann.

Es ist nämlich eine große Kunst, Musikstücke so zu ordnen, dass man diese Kompilationen oft hören kann. Manchmal ist dies mir auch wirklich gelungen, besonders wenn ich ein Thema hatte, zu dem dann alle Titel auch passten. Eine Serie musste ich x-mal immer wieder für Freunde kopieren, weil vom taglangen Laufen lassen buchstäblich die Cassetten den Geist aufgegeben haben.

Heute, mit den besseren technischen Möglichkeiten der selbstgebrannten CDs und DVDs wird man sich vor allem auf die Inhalte konzentrieren. Ich empfehle euch, damit zu experimentieren. Einfach mit einer Zusammenstellung für einen bestimmten Anlass beginnen, die Titelliste sich aufschreiben (dies ist ganz wichtig, weil man schnell die Quellen vergisst!) und dann die Auswahl permanent verbessern.

Achtet wirklich nur darauf, was euch gefällt und nicht auf die Position der Titel in der Hitparade. Gerade unbekanntere Titel oder auch selbst gespielte Musikstücke werden diese Sammlung bereichern und ihr die persönliche Note geben.

Die Frucht eurer Arbeit werden dann vielleicht 10, höchstens 20 Kompilationen sein, die es aber in sich haben. Sie werden ein wichtiger Teil eures Lebens werden, euch viel Freude bereiten und auch wunderbare Zeitzeugen sein. Und natürlich sind es auch sehr persönliche Geschenke für Freunde.

Laientheater

Es gibt kaum eine bessere Lehranstalt für die realen Bühnen des Lebens, als die Bretter, die die Welt bedeuten. Wer die Menschen wirklich kennen lernen will, muss lernen, sie zu unterhalten.

Zum Glück gibt es eine einfache, preiswerte und fast überall einzurichtende Institution, die diese Spielwiese bietet, das Laientheater.

Gerne belächelt, ist das Laientheater eine wunderbare Möglichkeit sich selbst zu produzieren, sich kennen zu lernen und seinen Freundeskreis groß zu halten. Es eignet sich für jedes Alter, vom Kind bis zum Großvater. Es bildet, wenn man sich mit den Stücken und den Autoren auseinandersetzt, aber vor allem es unterhält. Es ist eine Herausforderung, die einen richtigen Kick geben kann!

Anlässe dafür gibt es genug, z.B. Feste, aber auch ganz ohne Anlass kann man der Spielfreude freuen lauf lassen. Besonders Kinder sind für jede Aufforderung zum Theaterspielen sofort zu gewinnen, warum auch nicht wir Erwachsene?

Es macht den Spielern und dem Publikum soviel Freude, fangt einfach damit an und sei es nur mit einem einfachen Rollenspiel oder einem Sketch!

Persönliche Arbeitsumgebung gestalten

Ein eigener Arbeitsplatz ist ja heute gar nicht mehr selbstverständlich. Allzu oft muss man seine Arbeitsstelle mit anderen teilen. Aber zumindest im Computer hat man fast immer noch einen persönlichen Bereich, den man nach eigenem Gutdünken einrichten kann.

Nützt diesen Freiraum, er ist für euer Wohlbefinden wichtig. Gestaltet euer Umfeld, soweit es möglich ist. Das beginnt beim persönlichen Bildschirmschoner, beim persönlichen E-Mail Header oder der persönlichen Schlussmessage.

Ein Freund hat mit jeder E-Mail eine Botschaft verschickt, manchmal auch einen Aphorismus. Das Lesen war auch für die Empfänger stets erfreulich. Er hat diese Statement regelmäßig ausgetauscht und so immer wieder neugierig gemacht.

Man kann auch seinen Notebook mit Aufklebern personalisieren, seinen kleinen Bürobereich mit Bildern schmücken. Auch hier wird man regelmäßig die Bilder wechseln, denn nicht nur Ästhetik, sondern auch Abwechslung macht Freude.

