Mehr Spaß mit Digitalfotos

Die Vorteile der Digitalfotografie
Die Digitalkamera als Notizbuch
Die Digitalkamera als Scanner
Die Digitalkamera als Tagebuch
Die Digitalkamera als Videokameraersatz
Die Digitalkamera als Kontaktförderer
Digitalfotografie als Seniorenhobby
Kunst mit Digitalfotos
Technische Aspekte der Digitalfotografie
Schwächen der Digitaltechnik
Rechtliche Aspekte der Digitalfotografie - Schutz der Privatsphäre

Wer eine umfangreiche Kaufberatung lesen will, muss auf die Fachzeitschriften oder auf die Berichte im Internet zurückgreifen. Infos und Produkte findet man auch unter Elektronik & Foto bei Amazon.

Aktuelle Kaufempfehlung (2009/09) für Einsteiger, auch für Senioren

Canon PowerShot A1100 IS

Betreiben sollte man auch dieses Gerät nur mit eneloop Batterien/Akkus!

Umfangreiche Informationssammlungen sind auf
Dpreview  (endlich mit Angaben über Pixeldichte) und www.digitalkamera.de


Digitale Bilderrahmen

Kodak EasyShare M820 Digitaler Bilderrahmen

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Wichtige Vorbemerkungen

Wer keinen Computer hat oder ihn nicht bedienen kann, wird etwas weniger Freude an der Digitalfotografie und somit auch an diesem Beitrag haben. Den Computer braucht man nicht nur um die Bilder zu speichern oder bequem anzusehen, sondern vor allem auch für eine evntuelle Nachbearbeitung. Dafür braucht man keine Filme und auch kein Labor mehr. Aber es geht inzwischen auch ohne Computer. Die Automaten z.B. in den Drogeriemärkten erlauben das bequeme Ausdrucken und Bestellen direkt von der Chipkarte.

Fotografieren = Suche nach optimalem Licht (oder Schatten), dem richtigen Augenblick, einer Story und einer ungewöhnlichen Perspektive

Es gibt hier nur wenige allgemeine Aussagen über die Technik der Digitalfotografie. Auch wird nicht auf die beträchtlichen Unterschiede zur konventionellen Fotografie eingegangen, mehr dazu findet man auf der Seite Digitalkamera.

Die Vorteile der Digitalfotografie

Fotografieren (und aus gleichen Gründen auch das Filmen) gehört zu den beliebtesten Hobbys - vor allem reifer -  Männer. Gerade im Alter werden Aspekte wichtig, wie die Zeit einfangen, Situationen speichern, Entwicklungen demonstrieren, Erinnerungen bewahren oder Besitz dokumentieren.

Digitalkamera oder konventionelle Kamera?

Diese früher heiß diskutierte Frage ist entschieden. Digital hat gewonnen. Die Vorteile sind wesentlich größer als die noch verbleibenden Nachteile. Trotzdem werden die anderen Kameras nicht verschwinden. Denn wer nicht genügend Computerkenntnisse hat, kann vorerst noch nicht die Vorteile der neuen Digitaltechnik voll ausschöpfen und ist mit der alten Technik besser bedient.

Fotografieren hat immer viel Zeit gekostet und war nebenbei gesagt auch zu teuer, als dass sich jeder dieses Hobby gönnen wollte. So haben das Fotografieren und das Videofilmen ein "Altenimage" bekommen und es hat manche Jugendliche abgeschreckt, sich mit diesem Hobby  ("des Opas") zu beschäftigen.

Dies alles hat sich mit der Digitalfotografie schleichend, aber sehr gründlich, verändert. Die Computer-Kids mit ihren Webcams haben sie eingeführt und heute klicken auch die Senioren fröhlich mit ihren Digicams drauf los.

Zwei Aspekte haben das Fotografieren grundsätzlich verändert:

1. Man kann die Bilder sofort sehen.
2. Das Ansehen kostet praktisch nichts mehr.

Auch mit Sofortbild-Kamera- Bildern konnte man schnell das Ergebnis sehen, aber die Fotos blieben zu teuer. Jetzt kostet erst das Ausdrucken etwas, alles andere ist (fast) gratis. Und selbst das Ausdrucken kann man sich mit preiswerter Tinte aus dem Internet leisten. Und wer ganz altmodische Farbfotos haben will, kann diese auch von den digitalen Medien bekommen. Nur mit dem Unterschied, dass jetzt alle Fotos gut sind!

