Freu(n)de finden!

von
Otto Buchegger Tübingen

Die schleichende EinsamkeitDich selbst kennen lernenIdeen sammelnOrtswechsel, Auffallen,  Gelegentlich das Ungewöhnliche tunDie Gleichen suchenFreundlich seinSmall TalkIn einer Sache besonders gut seinDie gebotene Chance ergreifen,   Nähe und Intensität,  Verfügbarkeit signalisieren und erkennenDie Freude teilen,   Lob aussprechen, Kritik vermeidenHelfen,   Die Persönlichkeit kennen und respektierenUnterhalten - ÜberraschenDas Netzwerk pflegen, Kontakte mit dem Internet

Vorwort

Es stimmt immer traurig, wenn ich sehe, wie schwierig es für viele Menschen ist, ihr Glück zu finden. Dazu gehört auch für mich, dass Menschen die Menschen finden, die sie gerne mögen, bei denen sie sich wohl fühlen und die sie als Partner für ihr Leben ansehen. 

So viel Erfahrung, wie ich hier niederschreibe, hatte ich persönlich nicht beim Finden. Aber ich habe von anderen gelernt, hoffentlich zum Nutzen vieler, die dies lesen werden.


Die schleichende Einsamkeit

Es ist oft gar nicht so einfach zu bemerken, dass man ein Problem hat. Zum Beispiel zu merken, dass man vereinsamt oder unglücklich ist. Wir haben ja oft so viel zu tun, dass wir gar nicht auf den Gedanken kommen, ein Problem zu haben.

Deshalb ist es einmal ganz nützlich, folgende Checkliste durchzugehen. Wer sich oft betroffen fühlt, der kann ein Kandidat, eine Kandidatin für fortschreitende Vereinsamung sein. Für jeden einzelnen Punkt mag man eine Erklärung haben, interessant wird erst die Häufung.

    Keine Telefonanrufe, 

    im Briefkasten nur Werbung und Rechnungen 

    habe niemanden, der mir hilft, wenn ich krank bin, 

    fühle mich in der Wohnung so wohl, dass ich sie ganze Tage nicht verlasse, 

    habe eine Fernsehzeitschrift abonniert, 

    bestelle viel per Katalog, 

    verreise selten, 

    die Kinder sind aus dem Haus, 

    im letzten Jahr keinen richtigen Urlaub gemacht, 

    habe in den letzten Monaten an Gewicht zugenommen, 

    bin immer müde, 

    viele Überstunden

    habe Angst vor Weihnachten und Silvester.

    Am meisten hast du von jenen Freunden,
    die dich gut kennen, die in der Nähe wohnen und die viel Zeit haben.

Seitenanfang


Dich selbst kennen lernen

Es ist wichtig, wenn Du gut darüber Bescheid weißt, wie Dich die anderen sehen. Dies kannst Du in Selbsterfahrungskursen lernen, aber wenn du nur richtig zuhörst, kannst Du in fast jedem Gespräch viel über Dich erfahren.

Besonders viel wirst Du von Deinen Freunden und Deinen Feinden lernen. Die einen sagen dir die Wahrheit, weil sie Dich mögen, die anderen, weil sie keine Rücksicht auf Dich nehmen.

Eine gute Quelle der Selbsterkenntnis sind die Eltern. Du wirst mit großer Wahrscheinlichkeit genauso wie sie. Wenn die Eltern noch leben, dann frag sie doch einmal richtig aus. Wie ein professioneller Interviewer, und glaub nicht, dass Du ohnehin schon alles weißt, nur weil Du in dieser Familie aufgewachsen bist. Es lohnt sich auch, das dabei gewonnene Wissen aufzuschreiben, vielleicht profitieren auch Deine Kinder und Enkelkinder noch davon.

Eine sehr nützliche Quelle ist ein esoterischer, d.h. geheimer Lebenslauf, in dem Du ohne Zensur aufschreibst, warum Du große Entscheidungen getroffen hast. Warum Du Deinen Ehepartner geheiratet hast, warum Du ein Studium begonnen hast, warum Du gekündigt hast. 

Im esoterischen Lebenslauf kannst Du die wahren Gründe aufschreiben, niemand außer Dir wird ihn lesen können. Dafür musst Du allerdings sorgen. In falschen Händen könnte er Schaden anrichten.

