Aktuelle Kaufempfehlungen (Mai 2012) Für Einsteiger, auch für Senioren Canon
PowerShot SX130 IS, Es ist kein Zufall, dass ich nur noch Canon Digitalkameras empfehle. Sie sind nach meiner Erfahrung ausgereift, zuverlässig, verwenden keine teuren Akkus oder Speicherkarten und sind ergonomisch eine Wohltat. Umfangreiche Test sind auf Dpreview (in Englisch) |
| Inzwischen
habe ich es aufgegeben, meine Digitalkameras zu zählen. Der Wechsel war leider notwendig,
weil sich Digitalkameras verschleißen. Die Sensoren werden schlechter und irgendwann
dringt durch den Unterdruck beim Ausfahren der Objektive auch Schmutz ein. Zwei sind an
schlechten Batteriefachverschlüssen gestorben. Neue Funktionen haben mich weniger gereizt, viele haben sich im Nachhinein als unnötig erweisen. Leider hat die Fotoqualität im Laufe der Zeit nicht wirklich zugenommen, im Gegenteil bei manch erzwungenem Wechsel hat das Vorgängermodell mit weniger Pixel auch wesentlich bessere Bilder gemacht. Zur Zeit (seit 2010) verwende ich eine Canon PowerShot S95 als Immer - Dabei - Kamera. Sie hat echtes Hemdentaschenformat, mit einem aufgeklebten Gummistück rutscht sie auch nicht. Sie macht als erste meiner vielen Kameras wirklich gute Fotos im Automatic Modus, auch im Nahbereich.Ich benutze nicht das eingebaute HDR (weil es unausgereift ist) oder den Blitz (den man wegen der hohen Lichtstärke von 2.0 entbehren kann). Von den vielen verschiedenen Modi verwende ich überwiegend den Automatic Modus und Videos, inklusive des Miniatureffekts dabei (auch bekannt als Tilt-Shift Video). Immer noch vermisse ich einen Sucher, aber das scheint der Komromiss für die Kleinheit zu sein. Mit den speziellen Akkus habe ich mich angefreundet, für meinen Einsatz brauche ich drei davon. Auch hier habe ich für die Kleinheit meine Vorliebe für AA Akkus eingetauscht. Als Standardseitenverhältnis setze ich 3:2 ein, Videos werden im 16:9 Format gemacht. Als Ergänzung für den Weitwinkelbereich (24 mm) habe ich noch eine Panasonic Lumix LX3, die ich aber wegen vieler verschiedener, störender Kleinigkeiten (die typisch für Panasonic zu sein scheinen) nicht mag und nur verwende, wenn es sich nicht vermeiden lässt.
Es hat sich im Laufe eines langen Lebens ein großer Erfahrungsschatz an Fototechnik angesammelt, den ich hier aufschreibe, hoffentlich zum Nutzen vieler, die nicht immer verstehen, was so auf Prospekten oder Fachmagazinen über Fotoapparate steht und über diese vielen Abkürzungen grübeln. Was man aber mit der Technik alles anfangen kann, steht besser auf der Seite Digitalfotos.
BildformateMein ersten Fotoformat war 6 x 6 (ausgesprochen 6 mal 6 cm), oder im Breiten- zu Höhenverhältnis angegeben 1:1 (1 zu 1). Dieses klassische Mittelformat hat sich in Profikameras lange gehalten und ich wundere mich, warum die modere Digitaltechnik es nicht mehr verwendet. Das 1:1 Format ist extrem praktisch, man kann die Kamera immer in der gleichen Position halten (wichtig bei Verwendung eines Stativs), braucht sich keinen Arm oder Hals verrenken, wenn man hochformatige Bilder machen will. Die Nachteile früherer Technik (teures Filmmaterial), Nachbearbeitung (Ausschneiden) zwingend notwendig, spielen in der Digitaltechnik kaum eine Rolle mehr. Aber die Technik ist mit der Einführung des Kleinbildfilms (35 mm Rollfilm, zuerst in der Leica, daher auch Leicaformat, 36 x 24 mm, 3:2) einen anderen Weg gegangen. Mit dem KB Film wurde das Filmmaterial optimiert und man konnte gleich beim Fotografieren die Bildausschnitte festlegen. Das schien anfangs ein großer Vorteil zu sein, nicht umsonst hat es sich bis heute gehalten. Auch das KB Format wurde weiter optimiert, zuerst mit dem Halbformat 24x18 (oder 4:3). Das 4:3 Format war aber auch Standard in den Kinofilmen, so wurde es auch zum Standard der Fernsehgeräte. Mit der Konvergenz von Computerbildschirmen und Fernsehgeräten (man will in einem Gerät beide Anwendungen sehen) setzt sich nun das 16:9 Format in beiden durch und dies hat auch Auswirkungen auf die Fototechnik.