Gatschen

Gatsch ist das österreichische Wort für Brei oder Schlamm und gatschen bedeutet darin zu wühlen, manschen, kneten oder zu panschen. Diese Tätigkeit ist bezeichnenderweise im Hochdeutschen nicht gut ausdrückbar. (Im Saarland aber gibt es den Batsch, der dasselbe ist).Aber sie macht großen Spaß, nicht nur kleinen Kindern.

Auch ich liebe es, sowohl mit den Händen aber fast noch mehr mit den Füßen. Etwa am Meer beim Sandburgenbauen oder mit den Füßen eine Loch in den Sand treten.

Auch wenn es Teig zu kneten gibt, bin ich gleich dabei. Und ich denke auch manche Gartenarbeit macht deswegen Spaß.

Essen a la

Jeder hat so seine Vorlieben beim Essen, denkt aber gar nicht immer daran, diese auch im Restaurant zu äußern. Dabei sind manchen Wirte oft sogar sehr interessiert, die persönlichen Wünsche ihrer Kunden zu erfahren. Denn sie binden damit ihre Stammkundschaft und passen ihre Auswahl an die sich verändernden Kundenwünsche an.

Umgekehrt will auch mancher Wirt gerne mal etwas Neues ausprobieren, will aber das Gericht nicht gleich für alle auf die Speisekarte setzen.

In den Südländern geht man mit diesen Problemen viel unkomplizierter um, es ist ganz selbstverständlich, dass man seine individuellen Wünsche, Vorlieben bekannt macht und Angebote ausschöpft. Und Wirte freuen sich, wenn man sie wichtig nimmt. Sie lohnen es gelegentlich auch dann mit besonderer Sorgfalt und manchmal auch schnellerer Bedienung.

Versucht es auch hier in euren Stammlokalen. Ihr werdet damit viel Freude haben. Und vielleicht wird es euch so gehen wie mir, dass dann ein Orteff a la Otto auf die Speisekarte kommt!

Wer natürlich immer nur in der Kantine essen muss oder an einen sturen deutschen Wirt kommt, der kann damit nicht glücklich werden. Aber sonst ist mein Tipp, probiert es einfach aus.

Am Wasser sitzen

Permanent am Wasser zu wohnen ist gar nicht so angenehm, wie sich das vielleicht viele vorstellen. Die feuchte Luft kann gesundheitliche Probleme verursachen, die Insekten stechen, Gebäude verfallen leichter und der Lärm durch Getier am Wasser wird empfindsame Menschen stören.

Aber für einige Stunden am Wasser zu sitzen ist ein Labsal für die meisten Menschen. Nicht umsonst suchen Fischer, Pensionäre, Urlauber und Pärchen diese Plätze. Besonders schön ist für mich das Sitzen an einem See. Vor allem, wenn dann der Blick auch noch weit ist und man gut Essen kann. Ein besonderer Platz für mich ist z.B. der Mondsee in Oberösterreich. Und auf meinen häufigen Linz-Reisen mache ich stets den kleinen Umweg und genieße das Sitzen am See.

Wer kein großes Wasser in seiner Nähe hat, kann auch mit einem ganz Kleinen glücklich werden. Einfach einen Teich im Garten anlegen. Im Kleinen wird man dann auch dort der Lauf der Jahreszeiten verfolgen können, Freude an der sich einstellenden Tierwelt haben und auf seiner Bank sitzend vielleicht sogar den Mond in seinem Teich sich spiegeln sehen.

Frische Brötchen

Schon der Duft kann vor Freude verrückt machen, aber erst dann mit Butter und selbstgemachter Marmelade genossen, sind sie für viele der Grund aufzustehen und den alltäglichen Kampf gegen den Unbill zu beginnen.

Zum Glück braucht man nicht unbedingt einen Bäcker oder eine Tankstelle in der Nähe. Die Tiefkühltruhe und der eigene Backofen sind ein guter Ersatz dafür. Und schnell wird man lernen, wie man unverbrannte Brötchen selbst backen kann.

Da dieses Frühstück, so lecker es auch schmeckt, nicht allzu satt macht (die Folge ist das berühmte 11 Uhr Loch) habe ich eine Variante entwickelt, die meiner Linie etwas besser tut und ich toaste mir Schwarzbrot an Festtagen.