Die Folge ist, dass viel mehr Fotos gemacht werden und dass durch sofortige Auswahl die Bilder wesentlich besser und auch interessanter geworden sind. Plötzlich werden Alltagsszenen festgehalten, Gebrauchsprodukte abgelichtet, es wird in einem unvorstellbaren Maße experimentiert, denn, wenn es nicht gefällt, wird das Bild eben gleich wieder gelöscht. Wer das Fotografieren lernen will, hat mit der Digitalkamera das perfekte Werkzeug dazu gefunden. Da kein Labor mehr bemüht werden muss, man seine Bilder - wenn man will - nur noch selbst sieht, kann man auch intime Motive und Szenen problemlos dokumentieren.

Das digitale Format hat weitere Veränderungen gebracht. Da es auf dem Computer gespeichert werden kann (und auf die Dauer auch werden muss) kann es auch von Laien nachbearbeitet werden und - das war vielleicht der wichtigste Faktor bei der Ausbreitung - auch gleich über das Internet verschickt werden, ohne dass dies nennenswerte Kosten verursacht.

Ein Bild mit anderen zu teilen war schon immer eine Grundmotivation beim Fotografieren, wer macht schon Bilder nur für sich, aber jetzt kostet es nichts mehr. Die Folge ist ein derart reger Austausch von persönlichen, grafischen Informationen, wie er wahrscheinlich nie vorher in der Menschheitsgeschichte passiert ist.

Urlaubsbilder

Reist man in einer Gruppe und will man nachher die besten Fotos aller zusammenfügen, dann sollte man die Uhren aller Digitalkameras aufeinander abstimmen. Dies erleichtert dann das Sortieren sehr!

Sicherlich hat das Fernsehen hier schon gute Vorarbeit geleistet, aber im Unterschied zum normalen TV kann hier die Empfängergruppe ganz genau adressiert werden. Ich sehe an den Mails, die mich erreichen, dass immer mehr Anhänge in Form von Fotos (und auch Filmen) vorkommen. Die großen Bandbreiten von DSL und die riesigen Plattenkapazitäten haben hier auch noch die letzten Barrieren reduziert.

Was nun tun mit diesen neuen Möglichkeiten und dieser neuen Freiheit? Dazu will ich hier einige Anregungen geben.

Bucheggers Mini-Fotokurs

  1. Digitalkamera immer dabei haben.
  2. Unzählige Fotos schießen, ohne groß darüber nachzudenken, auch aus ungewöhnlichen und unmöglichen Blickwinkeln.
  3. Portraits nur mit dem Tele und im Schatten. Blitzlicht vermeiden.
  4. Jedes wichtige Motiv mehrfach aufnehmen. Aufschriften aufnehmen zur besseren Orientierung und und am Schluß einer Serie immer eine Weitwinkelaufnahme zusätzlich machen.
  5. Wann immer möglich, Stativ verwenden oder Auflage benutzen.
  6. Fürs Internet sind fast immer nur Querformat Bilder brauchbar.
  7. Fast alle Fotos wieder löschen und nur die wirklich Besten nachbearbeiten, aufheben und drucken. Praktisch als Geschenke sind Fotobücher.
  8. Überlegen, warum diese Fotos gut sind und daraus lernen einen Blick für Motive und Gelegenheiten zu bekommen.

Die Digitalkamera als Notizbuch

Auch ich brauchte einige Zeit um herauszufinden, wie nützlich die Kamera als Notizbuch ist. Einfach Informationen als Bilder einige Stunden ohne Aufwand speichern zu können, das eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Wenn ich durch die Stadt gehe fotografiere ich z.B. Plakate (die zu Veranstaltungen einladen) und setze diese dann auf meinen Veranstaltungskalender. Ohne Medienbruch wird so unverfälscht die Message transportiert.

In Vorlesungen nehme ich die projizierten Bilder von Overhead-Folien, Dias oder Power-Point-Präsentationen auf. Das hat man bei wissenschaftlichen Vorträgen schon vor 30 Jahren mit normalen Fotoapparaten gemacht, aber der Klick war sehr störend. Die Digitalkamera fotografiert lautlos und die Qualität der Bilder ist gut genug, um sie dann Zuhause auf ihren Informationsgehalt prüfen zu können. Wie gut dies funktioniert, kann man auf folgendem Dürer-Bild sehen. Es wurde ohne Stativ, Blitz oder andere Hilfsmittel aus einem Buch aufgenommen. Durch Klicken aufs Bild bekommt man mein Original-Foto (1.5MB) dazu.

Dürer: Ritter, Tod und Teufel

Inserate in Zeitungen brauche ich nicht mehr auszuschneiden, zu kopieren oder abzuschreiben. Ein Foto mit der Nahaufnahme-Einstellung tut dies schneller. Alle diese Anwendungen erfordern eine Kamera, die man immer dabei haben kann. Welche Anforderungen dafür erfüllt werden müssen, kann man weiter später nachlesen.