Der Faktor 1,78 beim 16:9 Format entspricht etwa unserem Gesichtsfeld, das auch viel mehr Breite als Höhe wahrnimmt. Insofern macht dies fürs HDTV Sinn, ist doch das Fernsehen unser Fenster zur Welt. Aber schon bei Computeranwendungen habe ich Zweifel, ob dies der richtige Weg ist. Und ganz falsch scheint es mir zu sein, Foto-Kamerachips dafür zu optimieren. Wer damit Hochformat Bilder machen will, hat ein sehr ungünstiges Verhältnis. Nur für ultraschlanke Motive kann man bildfüllende Fotos machen. Und muss man aus den Breitwandformat Originalen Hochformat Ausschnitte machen, ist ein großer Teil der Belichtung umsonst gewesen. Dies bedeutet heute zwar nicht mehr Filmverlust, aber Schärfe- und Informationsverlust. Lediglich die Konvergenz Film- mit Fotokameras (ein Gerät für beide Techniken) spricht für die Verwendung von 16:9 Chips, als reiner Fotograf würde ich mir nach wie vor ein 1:1 Bild (vielleicht sogar mit einem kreisförmigen Sensor) wünschen, mit der entsprechenden Software, die mir einfach mit einer "Maske" die gewünschten Ausschnitte liefert. Tatsächlich aber sind meine heute häufig eingesetzten Kameras für Fotos auf 3:2 (wegen der Bilder Prints) und Videos auf 16:9 (wegen YouTube) eingestellt. BrennweitenDie Brennweite eines Normalobjektivs bei Kleinbildkameras (KB) war 50 mm und dies war ungefähr die Diagonale der Aufnahmeformats. Bei einem 35 mm KB Film hatte man mit dieser Brennweite den gleichen Eindruck an Perspektive auf dem Film, wie durch normales Sehen. War die Brennweite kürzer, dann hatte man mehr Informationen am Film und man spricht von Weitwinkel, war sie länger, dann war der Ausschnitt kleiner, Entfernungen erschienen kürzer und man spricht daher von Teleobjektiven. Meine letzte nichtdigitale Spiegelreflexkamera hatte ein Zoomobjektiv von 28 - 200 mm und damit war ich für alle praktischen Fälle gut gerüstet. Beim Umsteigen auf Digitalkameras sind diese mm Angaben sinnlos, weil die Chips verschieden groß sind. Man gibt sie dann mit KleinBild Entsprechungen an. Dies ist für jüngere ein schlechter Brauch, denn die alten KB Angaben sagen ihnen nichts mehr. Besser wäre die Angabe eines relativen Faktors zur Normalbrennweite (Chipdiagonale), manche Fototests verwenden diese jetzt auch schon, aber sie scheint sich nicht durchzusetzen.