Aber auch das duftet wunderbar, allerdings, ich gebe es zu, nicht so himmlisch wie frische Brötchen!!!

Wahlparties und Wahllotto

In unseren alten Demokratien kommt häufig eine Wahlmüdigkeit auf. 'Es ändert sich ohnehin nichts' oder 'ich kann sowieso nichts bewirken' sind dann der Ausdruck der Resignation.

Diese tristen Erwartungen kann man nun mit einem Spiel, dem Wahllotto, etwas aufheitern. Dabei fragt man beim Lotto nicht nach dem numerischen Endergebnis (das ist langweilig), sondern erfindet etwa 7 Fragen, die mit der Wahl zusammenhängen und die entweder mit JA oder NEIN beantwortet werden können (wird die XXX zweitstärkste Partei, ist die Wahlbeteiligung kleiner als 60 %, schaffen die Rechts/Linksaußen die 5 %, ...).

Bei dieser Art von Lotto wird es viele Gewinner geben. Selbst wenn dann die eigene Partei verloren hat, ist man wenigstens Lottogewinner. Man wird dann bei der zugehörigen Wahlparty den Gewinn gleich konsumieren, in den Diskussionen viel über seine Mitmenschen erfahren und sich auf die nächste Wahllottomöglichkeit freuen.

Familientreffen

Sie mögen für viele eher eine Horrorvorstellung sein, als eine Freude. Denn wir haben verlernt, was eine Großfamilie ist. Aber wir können heute uns heute - mit Telefon und Internet - leicht eine virtuelle Großfamilie schaffen, die sich dann vielleicht einmal pro Jahr trifft. Und richtig geplant, können diese Treffen wirklich große Freude machen und für lange, gute Erinnerungen sorgen.

Das Wichtigste ist, dass diese Treffen außerhalb der Privatsphäre in einer Berghütte, einem Hotel, einer Gaststätte, vielleicht auch auf einem Campingplatz stattfinden, damit niemand den Gastgeber spielen muss. Und dass sie höchstens 2-3 Tage dauern, damit kein Hüttenkoller aufkommen kann.

Ich habe dazu weit vor dem Termin gerne ein Hotel in einem kleinen Ort ausgewählt, in dem man schön spazieren gehen kann. Das Hotel sollte auch Unterhaltungsmöglichkeiten bieten, falls es wirklich die ganze Zeit regnet, z.B. ein Hallenbad oder einen Saal für Spiele.

Eigentlich genügt es, den Ort und den Zeitpunkt (am besten außerhalb der Ferienzeiten) festzulegen und alle zu informieren. Anmelden kann sich dann jeder alleine und auch bezahlen wird jeder selbst.

Bei den Wanderungen an diesen Tagen wird jeder einmal mit den anderen reden und Erfahrungen austauschen. Bei den gemeinsamen Essen gibt es dann vielleicht auch Spiele oder es sorgt jemand für Musik. In einer größeren Gruppe oder Familie ist immer gerne einer der Zeremonienmeister, der dies koordiniert. Und es wird auch immer ein Videofilmer dabei sein, der das Ganze festhält und das Ergebnis beim nächsten Treffen vorführt.

Wenn wir schon keine Großfamilien mehr haben, dann können wenigstens bei diesen Treffen einige ihrer Vorteile schätzen lernen.

Entenrennen

Die Idee dazu habe ich von Round Table Tübingen-Reutlingen und sie eignet sich wunderbar für Benefizveranstaltungen. (Wer sich dafür interessiert, wie man dies professionell aufzieht, möge die spezielle Seite dazu studieren). Man braucht dazu einen Bach oder kleinen Fluss, zwei Brücken in Sichtdistanz und Rennenten. Das sind weder alte 2 CVs, noch trainierte lebendige Enten, sondern entweder präparierte Plastikenten, aber besser und umweltverträglicher eignen sich dafür kleine, markierte Holzstückchen.

Bei der oberen Brücke werden alle Rennenten auf einmal ins Wasser geworfen, wer zuerst unten ankommt, hat gewonnen. Alle Enten auffangen und das Spiel kann beliebig oft wiederholt werden!