Die Digitalkamera als Scanner und Mikrofilmgerät

Seit ich eine brauchbare Digitalkamera habe, ist der Scanner überflüssig geworden. Sicherlich hat der Scanner eine viel höhere Auflösung, aber wer braucht diese schon als Nicht-Profi. Werden die Bilder verschickt, müssen sie ohnehin komprimiert werden und bis Ausdrucke auf DIN A4 reichen die meisten Digi-Fotos völlig aus. Ab einer Auflösung von mehr als 4MPixel kann man eine ganze Zeitungsseite auf einmal erfassen. Hier wird dann die Digitalkamera zum Mikrofilmgerät.

Im Gegensatz zu Scanner kann man auch 3D Objekte damit aufnehmen. Wer zum Beispiel bei ebay was verkaufen will, kann von allen Dingen gleich eine Ansicht machen.

Manche Kameras erlauben die Steuerung von Aufnahmen durch Computer und auch die direkte Speicherung auf der Festplatte (für Details bitte die Hersteller befragen). Damit kann man schneller scannen und hat auch eine bessere Qualität als bei normalen Webcams, die vor allem auf Geschwindigkeit optimiert sind.

Weitgehend unbekannt ist, dass sich Digitalkameras auch bestens zum Scannen von Dias eignen. Leider fehlt es bei manchen Modellen noch an passendem Zubehör (Diavorsatz) dafür, das man aber leicht selbst sich herstellen kann. Ein ganz billiger Diabetrachter ("Gucki") wird über eine kurze Röhre (aus Pappe) mit dem Objektiv verbunden, dann die Kamera auf Nahaufnahme eingestellt und schon kann das Scannen beginnen. Es geht so schnell, dass selbst mit meiner einfachen Kamera an einem Tag 1000 Dias gescannt werden können.

Sehr viel besser, allerdings auch entsprechend teurer, geht es mit Profi-Scannern. In manchen Foto-Läden kann man sich diese Geräte ausborgen.

Die Digitalkamera als Tagebuch

Da mit jeder Aufnahme auch Datum und Uhrzeit gespeichert werden und das Datum auch als Dateiname dient, ist es leicht damit festzuhalten, was man wann gemacht hat. Speziell im Urlaub ist es mehr als angenehm, dass man keine Notizen mehr machen muss. Aber auch Bilder Weblogs (Blogs, mein Beispiel dazu, ein weiteres Beispiel aus Furtwangen) kann man damit gestalten

Hilfreich in diesem Zusammenhang ist ein Videoausgang, dann kann man sich die Bilder auch auf dem Hotelfernseher anschauen. Ebenfalls nützlich ist ein eingebautes Mikro für die Aufnahme kurzer Tonpassagen, z.B. für erläuternde Texte oder typischer Geräusche. Auch Videoclips sind möglich, sie kosten jedoch viel Platz. Aber da auch 1GB Karten schon sehr preiswert zu haben sind, kann man sich einige kurze Filmchen durchaus leisten. Da ich unterwegs schon die nicht so guten Bilder löschen kann, das Editieren also extrem einfach ist, ist mir inzwischen die Digitalkamera viel lieber als die Videokamera geworden.

Ohne Begrenzung durch die Größe der Speicherkarte kann man Bilder aufnehmen, wenn man auch ein Notebook mit hat (Übergangsstecker für Netzgeräte nicht vergessen!). In diesem Fall kann man auch die Bilder am gleichen Tag überspielen und, wenn die Eindrücke noch frisch sind, mit sprechenden Namen versehen.

Bewährt hat sich dabei folgende Namenskonvention: Nummer mit Datumsinformationen, gefolgt von Ort und Detail der Aufnahme. So kann man später dann auch ein spezielles Foto unter Tausenden anderen wieder herausfinden.

Die Digitalkamera als Videokameraersatz

Ich habe viel fotografiert, aber auch viel gefilmt. Beides kann man schlecht vergleichen, denn Bewegung wird eben nur im Film/Video adäquat festgehalten. Aber für viele Zwecke ist ein gutes Foto viel besser als ein schlechter Film. Man denke nur an öde Videoabende im Vergleich zu einem interessant gestalteten Fotoalbum. Filme/Videos brauchen einfach zuviel Aufwand für die Nachbearbeitung, sollen sie ansprechend werden.

Filmen mit der Digitalkamera?

Es geht besser, als man denkt. Hat man nur eine genügend große Karte, dann kann man sogar mehr als nur kurze Filmschnipsel machen. Für Youtube Videos reichte die Qualität allemal. Und mit einem guten Handheldrecorder (Zoom H2) wird auch der Ton optimal.