Als (optischen) Zoomfaktor bezeichnet man das Verhältnis zwischen kleinster und größter Brennweite, z.B. 3-fach Zoom mit kleinster KB Brennweite 35 mm, bedeutet einen Zoom Bereich von 35 bis 105 mm oder in moderner Schreibweise 0,7 - 2,1. Wegen des häufigen Einsatzes werden 35 mm Objektive inzwischen nicht mehr als Weitwinkel angesehen, sondern auch schon zu den Normalobjektiven gerechnet. Dieser Zoom Bereich kommt häufig vor und reicht für viele Anwendungen. Für mehr Info zum Motiv kann man Bilder zusammennähen (stitchen), für Details verwendet man Software, die Ausschnitte erlaubt. Diese werden dann irreführenderweise als Digitalzoom bezeichnet. Ideal wären natürlich auch bei Digitalkameras Zoomlinsen von 0,48 bis 4, dann gerne als 8 fach Zoom bezeichnet. Aber der Preis für Zoomlinsen ist hoch, nicht nur in der Geldbörse, sondern auch bei den technischen Kompromissen. Zoomobjektive sind immer lichtschwächer als Objektive mit fester Brennweite (wegen der zusätzlichen Linsen) und sie verzerren zusätzlich zu den nicht verhinderbaren optischen Verzerrungen (stürzenden Linien, die zu "schiefen Gebäuden" führen), weil sie nicht für jede Brennweite optimierbar sind. Besonders im Weitwinkelbereich sind diese Verzerrungen (tonnenförmig oder kissenförmig, bei der Abbildung von Rechtecken) sehr störend. Aber auch hier hilft wieder Software, wie übrigens auch bei den stürzenden Linien. So bleibt als einziger echter Nachteil die fehlende Lichtstärke übrig. LichtstärkenDie Lichtstärke ist die größte wirksame Objektivöffnung, dividiert durch die Brennweite. Je kleiner diese Zahl, um so besser, das heißt um so weniger Licht braucht man zum Fotografieren. Das theoretische Limit ist 0,5, in der Praxis ist schon 2 eine sehr gute Lichtstärke. Normal bei guten Kamers ist eine Anfangslichtstärke (bei kürzester Brennweite) von 2,8. Bei sehr hellem Licht kann man noch mit einer Lichtstärke von 6 (z.B. bei den langen Brennweiten von Teleobektiven) gute Fotos machen. Meine Olympus C-5050 hatte eine maximale Lichtstärke von 1,8 und dies hatte mir schon manches Foto erlaubt, das sonst verwackelt gewesen wäre. Ich würde weiterhin bei einem Neukauf auf gute Lichtstärken achten, auch wenn es zusätzliche Möglichkeiten gibt, gute Fotos zu machen und es auch Nachteile dabei gibt (hoher Preis, hohes Gewicht, Kompromisse bei der Abbildungsqualität). Eine gute Lichtstärke erkennt man leicht am Objektivdurchmesser, je größer, desto besser. Angaben in den Prospekten dazu findet man eher selten. WechselobjektiveEigentlich steckt dahinter die Frage, ob man unbedingt eine Spiegelreflexkamera (SRL, Single Lens Reflex) für gute Fotos braucht. Die Antwort dazu ist aus meiner Sicht ein klares Nein, außer man will seine alten, teuren Spezialobjektive einsetzen. Der Hauptvorteil wäre, das fertige Bild zu sehen und das kann man heute bei allen Digitalkameras sofort, spätestens Sekunden nach dem Fotografieren. Also reduziert sich dieses Problem auf die Frage, ob man wirklich Wechselobjektive braucht. Für Spezialprobleme (z.B. Reproduktionen oder Reporter) wird sich das nicht vermeiden lassen, für die Mehrzahl der Fotografen wird man durch ein gutes Zoomobjektiv besser alle Probleme lösen, eventuell mit Nachbearbeitung durch passende Software. Das Öffnen der Kamera zum Linsenwechsel hat bei Digitalkameras gravierende Folgen, weil eindringender Schmutz nicht mehr durch den Film wieder raustransportiert wird, sondern für alle Zeiten das Fotografieren stört oder zusätzliche Wartungsarbeiten erfordert. Seit einigen Jahren bringen Firmen (wie Panasonic, Olympus) spiegellose Systemkameras auf den Markt, die sich als "Mirrorless Interchangeable Lens Cameras" durchgesetzt haben. Ich bin ihrem Charme noch nicht erlegen, vor allem, weil die Objektivauswahl mich noch nicht überzeugt hat. Also weder SRL oder Wechselobjektive sind für die Kaufentscheidung relevant. Vielmehr scheint es mir eher eine Prestigefrage zu sein, sie einzusetzen. Ich sehe das immer an dem mitleidigem Lächeln der Berufsfotografen, wenn sie meine bescheidene Ausrüstung sehen. Bei wirklichen Zwängen würde ich lieber mehrere und verschiedene Digitalkameras wählen. Sucher, Displays und MonitoreEs liegt im Trend nur noch Digitalkameras ohne Sucher, sondern nur mit einem Monitor auf der Rückseite, oft auch Display genannt, anzubieten. Für Menschen, die gut sehen, mag dies Vorteile haben, denn der Wegfall des Suchers reduziert die Kosten und das Gewicht und erlaubt große Monitore. Aber sie bleiben gewöhnungsbedürftig. Das Problem liegt in der Sichtbarkeit. Da man Gegenlichtaufnahmen vermeiden will, scheint das helle Licht nicht nur auf das Objekt, sondern auch auf den Monitor - Display. Für Menschen, die schlecht sehen und Brillenträger, ist dies keine Lösung. Ich möchte den Sucher zur schnellen Objektwahl, das genaue Bild sehe ich ohnehin erst später am Computerbildschirm.