Seitenanfang


Ideen Sammeln

Nur wenn Du dein Ziel kennst, kannst Du es erreichen. Um herauszufinden, was Du willst, bedarf es einiger Arbeit. Die Grundpfeiler dieser Arbeit sind Ausprobieren, Neues sehen, sich in neue Situationen begeben, Lernen, aber dazu gehört auch, Altes zu verwerfen oder zu verändern.

Wenn Du Erkenntnisse hast, musst Du eine Möglichkeit haben, diese zu notieren, diese zu formulieren und im Gespräch zu festigen, sonst gehen sie dir verloren. Zu den praktischen Hilfsmitteln dazu gehört ein Tagebuch oder Terminkalender und für unterwegs ein sehr kleines (DIN A7 oder kleiner) Notizbuch zum Festhalten der gewonnenen Ideen. 

Es gibt viele Angebote für Ideen. Zu den ergiebigsten gehören 

    Urlaube in neuen Umgebungen, 

    das Lesen in Bibliotheken, 

    das Surfen im Internet

    der Besuch von Museen und Ausstellungen

    Gespräche mit Fremden

    Bücher, Filme, Fernsehen.

    Seitenanfang


Ortswechsel

Wenn Du das Glück nicht dort findest, wo Du Dich immer aufhältst, musst Du Deinen Standort wechseln. Dies gilt nicht nur im wörtlichen Sinn, sondern ganz allgemein. 

Es ist dabei einfacher und auch effektiver, viele kleine Änderungen vorzunehmen als wenige große, radikale. Nicht die Firma zu wechseln, aber vielleicht die Abteilung. Nicht unbedingt die Stadt zu verlassen, aber einmal eine andere Kneipe auszuprobieren.

Zu große Veränderungen bringen unter Umständen auch große neue Probleme. Sie sind allerdings notwendig, wenn man sieht, dass das Umfeld gar nicht mehr stimmt. 

Zu den einfachsten Veränderungen gehört der Aufenthalt im Freien und in der Öffentlichkeit. "Raus aus der Wohnung" ist meine Devise. Wer einen Hund hat, weiß, wie gut das regelmäßige aus der Wohnung gehen für Körper und Seele ist.

Zu den gelungensten Ortswechseln gehört das Aufsuchen von kommunikativen Veranstaltungen. Viele Massenveranstaltungen, z. B. beim Fasching oder beim Sport, eignen sich dafür. Aber auch Stadtfeste, Flohmärkte, politische Veranstaltungen, oder Weiterbildungsevents, die eine Diskussion vorsehen, gehören dazu. 

Seitenanfang


Auffallen

Du fällst dann auf, wenn Du Dich wesentlich von allen anderen unterscheidest. Dabei möchte man am liebsten besser sein als alle anderen, aber es genügt schon anders zu sein. Positiver wirkt das Auffallen, wenn es einen Nutzen für die Gesellschaft darstellt. Wenn es zum Beispiel unterhaltend und nicht störend ist oder willkommene Abwechslung bringt. Etwas Mut gehört in jedem Fall zum Auffallen.

Es gibt zwei verschiedene Aspekte für das Anderssein, die man allerdings nicht immer ganz voneinander trennen kann: die statische Methode 'anders aussehen' oder die dynamische Methode 'anders verhalten'. Beide haben ihre Vorzüge und ihre Schwierigkeiten.

Nicht jeder ist so schön, dass er durch Schönheit auffällt, aber jeder kann so ordentlich zu spät kommen, dass es sicher auffällt. Und nicht jeder wird die Nerven haben, durch auffallendes Verhalten plötzlich im Mittelpunkt zu stehen, und lieber etwas Kleines und Unscheinbares tun wie sich zu bewegen, wenn alle ruhig sind, oder zum Beispiel ein Buch zu lesen, wenn sonst niemand ein Buch liest. 

Besonders für Frauen ist die Bewegung wichtig. Männer finden jede Frau in Bewegung attraktiv!

Wer einmal auf die Schiene des Auffallens gekommen ist, wird viele Möglichkeiten finden, die zur Situation und zum eigenen Typ passend sind. Man kann z. B. vor einer großen Menge Fragen stellen; keine Uhr tragen (so ist man gezwungen, immer andere Menschen in einer belanglosen Sache anzusprechen); sich asiatisch kleiden; wenn alle in eine Richtung blicken (wie zum Beispiel im Zug oder im Flugzeug) sich einmal in die Gegenrichtung setzen oder stellen und so ins Blickfeld aller kommen.