Aber bisher haben Digital-Videokameras einen großen Vorteil gegenüber Fotos: Man kann aus einer Bildsequenz das beste Bild aussuchen. Dies war der Grund, dass ich viele Fotos am Anfang mit der Filmkamera gemacht habe. Da ich gerne Portraits schieße, konnte ich immer die Fotos aussuchen, wo dann die Augen offen waren, das Lächeln am schönsten war, kurz gesagt der Augenblick gestimmt hat.

Dieses Feature ist vielen Digitalkameras die Serienbildfunktion. Wenn die Kameras schnell werden, dann können innerhalb von 2 Sekunden leicht 6 Aufnahmen gemacht werden, das würde für meine Zwecke optimal sein. Werden die Kameras noch schneller, dann sind damit auch Zeitstudien möglich.

Eine andere Anwendung aber geht schon jetzt mit allen Digitalkamers und das ist das Panoramafoto (wie z.B. vom Tübinger Neckar im Winter). Wenige Fotos, mit gleichen Einstellungen leicht überlappend aufgenommen, eine kurze Nachbearbeitung mit der dafür geeigneten Stitch-Software (ist gratis, sehr schnell und wirklich empfehlenswert!) und schon hat man die Möglichkeit selbst den Schwenk über die Landschaft so durchzuführen, wie man ihn gerne hätte. Man kann verweilen, wo man will, oder auch wieder zurückgehen, fast ist es so, als hätte man damit den Traum der Telepräsenz verwirklicht.

Mit etwas mehr Aufwand kann man dieses Spiel perfektionieren und sich auch durch Räume und in alle Richtungen bewegen, wie man am Beispiel des Karzers in der Tübinger Münzgasse selbst nachvollziehen kann. Sehr kreativ sind auch die "gestauchten Panoramas" von Eduard Heindl. Hier hat es man es fast schon mit einer neuen Kunstform, auf jeden Fall mit einer neuen Form des Sehens, zu tun.

Die Digitalkamera als Kontaktförderer

Da Fotos sofort auf der Rückwand betrachtet werden können, kann man es wagen auch Menschen damit aufzunehmen, die man noch nicht kennt. Zum Beispiel Menschen, die einem im Zug gegenüber sitzen. Man zeigt ihnen sofort das Foto und wird es nicht akzeptiert, löscht man es sofort wieder im Beisein des Aufgenommenen.

Da viele Menschen heute E-Mail haben, biete ich gleich an, das Foto zuzuschicken. Ich gebe dazu meine E-Mail Adresse an, die Angesprochenen haben also die Option das Bild anzufordern oder aber es auch bleiben zu lassen.

Gute Bekannte fotografiere ich häufig auf den Plätzen, an denen wir uns treffen und ich schicke ihnen dann die Fotos zu. Auf diese Art und Weise haben schon einige kleine Fotoalben über sich anlegen können: Ich habe so mit der Digitalcamera eine einfache Art gefunden mich in Erinnerung zu halten und den Menschen eine persönliche Freude zu machen.

Nachdem ich Tausende von Portraits geschossen habe, glaube ich zu wissen, worauf es dabei wirklich ankommt. Weder die Technik, noch die Beleuchtung oder andere Äußerlichkeiten spielen dabei die Hauptrolle, sondern das Wissen der Fotografierten, dass gute Fotos dabei rauskommen. Das nimmt die Angst und verhindert das bekannte und meist unerwünschte aufgesetzte "Fotogesicht". Hier hilft die Digitalkamera ungemein, weil man alles sofort wieder löschen kann! Ähnliche positive Effekte kann man übrigens durch Spiegel erzeugen, in denen sich die Subjekte betrachten können. Die "Spiegelgesichter" (bei Digitalkameras mit schwenkbaren Monitoren) sind fast immer die Vorteilhaftesten überhaupt.

Bessere Porträts

Teleobjektiv

In unbeobachteten Momenten fotografieren

Menschen im Gespräch

In einen Spiegel gucken

Zum Lächeln "Mäusescheiße" sagen lassen

Vorher zum Friseur und schminken

Kein grelles Licht, kein Blitz

Freundlicher Fotograf und viel Geduld

Besonders gelungene Portraits drucke ich selbst aus und schenke sie den Menschen. Es ist immer wieder nett zu sehen, dass die begehrtesten Fotos nicht nur deren Kinder und Haustiere zeigen, sondern vor allem auch die Menschen selbst.

Zu den besonders erfreulichen Erlebnissen in diesem Zusammenhang erwähne ich das Auffinden von alten Freunden und sogar auch Familienzusammenführungen, wenn die Bilder dann im Internet sind.