Trotzdem sind große Monitore ein Vorteil, denn sie erlauben das Betrachten von Bildern unterwegs. Als Standard würde ich einen 2 Zoll Monitor oder 5 cm Bilddiagonale ansehen. Kleiner sollte er nicht mehr sein. Es hat in der Praxis keinen großen Vorteil, wenn man den Monitor ausklappen kann. Wichtiger ist, dass das Display auch von der Seite angesehen werden kann, dann kann man damit genau so gut Bilder "über Kopf" schießen, wie bei Klappmonitoren, die mir zu umständlich sind. Elektronische Sucher sind ein häufiger Kompromiss. Ihre Bildqualität ist überwiegend schlecht, trotzdem kann man die Objekte schnell und gut damit verfolgen. Es ist bei ihnen nicht notwendig, sie in die Mitte zu legen. Für viele Menschen wäre es hilfreich, sie auf der linke Seite der Kamera anzuordnen. Apropos Geschwindigkeit. Normale Digitalkameras werden immer langsamer als Fotoapparate alter Bauart sein, denn die Analyse eines Bildes braucht Zeit. Aber wenn man weiß, dass man alle Einstellungen im Voraus machen kann, in dem man nur halb auf den Auslöser drückt, dann ist das Aufzeichnen des eigentlichen Fotos beim ganz Durchdrücken auch schnell genug. Die Funktion des Halbdurchdrückens bezeichnet man auch als AF-Lock, der Auto Focus (AF) wird damit festgezurrt. Und noch eine Hilfe hat man: Einfach hintereinander viele Fotos schießen (z.B. mit der Serienbildfunktion). Ein passendes wird schon dabei sein und den Rest kann man wieder löschen VerwacklungsschutzEs gibt viele Möglichkeiten, unverwackelte, scharfe Bilder zu machen. Nicht immer ist dazu ein Bildstabilisator notwendig (IS Image Stabilizer und viele andere Begriffe werden verwendet). Aber die meisten funktionieren inzwischen so gut, dass man nicht mehr darauf verzichten will. Ein Stativ ist aber oft die bessere Lösung. Auch die Handhaltung, die das Bewegen der Kamera beim Abdrücken des Auslösers reduziert, spielt eine große Rolle. Hat man kein Stativ dabei, dann kann man immer noch die Kamera oder wenigstens die Hand aufstützen, auch ein seitliches Aufstützen an einer Stange oder einem Türrahmen kann hilfreich sein. Gutes Licht ist auch ein Ausweg, wobei ich das Blitzlicht - wann immer möglich - nicht einsetze. Gerade wenn das Objekt beweglich ist, wie bei Portraits, kann man oft leicht einen helleren Platz suchen, an dem man dann das Foto macht. Die Chance scharfe Bilder zu machen, steigt auch mit der Anzahl der Versuche. Also immer mehrere, mindestens zwei Aufnahmen, machen, das beste nimmt man dann, die anderen werden wieder gelöscht. Wer bei kritischen Lichtverhältnissen den Selbstauslöser und ein Stativ einsetzt, reduziert ebenfalls die Verwacklungsgefahr. Besonders kritisch ist der Einsatz von Teleobjektiven. Dort macht Bildstabilisierung am ehesten Sinn, allerdings nur, wenn sich des Objekt nicht bewegt! Schnell bewegte Objekte kann man mit Kameranachführung doch scharf bekommen, bei dann unscharfem Hintergrund. Schwere Kameras werden übrigens weniger verwackelt, als leichte, ein wichtiges Argument gegen die immer leichter und kleiner werdenden Digitalkameras. StromversorgungMacht man sich klar, wie kompliziert eine Digitalkamera ist, dass sie nicht nur aus einem Chip und Sensoren, sondern auch aus elektrisch angetriebener Mechanik, einem Monitor, einem extrem leistungsfähigen Prozessor mit umfangreicher Software besteht, dann grenzt es für mich an ein Wunder, dass