Netzwerkparties

Das ist was für jugendliche Computer- und Spielefreaks. An 2 Tagen kommen alle Spieler mit ihren PCs zusammen, stöpseln sie zu einem Netzwerk zusammen und dann werden nahezu nonstop Strategiespiele gespielt.

Ich beobachte interessiert, wie z.B. mein Sohn und seine Freunde auf diese Weise zu perfekten Computerexperten werden. Und wie sie lernen, sich zu organisieren und auf kleinstem Raum für viele Stunden zusammenzuarbeiten! Und wie sie unendlichen Spaß dabei haben!

Loben

Es kann nie genug Lob geben, wenn es ehrlich ist. Gerade wir Deutschen scheuen das Lob, weil wir glauben, es verpflichtet uns zu sehr und weil wir nicht tadeln wollen.

Aber Lob bringt Freude in unsere Umwelt, es reduziert den Stress und es ist die Grundlage für ehrliche Kritik, auch für Tadel.

Unser Kinder brauchen das Lob für ihre Entwicklung, einsame Menschen brauchen es zum Überleben, Geplagte tröstet Lob und Lob ist ein preiswerter Zusatz - Lohn für gute Arbeit.

Hast du heute schon gelobt? Wenn nicht, dann versuch es doch wenigstens einmal!

Regentage genießen

Viele Berufstätige finden bei schönem Wetter in ihrer Freizeit wenig Muße. Sie denken dann bei Sonnenschein ständig daran, dass sie hinaus müssen, Bewegung suchen müssen und können sich so richtig in Freizeitstress bringen.

Wie schön sind dann für diese Menschen Regentage am Wochenende. Optimal ist z.B. ein Dauerregen am Sonntagmorgen. Dann kommt man schon gar nicht auf die Idee, früh aus dem Bett zu steigen und den 'Tag zu nützen', sondern wird vielleicht bei offenem Fenster lieber der Musik des Regens lauschen und sich so richtig faul noch ein Nickerchen gönnen.

Bei Regen sind wir nicht geknickt,
da wird zu Hause schön ... gelesen.

Am Nachmittag wird man dann mit bestem Gewissen seinen Mittagsschlaf machen und am Abend endlich die immer aufgeschobenen Schreibtischarbeiten erledigen. Und am Montag dann zufrieden erzählen: Das war ein wunderschön faules Wochenende und ich habe mich bestens erholt.

Weinen

Viele meiner LeserInnen werden jetzt stutzen. Aber Weinen kann mit der Erleichterung, die es schafft, richtig befreien und so die Basis für neue Freuden schaffen.

Natürlich wünsche ich allen nur Anlässe zum Weinen, die sie nicht wirklich und dauerhaft treffen. Zum Beispiel schnulzige Filme. Titanic war sicher gut dafür und ältere Menschen werden sich noch mit Freuden an ihre Tränen bei Dr. Schiwago erinnern.

Ich bin selbst schnell gerührt und weine dann auch gerne. Und ich habe großes Verständnis, wenn andere Menschen weinen. Also liebe Freunde, nehmt in den nächsten, passenden Film ein großes Taschentuch mit und lasst den Tränen freien Lauf!

Nach dem Gewitter

So unangenehm und gereizt das Leben vor einem Gewitter oft ist, so schön kann es nachher sein, vorausgesetzt man konnte Blitz und Donner im sicheren Hort beobachten.

Und zwar sind es der Regenbogen und die wunderbare Luft, die wir so gerne genießen. Aber es ist auch die Freude, dass die Gefahr endlich vorbei ist.

Wer einmal aus dem Flugzeug den (fast) kreisförmigen Regenbogen (oder heißt es dann Regenkreis?) gesehen hat, wird dieses Erlebnis nicht so schnell vergessen.

Bei Radtouren dränge ich darauf, nach dem Gewitter nicht gleich loszufahren, sondern die frisch gewaschene Luft bewusst einzuatmen. Besonders für Allergiker ist sie ein Segen. Und damit schütze ich mich auch vor den kleinen Nachzüglern, die uns oft dann doch noch nass werden lassen!