Digitalfotografie als Seniorenhobby

Als nützliches Hobby hat die Digitalfotografie folgende lobenswerte Eigenschaften

  • Die Anfangskosten sind überschaubar, die laufenden Kosten sehr niedrig (wenn man auf das teure Ausdrucken verzichtet).
  • Es gibt nur noch "gute Fotos", denn die schlechten werden ohne Verlust gelöscht.
  • Der Platzbedarf ist gering. Man hat keine "Ausrüstung" mehr. Neben der kleinen Kamera gibt es nur noch das handliche USB-Kabel zum Rechner und das Akkuladegerät, die etwas Platz brauchen. Will man Bilder dauerhaft speichern, brennt man sie auf CDs oder DVDs, die auch kaum Platz brauchen.
  • Außer gewissen Sehfähigkeiten und einer eher ruhigen Hand braucht man keine besonderen körperlichen Fähigkeiten. Frauen wie Männer können gleichermaßen gut fotografieren, wenn sie sich nur den Blick fürs Motiv bewahren.
  • Will man Perfektion erreichen, kann man unendlich viel Zeit damit verbringen.
  • Man kann für sich alleine fotografieren, das Hobby selbst aber fördert die Kontakte zur Umwelt.

Mit entsprechender Software (z.B. Picasa (gratis und von Google), MS Powerpoint, Thumbs oder ACDsee) kann man mit den vorhandenen Fotos wunderbare und abwechslungsreiche Shows produzieren. Damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für die Verbreitung der eigenen Bilder.  Eine CD-ROM, auf die leicht 1000 Bilder passen, kann man in einem Standardbrief preiswert verschicken und so endlich seinen Fotoschatz mit anderen  teilen. Viele neuere DVD Player spielen FOTO-CDs mit JPG Bildern problemlos ab!

Die Digitalfotographie unterstützt auch andere Hobbys und Tätigkeiten. Wer eine Familienzeitung herausgibt, kann sie besonders aktuell und interessant gestalten. Wer Ahnenforschung betreibt, kann damit Ausschnitte aus alten Folianten machen. Wer Briefmarken sammelt, kann damit seine Schätze dokumentieren (z.B. für die Versicherung oder den Verkauf bei ebay). Vereinsmitglieder können jetzt selbst Vereinsverzeichnisse mit Fotos schmücken.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind nahezu unendlich! Kein Wunder, dass viele vom Digitalfotografieren süchtig werden. Und das in einer Zeit, der man schon das Ende des Fotografierens vorausgesagt hat.

Kunst mit Digitalfotos

Es gibt unzählige Variationen dazu! Eine schöne Spielerei sind HDR Bilder (High Definition Range Photos), aber auch kuriose Collagen, wie die von Dieter Krejtscha, erfreuen meine Seele!

Wien Collage von Dieter Krejtscha

Wer mit HDR beginnen will, eine empfehlenswerte Lektüre ist das Das Praxisbuch HDR-Fotografie. Digitale High-End-Fotografie mit DRI, RAW und Panoramen (Galileo Design) von Jürgen Held von Galileo Press (Gebundene Ausgabe - Dezember 2007).

Ich erwarte übrigens, dass es bald HDR Kameras gibt, die selbsttätig HDR Bilder erstellen. Die ersten Ansätze sieht man bei der Fujifilm FinePix F200EXR.

Eine schöne Idee sind auch Mosaikbilder, hier eins mit Pariser Motiven (5 MB), ebenfalls von Eduard Heindl.

Technische Aspekte der Digitalfotografie

Mit den vorgenannten Beispielen wird man genügend Anregungen bekommen, sich doch selbst sein wichtigstes Anwendungsgebiet zu suchen. Hier werden nun einige technische Aspekte erwähnt, auf die man beim Kauf achten kann.

Damit man die Kamera in die Hosentasche oder Handtasche einstecken und immer mitnehmen kann (für mich der wichtigste Aspekt überhaupt) muss sie klein und leicht sein, das Objektiv muss gut geschützt sein, aber auch nur mit einer Hand muss der Schutz wieder weggenommen werden können. Am besten ist dies meiner Meinung nach mit einem Schiebe- oder Dreh- Objektivschutz gelöst. Andere Abdeckungen sind unpraktisch.

Kleine, leichte Kameras werden Kompromisse auf anderen Gebieten erzwingen. So werden sie sicher kein 10-fach Zoom haben können. Aber auf folgende Features sollte man bestehen.