man mit zwei AA-Akkus (Mignon) mehrere hundert Fotos schießen kann. Im Akkubereich hat schon seit einiger Zeiteine große Neuerung Einzug gehalten, die Entladungsprobleme gehören der Vergangenheit an. Es gibt mit Sanyo ENELOOP zwei Standardakkus (sowohl AA wie auch AAA), die sich wenig entladen, lange halten und auch bei Kälte noch akzeptabel funktionieren. Leider konnten sie propretäre Akkus nicht verdrängen, schade, so schleppe auf Reisen wieder mehrere Netzgeräte und Anschlusskabel mit. Die Übereinkunft Kameraakkus über USB aufzuladen, hat sich bisher (2012) ebenfalls nicht durchgesetzt. Und leider gibt es auch noch keine Übereinkunft, wie die Mini-USB Anschlüsse ausschauen sollen. Auch hier muss man dann mehrere Kabel einsetzen, was extrem lästig ist. Es gibt noch viel zu tun, liebe Kameraindustrie! Pixel und SensorgrößeZum Glück hat die Pixelmania abgenommen, nachdem viele festgestellt haben, dass mehr Pixel nicht unbedingt zu besseren Fotos führen. Mehr als 5 Megapixel (MP) für ein Bild halte ich für überflüssig. Nun heißt das nicht unbedingt, dass die Kamera nicht mehr als 5 MP haben sollte, denn man will ja auch Ausschnitte machen können. Nimmt man eine vernünftige Kameroptik an, die von vornherein die groben Ausschnitte festlegt, dann genügen sicherlich schon 6 MP. Selbst bei einer Idealkamera mit einem 1:1 Sensor Chip, bei dem immer die Hälfte des Bildes verloren gehen kann, sind mehr als 10 MP unnötig. Zu viele Pixel machen die Kamera langsam, den Datentransfer von Kamera zum Computer langsam, sie brauchen am Rechner unnötig Speicherplatz. Letzten Endes kosten sie zuviel, und sie bringen nichts. Man wird also für die meisten praktischen Anwendungen nicht nach einem technischen Maximum, sondern nach einem praktischen Optimum suchen. Eine Vorgangsweise, die übrigens ganz typisch für viele Entscheidungen bei Digitalkameras ist. Der entscheidende Parameter für die (theoretische) Bildqualität ist weniger die Pixelanzahl, als die Größe des Sensor Chips. Was ihre Angabe bedeutet, ist heute nicht mehr nachvollziehbar (ich vermute, das wird mit Absicht so gemacht, um besser täuschen zu können), kann man aber bei Dpreview nachlesen.
Von allen Daten ist hier die letzte Spalte, die Fläche (in Quadratzentimetern, cm2), die entscheidende. Je größer sie ist, desto besser können die Bilder werden! Hier sieht man sofort einen der früheren Hauptgründe, warum digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) überhaupt gekauft wurden. Sie verfügten über die größten Chips, mit bis zu 8,64 cm2 (bei Fullframe, als Referenz fett gedruckt). Leider aber haben sie so viele andere, schwer wiegende Nachteile (der wichtigste ist der extrem störende Lärm), dass sie für mich nicht Frage kommen. Meine Kamera, die bisher die besten Fotos gemacht hat (eine Olympus C 5050, leider auch nicht mehr erhältlich), hatte eine Chipfläche von 38 mm2. Mit 5 MP war ihre Pixeldichte 13 Megapixel pro Quadratzentimeter, ein für mich optimaler Wert. Werte für Profigeräte liegen unter 3 und alles was größer als 30 ist, ist problematisch und Geräte, mit einer Pixeldichte über 35, würde ich generell nicht kaufen. Also je mehr Pixel pro Fläche, desto schlechter! Leider wissen dies die Hersteller noch nicht, denn die meisten heute kaufbaren Kameras haben eine Pixeldichte um 35. Kein Wunder, dass die Fotos immer schlechter werden!