Die Grundfragen beim Auffallen sind also: Was machen alle? Was ich kann tun, um anders zu sein? Was passt zu mir? Was ist für die Situation angebracht? Was ist für alle nützlich, unterhaltend, eine Abwechslung?

Seitenanfang


Gelegentlich das Ungewöhnliche tun

Veränderungen schaffen Veränderungen. Oft kann eine kleine Änderung eine große nach sich ziehen. Du gehst zu einem neuen Friseur und mit der neuen Frisur sieht Dich dein Umfeld plötzlich anders. Du kleidest dich einmal ganz ungewöhnlich und plötzlich bist Du im Mittelpunkt des Gesprächs. 

Wichtig für ihre Wirkung ist das Wort 'gelegentlich'. Nur so fällt die Veränderung auch auf. Wer sich ständig ungewöhnlich gibt, der arbeitet damit höchstens an seinem Ruf als Spinner, den man nicht ernst zu nehmen braucht, den man dann auch gar nicht besonders wahrnimmt oder mit dem man gar nichts zu tun haben möchte.

Nicht jede Veränderung muss nach Besserem streben. Oft genügt einfach das Andere. Die Menschen lechzen nach Abwechslung und sind froh über jeden und jedem dankbar, der eine bietet.

Immer wenn eine Situation, ein Umfeld, ein Zustand unbefriedigend wirkt, ist eine Veränderung angebracht. Dies hält flexibel und eröffnet auch neue Möglichkeiten.

Um gelegentlich das Ungewöhnliche zu tun, heißt es aus dem Korsett der Gewohnheiten auszubrechen und sich auf Lernsituationen einlassen.

Hilfreich ist dabei, das Alte bewusst wegzulassen oder wegzugeben. Denn damit schaffe ich mir neue Freiräume. So wie ich gelegentlich Ungenutztes aus der Wohnung entferne, so muss ich mich auch von Tätigkeiten, Kontakten oder Verpflichtungen trennen, damit neue und hoffentlich bessere an ihr Stelle treten können.

Seitenanfang


Die Gleichen suchen

Gleichheit schafft Sympathie. Unter Gleichen oder Ähnlichen wird alles viel einfacher, Vertrauen wächst schneller. Allerdings ist es gar nicht so einfach, die Gleichen zu erkennen und dann auch zu finden.

Es gibt so viele verschiedene Grundlagen für Gleichheit oder Ähnlichkeit, z.B.:

    Gleiche Ausbildung

    Gleiches Alter

    Gleiche Herkunft

    Gleiche Hobbys

    Gleiches Schicksal

    Gleiche Krankheiten

    Gleiche Urlaube

    Gleiche Haustiere 

    Gleiche Lektüre

Mein persönliches Hauptkriterium waren die gleichen Hobbys und die damit verbundenen Freuden. Aber dies wird nicht für jeden gelten können. Wenn z.B. eine Krankheit das Leben dominiert, dann wird dort der richtige Kreis sein. 

Gleichheit findet man in Klubs, in Vereinen, in Parteien, in Stammtischen. Aber wenn die entsprechenden Organisationen nicht vorhanden sind, dann kann man sie selbst gründen, eine Option, die viel zu wenig genutzt wird.

Es gibt fast überall gemeinsam genutzte Ressourcen, wo man fast automatisch Gleichgesinnte trifft. So werden alle Raucher in Raucherecken zusammenkommen, die Kaffeetrinker sich vor dem Automaten immer wieder treffen. 

Toiletten sind auch solche Schalt- und Informationsstellen, die Menschen mit gleichen Körperrhythmen aufsuchen. Wer z. B. in der Nähe der Damentoilette sitzt, wird an einem langen Abend alle Frauen der Veranstaltung zu Gesicht bekommen, ohne sich selbst groß bewegen zu müssen. 

Es heißt oft "Gegensätze ziehen sich an", aber sie sind nur dann eine gute Basis für Partnerschaften, wenn sie sich ergänzen. Aber die Grundlage dieser Ergänzungen muss immer eine große Gleichheit in vieler verschiedener Hinsicht sein.