  1. Mindestens ein dreifach Zoom (optisch, Angaben zu Digitalzooms betrachte ich im Normalfall als "Täuschung". Höchstens bei sehr hohen Pixelzahlen - größer als 5 MP - machen sie wirklich Sinn), besser wären 4 fach Zooms, die einem Brennweitenbereich von 28mm bis 115mm bei Kleinbildkameras entsprechen.
  2. Die zweitwichtigste Eigenschaft ist die Lichtstärke. Hier ist noch großer Nachholbedarf bei den preiswerteren Kameras gegeben. Zufrieden wäre ich bei "50mm" Brennweite mit 2.0.
  3. Viel geworben wird immer mit den Pixeln des Chips. Wenn alle anderen Eigenschaften stimmen (wie Optik, Lichtstärke, Software) würden 3 Megapixel völlig genügen! Zu viele Pixel haben eher praktische Nachteile, als dass diese durch theoretische Bildqualität aufgewogen wären: Der Platzbedarf auf den Platten im PC steigt stark, die Übertragungsgeschwindigkeiten werden langsamer, es passen weniger Fotos auf die Speicherchipkarte etc. In der Praxis genügt die 5M Pixel Kamera. Lediglich beim Weitwinkelfotografieren kann ich mir noch 8 MP vorstellen, damit man extreme Ausschnitte machen kann, mehr als 10 MP betrachte ich als einen Irrweg für Amateure.
  4. Wichtiger als Pixel wäre die Angabe der Chipgröße, je größer umso besser. Leider wird diese, außer bei Spiegelreflexkameras, aber  verschwiegen.
  5. Ein wichtiges Argument ist der Preis. Ein Gerät, das man immer mit hat, kann auch verloren gehen, gestohlen werden oder es wird leicht beschädigt. Also darf es kein Vermögen kosten. Ich denke, dass 200 - 300€ genügen, um alle hier genannten Anforderungen zu erfüllen.
  6. Meine kleine Canon A720 IS Kamera kommt mit 2 handelsüblichen AA Akkus aus. Im Notfall kann man auch Batterien verwenden. Ich finde dies optimal. Auch 4 AA Akkus für größere Kameras sind noch ok. Von Kameras mit Spezialakkus möchte ich eher abraten. Gerade wenn man viel unterwegs ist, ist es von großem Vorteil, ohne sie auskommen zu können.
  7. Verbesserungen am Display auf der Rückseite sind denkbar und werden mit technischem Fortschritt auch kommen. Die heutigen 4cm Bildschirmdiagonale sind zu klein. Im Laufe der Zeit wird man die ganze Rückseite ausnützen können. Da die Kamera klein bleiben soll, könnten 6 cm (oder 2,5 Zoll) Diagonale das Optimum werden. Mit der Vergrößerung des Displays sollte man auch die Symbole und Fontsgrößen seniorenfreundlich machen. Es muss auch ohne Brille gehen können, Platz genug ist ja da! Mit großen Displays wird die Kamera nicht nur ein Inputmedium, sondern auch ein Outputmedium. So kann man z.B. ein Foto einer Wanderkarte zu Hause darauf speichern und unterwegs dann anschauen.
  8. Man sollte die Größe der Speicherkarte, des Speicherchips (den man meist extra kaufen muss), so bemessen, dass man in der gewünschten Qualität etwa 500 Bilder darauf speichern kann (z.B. eine 1 GB Karte). Dies reicht dann auch für einen ganzen Urlaub! Die Speichersysteme unterscheiden sich fast nur durch Größe und Preis, mit allen kann man exzellente Fotos machen. Universell einsetzbar sind SD Karten. Immer mehrere Speicherkarten mitnehmen, damit man für Fehlerfälle gerüstet ist!
  9. Blitz, Nahaufnahme, Selbstauslöser und Serienbildfunktion betrachte ich als Notwendigkeiten. Nützlich ist auch ein Videoausgang, damit man die Bilder am Fernseher betrachten kann. Ebenfalls brauche ich einen Sucher und ein Gewinde für das Stativ (möglichst in der optischen Achse liegend). Sehr nützlich ist ein Bildstabilisator.  
  10. Anschlüssen an Computer, Fernseher und Netzgerät sind fast immer vorhanden.
  11. Wichtig ist auch die Schnelligkeit. Wer 4 Sec braucht, bis die Kamera "fertig" ist, kann viele Motive vergessen.
  12. Wer eine Digitalkamera besitzt, braucht einen Rechner mit einer Riesen-Platte (z.B. 100 GB), denn der Speicherbedarf ist gewaltig.
  13. Wechselobjektive sind ein Problem. Während man bei der analogen Spiegelreflex den beim Objektivwechsel eindringenden Staub stets mit dem Film wieder entfernt hat, sammelt er sich beim Speicherchip an.
  14. Ein Ministativ ist sehr nützlich, wenn man Innen- oder Nachtaufnahmen macht.