Gute Datenblätter und Kameratests sollten daher stets die Pixeldichte (pixel density, in Megapixel pro Quadratzentimeter, MP/cm2) angeben. Oft wird man aber diese Angaben vergeblich suchen. Leider aber ist eine niedrige Pixeldichte alleine keine Garantie für exzellente Fotos. Es müssen auch alle anderen Faktoren (z.B. Objektiv, Bildprozessor) stimmen. Aber sie ist eine notwendige Vorbedingung, damit man beim Fotografieren dauerhaft Freude hat! SoftwareWas früher das Fotolabor war, das ist heute die Software, die man sowohl zum Archivieren, wie auch zum Nachbearbeiten braucht. Für die meisten Zwecke wird man mit dem Gratisprogramm Picasa auskommen. Das Standardprogramm ist aber Adobe Photoshop Elements (für die Einsteiger der Bildmanipulation) oder Adobe Photoshop (für die Profis). Folgende Grundoperationen wird man häufig brauchen:
Alle anderen Operationen wird man seltener einsetzen, z.B. Stitchen (Bilder aneinanderfügen, ideal für Panoramafotos), stürzende Linien (bei Gebäuden) und andere Verzerrungen (meist bei Weitwinkelaufnahmen) korrigieren. Andere "Verbesserungen" oder Korrekturen (z.B. Slimming, d.h. dicke Menschen durch Bildstauchung schlanker machen), gehören dann eher ins Fach Kunst oder Malerei. Wer Fotos als Dokumente einsetzt, wird sie vermeiden, denn sie verfälschen dramatisch das Bild. Besonderheiten bei DigitalkamerasAlle Geräte, die mit Chips aufzeichnen, auch Filmkameras, geben bei veränderten Lichtverhältnissen nicht immer die Farben naturgetreu wieder. Diese Schwachstelle behebt man mit dem Weißabgleich (White Balance, WB). Beim Weißabgleich zielt man auf ein weißes Objekt (ich habe für diesen Zweck eine weiße Karteikarte eingesteckt) und hält den entsprechenden Knopf solange gedrückt, bis die Kamera diese weiße Farbe erkannt hat. Als Notlösung für fehlende kurze Brennweiten hat sich das Stitchen durchgesetzt. Damit fügt man mehrere Bilder zu einem Bild zusammen. Zum Beispiel macht man dies für Panorama Ansichten, aber auch das Stitchen geht in alle Richtungen, auch in der Höhe. Damit man die Bilder nahtlos aneinander fügen kann, müssen die Einstellungen für die Belichtung gleich bleiben. Ansonsten sieht man Farbunterschiede. Die Taste oder Einstellung, mit der man gleichzeitig die Belichtungszeit (Exposure) und Blende (Aperture) festlegt, heißt meist AEL (das steht für Aperture Exposure Lock). Die Vorgangsweise kann von Kamera zu Kamera verschieden sein. Ich ziele zuerst auf den mittigen Bildausschnitt, drücke den Auslöser halb durch und gleichzeitig kurz auf die AEL Taste. Damit ist die Belichtung gespeichert. Dann kommen hintereinander die Teilansichten und nach dieser Serie wird die AEL Taste nochmals gedrückt und damit der eingestellte Belichtungswert wieder gelöscht. Bei Panorama Ansichten empfiehlt es sich nicht nur ein Stativ zu verwenden, sondern es auch genau horizontal auszurichten. Man braucht immer eine Überlappung der Einzelbilder, damit man sie leicht zusammenfügen kann. Hilfreich ist es dabei, wenn das Loch für die Stativschraube (das Stativgewinde) in der Achse der Linse liegt und nicht zu weit daneben. KaufentscheidungDigitalkamers sind inzwischen ziemlich ausgereift. Man kann also auch beruhigt ein etwas älteres, sehr viel preiswerteres Modell kaufen. Das Wichtigste an den Testberichten ist, dass die Kameras gute Fotos, auch bei weniger optimalem Licht, machen (Bildqualität). Alle anderen technischen Angaben sind für die technik-verliebten Freaks, die man in der Foto - Branche immer finden wird und die in der Digitalkamera ein Statussymbol und kein Werkzeug zum Bildermachen sehen. Übrigens, fast alle Chipsarten gleicher Pixeldichte (Sensoren) und sicherlich alle Kartenformate sind etwa gleich gut. SD und die mehr Speicherplatz bietenden SDHC Karten aber sind am preiswertesten und deshalb vorzuziehen. Nur beim Filmen braucht man extra schnelle