Seitenanfang


Freundlich sein

Freunde werden durch Freundlichkeit erworben. Freundlichkeit hilft ungemein, dass Menschen Deine Nähe immer wieder suchen. Wer eine Auswahl hat zwischen freundlichen und unfreundlichen Menschen, wird meist den freundlicheren den Vorzug geben, auch wenn diese vielleicht etwas untüchtiger als die unfreundlichen sind.

Zur Freundlichkeit gehören auch gute Umgangsformen, gutes Benehmen, Höflichkeit, wie man es früher genannt hat. Heute drückt man dies mit 'hoher sozialer Kompetenz' aus. Ich sehe darin einfach ein sehr effektives Verhalten im Umgang mit Menschen. Mag jemandem auch kurzfristig der Aufwand für Höflichkeit und Freundlichkeit zu groß erscheinen, langfristig ist er auf jeden Fall gerechtfertigt.

Seitenanfang


Small Talk (Gesprächsthemen)

Meister des Small Talks sind die Engländer. Sie reden vor allem über das Wetter. Es ist ein ideales Gesprächsthema: Es betrifft jeden, es ändert sich ständig, es ist so unverbindlich, jeder kann eine andere Meinung dazu haben, und es beleidigt niemanden.

Das sind Kriterien, die man auf jeden Small Talk anwenden kann. Vor dem Event überlegt man sich zwei, drei Themen und schon ist man für alle Fälle gerüstet.

Gute Themen sind das Berichten über eine Reise, einen aktuellen Film, ein Theaterstück. Aber auch ein Buch eignet sich zum Small Talk. Ich weiß, dass einige provokante Abschnitte meiner Thesen (z.B. Dummheit, Faulheit) wunderbare Diskussionen ergeben haben. Man kann auch Meinungen zu einer Frage einholen, dann können viele einen Beitrag leisten.

Wer denkt, Probleme mit Small Talk zu haben, sollte vor allem aufhören, sich darüber Gedanken zu machen. Denn wer einfach das ausdrückt, was er oder sie gerade fühlt, hat Themen genug. Und wer meine anderen Ratschläge befolgt, wie loben oder über Freude und die Gemeinsamkeiten reden, wird sogar ein Meister, eine Meisterin des Small Talks werden.

Seitenanfang


In einer Sache besonders gut sein

Wer eine spezielle Eigenschaft hat, der wird gerne aufgesucht werden, um entweder um Rat gefragt zu werden oder um Hilfe gebeten zu werden. Nicht immer muss dies nur spezielles Können oder Wissen sein, das unter Umständen nur schwer zu erwerben ist, auch Sammeln hilft.

Ich habe z. B. mit meiner umfangreichen CD Sammlung viele Kontakte knüpfen können. Und mein Kapitaleinsatz dafür war relativ gering. Aber über die vielen Jahre ist meine Sammlung so angewachsen, dass ich heute wirklich viele Musikwünsche erfüllen kann.

Die besondere Eigenschaft zählt allerdings nur, wenn sie bekannt ist. Also muss man etwas Eigenwerbung machen. Oder sich in Expertenkreisen für das spezielle Thema aufhalten.

Zu den wichtigsten eigenen Förderungsmaßnahmen gehört, das eigene Wissen auch weiterzugeben. Oft denken dann die Experten, sie verlieren ihren besonderen Status, wenn sie dies tun. Dies kann auch in Einzelfällen der Fall sein. 

Wer allerdings genügend oft berät (dies ist ein wichtiges Kriterium), der wird so viel Wissensvorsprung haben, dass ihm die Wissensweitergabe im Durchschnitt mehr nützt als schadet. 

Seitenanfang


Die gebotene Chance ergreifen

Dies ist ein schwieriges Thema. Wie oft haben sich Chancen geboten, die nicht ergriffen wurden. Die im nächsten Abschnitt beschriebenen Wiederholung wird es erleichtern, Chancen zu nutzen.

Aber vieles ist einfach nur jetzt oder nie zu nutzen. Hilfreich dafür sind folgende Gedanken. Hinderlich zum Zupacken sind nicht nur fehlender Mut zum Handeln, sondern auch die Angst, dauerhaft das Falsche zu tun. Hier kann man sich mit Probieren helfen. Nicht gleich kaufen, sondern mieten, nicht gleich einkaufen, sondern erst mal testen oder eine Option kaufen. Nicht gleich absagen, sondern nur nicht gleich fest zusagen.