Soll man nun warten bis die Traumkamera auf dem Markt ist? Die Antwort ist ein klares NEIN, lieber heute einen Kompromiss eingehen, als ohne dieses nützliche Gerät zu leben. Ich schätze die Lebensdauer der heutigen Geräte ohnehin nur auf einige Jahre ein, man wird sich also später dann eine wesentlich bessere Kamera für wesentlich weniger Geld kaufen können. Aber früh kaufen bringt früh Bilder und früh Nutzen und das Niveau heutiger Kamers ist ausgereift genug, finde ich.

Im Akkubereich hat eine große Neuerung Einzug gehalten, die Entladungsprobleme gehören der Vergangenheit an. Es gibt mit den Sanyo ENELOOP zwei Produktreihen (sowohl AA, wie auch AAA), die sich wenig entladen, lange halten und auch bei Kälte noch akzeptabel funktionieren.

Um mit diesem Hobby ungetrübt Freude zu haben, muss man lernen mit Bildbearbeitungs- Software umzugehen. Ich selbst verwende THUMBS, um die Fotos nachzubearbeiten und zu katalogisieren. Aber es gibt unzählige andere Programme, z.B. das kostenlose Picasa (von Google), die ähnliches leisten. Man muss auch lernen, was Bilder besser macht, um immer noch häufige Unzulänglichkeiten der Aufnahmechips zu kompensieren, aber gegen die alte "Dunkelkammertechnik" ist die Nachbearbeitung heute einfach geworden.


Schwächen der Digitaltechnik

Damit sind wir auch schon bei den - immer noch vorhandenen - Schwächen der Digitalfotografie. Der wichtigste Nachteil ist das schlechte Abschneiden bei starken Kontrasten, z.B. hellem Sonnenschein mit Schatten. Hier versagen die Aufnahmechips und ohne Nachbearbeitung (z.B. Korrektur des Gammawertes, der Helligkeit und des Kontrastes) wird man wenig Freude an den Bildern haben. Mit dem empfehlenswerten Gratisprogramm  Picasa von Google kann man aber dies leicht korrigieren.

Sonnenuntergang in Mallorca

Auch Motive, die vor allem auf Dias beliebt sind, wie Sonnenuntergänge, sind kaum gut digital zu fotografieren. Besonders ärgerlich für mich ist das Versagen preiswerter Kameras bei schlechten Lichtverhältnissen (Dämmerung, Innenaufnahmen). Hier muss man immer noch zu viel Geld ausgeben, um eine vergleichbare Empfindlichkeit wie z.B. bei Videokameras zu bekommen.

Dann sind Digitalkameras vergleichsweise sehr langsam und deshalb vordergründig für Schnappschüsse nicht gut geeignet. Aber auch dafür gibt es eine simple Lösung. Man schießt einfach ins Blaue hinein unzählige Fotos, z.B. mit der Serienbildfunktion, und löscht dann fast alle wieder, bis auf die wenigen guten Schnappschüsse.

Möve im Anflug

Ein kleiner, praktischer Nachteil ist das Ausdrucken der Bilder. Am eigenen Farb-Drucker ist es zu teuer, das Abholen im Fotogeschäft zu aufwändig. Ich habe das Problem so gelöst, dass ich die besten Bilder (nur diese werden überhaupt ausgedruckt) in Schwarz/Weiß großformatig am Laserdrucker ausdrucke. Damit denke ich auch, dass ein intrinsischer Nachteil aller Digitaltechnik, nämlich, dass die gespeicherten Daten irgendwann nicht mehr nutzbar sind, auch behoben wird. Auf gutem Papier halten diese Laserdrucke nahezu unendlich, so hoffe ich zumindest. Und zum Anschauen ist keine Technik mehr notwendig, das ist wahre Datenkompatibilität!

Wer aber richtige Fotos haben will, der muss einen Foto-Service in Anspruch nehmen, z.B. den Aldi Fotoservice. Sehr praktisch und auch gut gemacht sind die CEWE Fotobücher. Die Erstellung ist tatsächlich kinderleicht und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Und ein ganz großer Nachteil ist die Computerabhängigkeit. Hat man schon einen Rechner und kann man mit ihm auch gut umgehen, ist diese kein Problem. Aber im anderen Fall wird der Computer zum Showstopper. Gerade Senioren müssen dann zu viel auf einmal lernen und werden mit der Digitalcamera somit wenig Freude haben. Aber diese Abhängigkeit wird geringer werden. Viele Kameras können heute schon direkt drucken.

Langfristig wird die von mir propagierte Immer-Dabei-Digital-Fotografie sicher im Handy aufgehen. Vielleicht dort als Zusatz (snap-on) oder ganz integriert. Bin gespannt wie schnell diese Entwicklung dann wirklich abläuft. Aber ich bin mir sicher, auch ich werde es noch erleben. Und wir werden dann auch die neuen Probleme damit erleben, die es dann in Bezug auf Datenschutz, Privatsphäre oder sogar Spionage geben wird.