Karten. Die Unterschiede zwischen guten und schlechten Kameras liegen in der Größe des Sensors (bzw. der Pixeldichte), im Bildprozessor (also der internen Software) und im Objektiv. Für mich ist auch noch die problemlose Stromversorgung wichtig, diese wird meist aber nicht getestet, weil die Journalisten, die Kameras beschreiben, sie im Normalfall gar nicht in der harten Dauerpraxis einsetzen. Anfänger brauchen auch eine erprobte Menüführung. Erfahrungsgemäß sind weniger Funktionen für sie besser. Kaum jemand von ihnen wird dabei manuelle Einstellungen vornehmen wollen. Ich kann aber darauf nicht ganz verzichten. Für Nachtaufnahmen z.B. muss ich die Kamera auch mit den von der Automatik abweichenden Einstellungen bedienen können. Berufsfotografen werden andere Kriterien haben. Sie sind darauf angewiesen, bei jeder Gelegenheit und auch bei ungünstigsten Bedingungen Fotos zu machen. Viele von ihnen verwenden übrigens die Canon EOS 1Ds Mark III, bei der schon das Gehäuse alleine über 7000 Euro kostet oder ein Vorläufermodell davon. Viel weiteres Geld kommt dann für Objektive und Zubehör dazu. Das ganze wiegt schnell einige Kilos, das Fotografieren wird zur teuren Schwerstarbeit. Diese Last werden sich die Hobbyfotografen nicht aufbürden wollen, sie haben andere Interessen und wollen vor allem die Kamera immer dabei haben und benützen. Soll man mit dem Kauf abwarten. Nein! Preisrahmen festlegen, sich einige Testberichte anschauen und dann zugreifen! Bleibt man bei den Markennamen, wird es kaum Enttäuschungen geben und man bekommt einen guten Gegenwert für das Geld.
Ebenfalls schon in der Canon PowerShot S95 eingebaut, ist ein Miniatureffekt beim Filmen. Er entsteht, wenn man nur einen Bildausschnitt scharf stellen kann (und zusätzlich einen Zeitraffer (time lapse) einsetzt). Früher hat man dies mit speziellen Tilt-Shift-Objektiven erreicht (sie dienen vor allem zur Vermeidung von stürzenden Linien in der Architektur-Fotografie), deshalb nennt man diesen Effekt auch Tilt Shift Effekt. Da sich durch den Zeitraffer die Aufnahmedauern entsprechend verlängern, benötigt man für diese Aufnahmen ein stabiles Stativ. Das beste Beispiel, das ich kenne, ist das sehenswerte BATHTUB IV. Meine erste Kamera war eine Zeiss Ikon. Die genaue Typenbezeichnung habe ich vergessen, es war was mit Anastigmat 1:6,3 F=10,5 cm, eine relativ handliche Kamera, in der man den Faltbalg einklappen konnte und man mit Rollfilmen 6 mal 6 cm Bilder machte, die man nicht vergrößern musste. Mein erstes Bild war übrigens (vom Fernseher abfotografiert ) Gigliola Cinquetti, während sie beim Eurovisionskontest in Kopenhagen "Non ho l'età" gesungen hat. Damit kann ich genau die Geburtsstunde meiner Hobby - Fotografenlaufbahn angeben. Es war 1964, ich war 20 Jahre alt und ich hatte mich unsterblich in die Sängerin verliebt. Die Liebe zur Sängerin ist verblasst, aber die Liebe zu Fotoapparaten nicht (und nebenbei gesagt auch nicht die zur Musik). Als ich noch jung und dabei sehr arm war, habe ich buchstäblich stundenlang sehnsüchtig vor Fotogeschäften gestanden und mir diese Wunderwerke der Feinmechanik angeschaut, die ich mir nicht leisten konnte. In der Folge habe ich dann viele Fotoapparate gekauft und dann alle verschenkt, nachdem ich auf Digitalkameras umgestiegen bin. In 2005 habe ich an die 10.000 Fotos geschossen, davon an die 2000 Bilder veröffentlicht, vor allem auf den TUEPPS und EUxUS Seiten.Trotzdem würde ich mich nicht als Fotograf (sondern eher als Knipser) bezeichnen, denn ich muss nicht vom Verkauf meiner Bilder leben und sie sind für mich als Internetpublizist auch nur ein Nebenprodukt. Aber meine Bilder waren oft ganz weit vorne in den Ergebnissen von Bildersuchen (z.B. ROM auf Platz 1 und Platz 3 von 1,6 Millionen Bildern!). |
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2012 Otto Buchegger, Tübingen