In jedem Fall ist es gut, sich einen Informationskanal offenzuhalten. Wenn dieser noch nicht existiert, dann kann man sich mit etwas Fantasie leicht einen schaffen. Zum Beispiel von jemanden ein Foto machen und dann um die Adresse bitten, um es zuzuschicken. Oder eine Wette abschließen und dann einen Weg vereinbaren, wie man die Wette einzulösen hat. 

Der klassische Weg, jemandem eine Visitenkarte zu geben, ist immer noch aktuell und zulässig. Allerdings muss man diese auch immer dabei haben. Ist sie originell gemacht und auch mit einem Foto versehen, wird man sich mit großer Wahrscheinlichkeit lange in Erinnerung rufen.

Seitenanfang


Nähe und Intensität

Zum Kennen lernen muss man sich abtasten können. Nicht immer will man alles gleich auf einmal preisgeben oder erfahren und entdecken. Das heißt, es muss wiederholten Kontakt geben, um eine Beziehung auszuloten, sich zunehmend sicherer zu fühlen und immer mehr zu wissen, ob man diesen Kontakt auch weiterführen will.

Deshalb erfreuen sich auch im Beruf geknüpfte Kontakte so großer Beliebtheit, weil man hier - auf sicherem und neutralen Terrain - so viel über sein Gegenüber erfährt wie sonst nur im langen Privatleben.

Aber auch außerhalb des Berufes kann man ähnliche Situationen vorfinden. Die intensive gemeinsame Arbeit im Sport zum Beispiel kann eine gute Basis für eine lebenslange Freundschaft und auch mehr sein. Überall, wo man gemeinsam schwitzt, lacht, und um den Erfolg kämpfen muss, und zwar regelmäßig, immer wieder, wird man gute Kontakte finden. 

Für mich zählen als Beispiele dazu Gymnastik, Sauna, die Mitarbeit in einem Verein, das Singen in einem Chor oder Proben für ein gemeinsames Theaterstück.

Ebenfalls ein wichtiger Faktor der Nähe ist das Berühren. Wenn man sich berühren muss wie beim Tanzen, bei der Massage, dann kommt man sich näher. Und wem Du näher kommen willst, den musst Du berühren. Lässt er oder sie die Berührung zu, dann ist auch weiterer Kontakt erwünscht oder doch zumindest gestattet.

Nicht so gut geeignet für Kontakte sind Kinobesuche, sporadische Theaterbesuche, kurze Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dort ist man fast immer allein für sich, der Kontakt zum Umfeld ist schwierig. Da die Wiederholung fehlt, muss ein neuer Termin explizit vereinbart werden, was nicht allen liegt.

Aber wenn man sich wöchentlich zum Sport trifft, sich gemeinsam für einen Sieg einsetzt, dann in der Kneipe noch etwas trinken geht, dann wird man gute Möglichkeiten haben, viel voneinander zu erfahren. Und auch Termine außerhalb des Sportes vereinbaren können.

Aber auch der wöchentliche Kirchenbesuch, das Einkaufen immer zur gleichen Zeit, der regelmäßige Kaffeehausbesuch (zum gleichen Termin) bieten genügend Wiederholungs- und Kontaktmöglichkeiten.

Es gilt natürlich auch die Umkehrung. Alles, was wir regelmäßig machen und was nicht den gewünschten befriedigenden Kontakt bringt, sollte man sich selbst zur Diskussion stellen und dann entsprechende Veränderungen vornehmen. 

Seitenanfang


   Verfügbarkeit signalisieren und erkennen, Interesse zeigen

Oft sucht jemand Kontakt, schützt sich aber - für ihn oder sie meist gar nicht bemerkbar - davor mit einem Schutzschild. Das Schutzschild kann ganz vielfältig sein. Zum Beispiel ein Doppelname, der das Verheiratetsein annehmen lässt oder ein Ring, der wie ein Ehering aussieht. Aber auch schnelles Gehen, schlechter Geruch oder ein unfreundliches Gesicht schützen vor Kontakt.

Es lohnt sich daher, bei Freunden oder Bekannten nachzufragen, welche Schutzschilder sie bei Dir bemerken, und diese - wenn gewünscht - zu entfernen. Selbst wird man darauf nur schwer kommen.