Wer Fotos gerne der Öffentlichkeit zeigt, versucht FLICKR.


Rechtliche Aspekte der Digitalfotografie - Schutz der Privatsphäre

Mit der Verbreitung der Bilder im Internet werden - vielleicht bisher unbedachte - rechtliche Fragen auch für Laien an Relevanz gewinnen. Ich bin für diese Fragen kein Experte, aber ich halte mich an folgende Regeln:

  • Ich fotografiere niemanden, der es nicht will. Es gibt so viele Menschen, die sich freuen, wenn man sie mit einem Foto beachtet, da kann man auf die anderen gerne verzichten. Langjährige Erfahrung hat mich gelehrt, dass fotoscheue Menschen keine interessanten Kontakte sind. Sie sind unsicher, ohne Selbstwertgefühl und meist tatsächlich hässlich.
  • Ich fotografiere keine Kinder, ohne vorher die Eltern um Erlaubnis zu fragen.
  • Ich zeige auch den Bekannten immer gleich die Fotos und frage nach ihrem Einverständnis.
  • Ich gebe auf allen meinen Foto-Seiten an, dass ich Bilder lösche, wenn dies jemand wünscht (interessanterweise wurde dieser Wunsch bisher ganz selten geäußert).
  • Ich vermeide die Angabe des vollen Namens von Menschen, außer diese wünschen - z.B. für Werbezwecke - explizit die Angabe ihres Namens oder ihrer Firma.
  • Im Ausland erkundige ich mich über die geltenden und üblichen Regeln und beachte sie auch. Man sollte dabei nicht vergessen, dass Bilder im Internet weltweit betrachtet werden können!
  • Kopien von Digitalfotos sind von den "Originalen" nicht mehr unterscheidbar. Zumindest im Augenblick noch, das wird sich sicher aber ändern.
  • Übrigens, Digitalkameras sind "elektronische Geräte", man darf sie also beim Start von Flugzeugen nicht verwenden.

Kein rechtliches Problem ist in unserem Kulturkreis das Fotografieren von Menschen an sich. Das ist nicht überall so. Aber man sollte auch bei uns bedenken, dass Bilder immer nur einen Augenblick wieder geben und sie damit Erinnerungen auch zerstören können. In meinem Ewigen Garten sind deshalb keine Portraits, sondern abstrakte Motive. Diese können besser mit persönlichen Erinnerungen an Menschen harmonieren.

Die Bildspur im Internet

Man ist gut beraten, selbst dafür zu sorgen, dass sympathische Fotos von hoher Aussagekraft und in guter Qualität vorrangig im Netz gefunden werden, wenn man mit der Google Bildersuche danach sucht. Der Trick, ganz vorne zu sein, ist einfach. Das Bild, das man von sich ins Netz stellt, hat den Suchbegriff (Namen) im Dateinamen, in der alternativen Bildbeschreibung und ist groß (mindestens 800 Pixel breit). Am leichtesten gelingt dies mit der eigenen Homepage.

Wer meine Fotos sehen will,  auf den Tübinger Insider Tipps gibt es Tausende davon. Obwohl ich - wie eine Freundin nicht müde wird zu behaupten - der schlechteste Fotograf Tübingens bin, konnte ich sehr vielen Menschen auf der ganzen Welt die Schönheiten Tübingens nahe bringen. Und mich neben vielen erfreulichen Kontakten auch an einem schönen Hobby erfreuen, für das ich andere Menschen gerne motivieren will.

Stadtmarketing mit Digitalfotografie

Jedes Foto einer Stadt macht neugierig und wirbt auch für den Ort, besonders wenn das Foto gut ist. Stadtplaner sind nun gut beraten, dies zu fördern, in dem sie an den schönsten Stadtansichten Hilfen fürs Fotografieren anbieten. Optimal sind kleine "Galgen" mit zwei dicken Rohren in 150 und 170 cm Höhe. Unter dem 150cm Rohr kann man Werbung anbringen oder beschreiben, was man sieht. Damit erleichtert man auch Nachtfotos, die meist besonders gut wirken. Ich nehme ohnehin immer ein Ministativ mit, in Verbindung mit dem Rohr oder einer anderen stabilen Unterlage kann man sich ein großes Stativ sparen.

Museen, in denen das Fotografieren (auch ohne Blitz) verboten ist, schaden sich selbst. Sie hinterlassen keine "Fotospur" im Internet und verlieren dadurch stark an Bedeutung.

So unentbehrlich wie der Ersatzakku, das Hama Ministativ


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© 2008 Otto Buchegger Tübingen