Post an sich selbst

Wer bekommt schon wirklich die Post, die er oder sie sich wünscht? Meist ist es doch nur Werbung oder Geschäftspost, die da im Briefkasten liegt.

Deshalb mein Rat, schreib dir selbst! Von den schönsten Urlaubsorten die schönsten Urlaubskarten. Oder einen freundlichen Brief von der Dienstreise. Eventuell kannst du dich damit auch selbst an etwas erinnern, z.B. von einer Weiterbildungsveranstaltung, an Dinge, die du verändern wolltest.

Die ein zwei Tage (oder Wochen bei Post aus dem Ausland) bringen etwas Distanz, die Vorfreude allein ist schon das Porto wert.

Und vielleicht erinnert die Post an dich selbst auch daran, dass viele andere Menschen gerne erfreuliche Post bekommen wollen.

Künstlername

Mehr durch Zufall als durch Notwendigkeit bin ich zu meinem Künstlernamen gekommen. Mein Vorname 'Otto' wird in Deutschland meist mit der gleichnamigen Müllcontainerfabrik assoziiert und ich habe mich deshalb entschlossen, mich selbst 'Clemens' zu nennen.

Die Konsequenzen dazu habe ich zwar nicht vorausgesehen, aber sie waren fast alle sehr positiv. Der Künstlername initiiert ein unendliches Gesprächsthema, die Überlegung vieler Menschen, welchen Namen sie sich selbst geben würden, was Namen bedeuten, was man mit Namen verbindet.

Und der Künstlername hat mir viele Freiheiten gebracht. Ich kann mich hinter ihm verstecken und mit weniger Risiko Neues ausprobieren.

Die Einführung eines Künstlernamens ist einfach. In jeder neuen Gruppe, bei jedem neuen Kontakt stellt man sich einfach damit vor. Inzwischen hat sich sogar meine eigene Familie daran gewöhnt. Wird man wirklich damit berühmt, kann man ihn immer noch im Pass eintragen lassen. Aber auch ohne Berühmtheit ist der Künstlername ein nettes Gesellschaftsspiel, das man einfach einmal ausprobieren sollte.

Sein Spiegelbild anlächeln

Für jeden Fehler, den du im Leben begangen hast, lächle einmal. Dann hast du immer einen Grund zum Lächeln. Du wirst damit viele neue Freunde finden, fremde Menschen näher kennen lernen und auch andere Mitmenschen begeistern, einfach mal zu lächeln.
 
Für den Anfang lächle einfach jeden Morgen ganz überzeichnet in den Spiegel! Es wird dir ganz schön blöd vorkommen und doch kannst du spüren, wie du deine Lebensgeister weckst. Und auf die Dauer wird damit dein Gesicht von selbst freundlich werden.

Stille 
 
Stille ist für uns kostbar geworden, ganz einfach, weil wir ständig mit Informationen überflutet werden, alles in uns aufsaugen und nicht mehr unterscheiden können, was für unser Leben gut oder schlecht ist.
 
Schalte öfter bewusst das Radio ab, benutze den Stilleknopf beim Fernseher, drehe das Telefon leiser und wenn du kannst, führe eine Siestazeit ein, in der in der ganzen Wohnung Stille herrscht.

Nach einem turbulenten Ereignis gönne dir einige Minuten Stille, ebenfalls vor dem Schlafengehen. Vielleicht willst du dann diese Stille auch zu einem Gebet nutzen?

Vor schwierigen Entscheidungen verzichte generell auf Nachrichten - auch aus dem Internet - und sammle dich. Du wirst dann auf einmal spüren, was du schon immer machen wolltest, siehst das Leben ruhiger und nimmst seine Umwelt viel besser wahr.
 
Die Dinge, die für dich und deine Umwelt wichtig sind, tragen dir deine Mitmenschen schon von selbst zu.

Eine Pause machen

Pausen sind wichtig für unser Leben, vieles können wir erst schaffen, wenn wir eine Pause einlegen. Sie dienen nicht nur unser körperlichen Erholung, sondern sie erfrischen auch den Geist und sind eine Wohltat für unsere Seele.

Darum mache ich jetzt auch wieder eine Pause. Mach' auch eine und - vor allem - genieße sie! 

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