Und auf die Signale zu achten, die ausgesendet werden. Je nach Kulturkreis werden diese verschieden sein. Aber mit einiger Erfahrung durch Beobachtung kommst auch Du ihnen auf die Schliche.

Zwei Freundinnen oder zwei Freunde, die gemeinsam ausgehen, lassen fast immer Kontakt zu, ebenso sind Restfamilien (wenn der Vater oder die Mutter nicht dabei oder nicht vorhanden sind) kontaktfreudig.

Wer Dich grüßt, anlächelt oder vielleicht sogar nur den Mund offen hält, wenn er dich sieht, vor allem etwas länger als normal oder wer Dich absichtlich berührt, lässt Kontakt zu.

Wer langsam geht oder vor Schaufenstern verweilt, ist meist nicht ungehalten, wenn er angesprochen wird. Wer Dich selbst anspricht, mit dem kann man auch ein Gespräch fortsetzen.

Gerne reden Menschen über ihre Erfolge, Kinder, Urlaube, Hobbys. Männer bevorzugen als Themen auch Autos oder exotische Sportarten. Frauen haben fast immer Interesse an kreativen Hobbys (Zeichnen, Malen, Modellieren, Fotografieren). Zeigst Du Interesse an diesen Themen, wirst Du auch leicht das Herz der Angesprochenen erreichen.

Seitenanfang


Die Freude teilen

Um die Freude zu multiplizieren, muss man sie teilen. Der Spruch ist allgemein bekannt, aber er wird doch nicht konsequent befolgt. Wir kommen oft gar nicht auf den Gedanken, unsere kleinen Freuden zu teilen. Und große Anlässe gibt es zu wenig.

Dabei gibt es so viele Gelegenheiten, die Freude zu teilen. Und wer es versucht hat, spontan einmal zum Beispiel auch Fremde oder nicht so gute Bekannte an Freuden teilhaben zu lassen, wird überrascht sein, wie befriedigend dieses Gefühl ist.

Darum liebe Leserinnen und Leser, ladet Euer Umfeld mehr ein, zu einer Tasse Kaffee nach einer bestandenen Prüfung, zu einem Mondscheinspaziergang, weil der Abend so schön ist, zu einem Kinobesuch, zum Aufbrauchen des Theaterabonnements oder zu einer Kassette mit Eurer Lieblingsmusik.

Natürlich wird es die eine oder andere Enttäuschung dabei geben, weil nicht jede Freude für jeden passt, aber insgesamt sind gemeinsame Freuden ein gutes Band für gute Kontakte.

Aber wer sich bei seinem Freude-Teilen vor allem auf die kleinen Freuden besinnt, der wird keinen unverschämt großen Einsatz einbringen und dessen mögliche Enttäuschung wird sich dann immer im vertretbaren kleinen Rahmen halten.

Seitenanfang


Lob aussprechen, Kritik vermeiden

Gemeinsames Schimpfen mag zwar kurzfristig verbinden, langfristig aber sind negative Äußerungen keine gute Basis für Freundschaften. 

Ein positives Klima ist das, was die meisten Menschen langfristig anstreben. Ein Klima, in dem gelobt wird, ermuntert wird, wo sie sich bestätigt fühlen, in dem Freude ein wichtige Rolle spielt.

Dazu ist es notwendig, Lob auszusprechen und Kritik zu vermeiden. Gerade Menschen mit hohem Intelligenzgrad aber haben Probleme mit diesen Vorschlägen. Durchschauen sie doch alle Probleme schneller als alle anderen und versuchen sie doch, sich damit in ihrem gesellschaftlichen Umfeld einen Vorteil zu sichern.

Die Kunst ist nun - man nennt dies soziale Intelligenz -, mit Lob und Kritik so umzugehen, dass sich alle damit wohlfühlen.

Zu den wichtigsten Grundsätzen gehört, in das allgemeine Lob möglichst viele einzuschließen und Kritik unpersönlich zu formulieren, damit niemand sein Gesicht verlieren muss.

Im Zweiergespräch darf man direkter werden, Kritik aber sollte auch dort in Lob eingebunden sein. Mit einigem Nachdenken wird man Kritik leicht in positive Vorschläge umformulieren können. 

Man kann auch die Wahrheit formulieren, ohne permanent zu beleidigen. Und man kann Missstände abschaffen, ohne das Negative ein permanentes Thema werden zu lassen. Ich gebe zu, dass beides aufwendiger ist, als sich einfach auszukotzen, aber der Aufwand ist notwendig. 

Wer sich nie mit diesen Vorschlägen beschäftigt hat, sollte kleine Übungen dazu machen. Denn man kann auch mit dem Loben Fehler machen und mangelnde Kritik kann unmenschlich werden. Es gibt so viele menschliche Spielwiesen, um diese sozialen Fähigkeiten zu trainieren.

Seitenanfang


Helfen

Helfen schafft Nähe und Kontakte. Leider kann es auch Abhängigkeiten schaffen, die man gar nicht wollte. Deshalb sollte man seine Hilfe nie aufdrängen.

Aber es kann sehr hilfreich für das Knüpfen guter Kontakte sein, sich gelegentlich helfen zu lassen. Manche Menschen machen ein richtiges Spiel daraus, sich hilfloser zu geben, als sie es sind, nur um Menschen damit anzulocken.

Ein klassisches Beispiel sind die Menschen, die keine eigene Uhr tragen, nur damit sie andere fragen müssen, wie spät es ist.

Sich helfen zu lassen, heißt auch, eines der vielen Schutzschilder, die Menschen sich zulegen, um sich von der Umwelt abzukoppeln, ablegen und sich wagen, eine Beziehung einzugehen.

Wenn die Hilfeleistungen klein sind und man in der Lage ist, sich auch wieder - auf anderem Gebiet - zu revanchieren, dann darf man sich diese Blößen gerne geben.

Seitenanfang


Die Persönlichkeit kennen und respektieren

Man kann es gar nicht oft genug sagen. Menschen wollen beachtet werden. Manche Leute hätten viel weniger Probleme, wenn sie nur mehr ihre Mitmenschen beachten würden. Sogar Firmen haben diese Basisweisheit in ihre Geschäftsgrundsätze geschrieben: Respect for the individual, das war ein Grundsatz der IBM. 

Wenn man nach dem Wortsinn von Höflichkeit fragt, dann bezeichnet es Verhalten, das bei Hofe zum Erfolg geführt hat. So will ich heute Höflichkeit als das definieren, was in unserem Umfeld das Leben für uns gemeinsam leichter und besser werden lässt.

Man muss es mit der Höflichkeit nicht übertreiben. Schon mit einfachen Mitteln kann man ein gutes Klima untereinander schaffen.

Zu den einfachsten Respektbezeugungen gehört es, uns bekannte Menschen mit dem Namen zu grüßen. Dies zeigt, dass mir dieser Mensch so wichtig war, dass ich mir den Namen gemerkt habe. Und es erzeugt auch gleich eine persönliche Basis für ein Gespräch.

Viele Menschen wollen auch, dass man ihnen zum Geburtstag gratuliert. Oder zumindest freuen sie sich darüber, wenn man sich den Geburtstag gemerkt hat. Mit einem guten Kalendermanagement wird man diesem Wunsch leicht nachkommen können.

Gratulieren kann man auch zu allen anderen Anlässen. Die bestandene Prüfung, das neue Auto, die Geburt eines Kindes, die Beförderung, sie alle sind ein Grund zu gratulieren und damit zu zeigen, dass man an dem Leben des Menschen Anteil nimmt.

Beim Sammeln mithelfen kann auch eine gute Basis für besseren Kontakt sein. Manche Sammlungen wachsen einfach viel leichter, wenn sich viele daran beteiligen. Meist ist der Aufwand dafür gering, es genügt, dass man daran denkt, dass jemand etwas sammelt, auf das man zufällig stößt, und es dann mitbringt.

Zu den intensiveren Respektbezeugungen gehört, dass man Wünsche erfragt und einige davon gelegentlich erfüllt.

Seitenanfang


Unterhalten, Überraschen

Menschen, die Kreativität darin zeigen, dass sie andere überraschen oder unterhalten, werden es sehr leicht haben, Kontakte zu knüpfen oder zu halten.

Einige einfache Zaubertricks oder Fingerfertigkeiten genügen dazu schon. Aber auch Kneipenspiele oder Spiele, wie sie Kinder gerne miteinander spielen und die keine Requisiten benötigen, wie Schere, Stein, Papier sind gute Unterhaltungsmöglichkeiten, auch mit noch fremden Menschen.

Manchmal muss man nur etwas nachdenken und auf die Idee kommen, unterhalten zu wollen, und schon findet man eine passende Form des Kontaktes. Leider sind die NEW GAMES nicht mehr modern, sie haben in den 70er Jahren viele gute Kontakte ermöglicht.

Und manchmal helfen ganz einfache Requisiten, jemanden in ein Spiel einzubinden. Ein Ball zum Beispiel ist wunderbar geeignet, jemanden anzupeilen, den man in ein Spiel einbinden will.

Seitenanfang


Das Netzwerk pflegen

Viele Menschen sind in einem Netzwerk eingebunden, von dem sie aber keinen Nutzen haben, weil sie es nicht verwenden. Man muss in diesem Fall einfach die Möglichkeiten ausnutzen und schon wird aus dem Gerippe des Netzwerkes ein dichtes und gutes Netz.

Überlegt, welche 'toten' oder nichtaktiven Mitgliedschaften oder Zugehörigkeiten Ihr habt, und wie man diese zum Leben bringen könnte.

Andere lassen ein Netzwerk austrocknen, weil sie es nicht pflegen. Wenn es ihnen gelingt, z. B. Briefe zu schreiben oder sich mit Internet an Chats zu beteiligen, bekommen diese Kontakte plötzlich Sinn und damit Nutzen.

Es ist sehr befriedigend, Kontakte für andere zu knüpfen, man muss ja nicht gleich verkuppeln. Aber dem Schicksal etwas nachzuhelfen, das macht Spaß und kann für die Beteiligten große Freude bringen.

Seitenanfang


Kontakte mit dem Internet

Viele meiner LeserInnen haben sehr erfolgreich Kontakte mittels der neuen Medien geschlossen. Mit Foren, Chats, E-Mail und SMS wurden Beziehungen geknüpft und aufrecht erhalten.

Besonders Menschen, die an einen Ort gebunden sind oder deren Mobilität, z.B. wegen ihres Alters, eingeschränkt ist, haben dadurch neue Chancen bekommen.

Aber wegen meiner Liebeskummerseite bekomme ich auch viele der negativen Aspekte dieser virtuellen Beziehungen mit.

Das Hauptproblem liegt im großen Aufwand dieser Kontakte. Stundenlange Fahrten zum persönlichen Kennenlernen sind sehr häufig. Und Chatten ist nur ein schlechter Ersatz für persönliche Gespräche. Man ist eben nur im gleichen, virtuellen Ort, aber sich doch nicht nahe, auch wenn beim Nachrichtenaustausch dieser Eindruck, meist mit viel Wunschdenken, entsteht.

Auch kommt es immer wieder zu Täuschungen über die wahren Identitäten. Viele Menschen verstecken sich mit Pseudonymen, hinter Profilen, die nicht stimmen. Wird dann der Versuch unternommen, die Grenze zur realen Welt zu überschreiten, sind massive Enttäuschungen nicht selten. Es ist also doch größere Vorsicht angebracht. Oder man lebt sich in der virtuellen Welt so aus, wie es das Wunschdenken ist und sucht sich den Lebenspartner dann doch eher in der realen Welt.

Ich persönlich habe mit meinen Internetseiten fast nur gute Erfahrungen gemacht und einige nette Menschen dabei kennen gelernt. Aber das war zu Beginn des Internetbooms. Inzwischen gibt es mehr schwarze Schafe auf diesem Sektor und das Risiko steigt. Betrüger und Kriminelle sind heute auch erfolgreich im Netz unterwegs! Dialer, 0190-Nummern, teure SMS, Spam und Viren haben die Welt verändert, also Vorsicht!

Seitenanfang

Sammlungen

Kleine Freuden
Mehr kleine Freuden
Noch mehr kleine Freuden
Freu(n)de finden
Gedichte und Spiele für Feiern aller Art

Impressum Denkstelle Festpark Spasspost buchegger.com Tübingen Praxilogie Werbung

© (P) 2010 Otto Buchegger, Tübingen

www.buchegger.de/freundefinden.html

Vielen Dank, jede Bestellung bei Amazon unterstützt die Denkstelle!