BILDER IM INTERNET

Schon früh habe ich Fotos ins Netz gelegt, weil ich an meinen Tübingen-Seiten gesehen habe, dass Bilder im Netz eine große Attraktion darstellen.

Und ich war auch einer der ersten, der große Bilder (mit 800 Pixel Breite) im Netz hatte, obwohl es anfangs viel Kritik dazu gab, denn Fragen der Bandbreite waren noch ein Thema. Aber die Vision, dass dieses Problem bald der Vergangenheit angehören würde, so wie die Unterstützung durch einen Sponsor, der mir den Platz dafür geschenkt hat, haben mir bald Recht gegeben, dass dies der richtige Weg war.

Heute bekomme ich viel mehr Suchanfragen über Bildsuchmaschinen als über Textanfragen. Wer also Bilder im Netz hat, bietet relevante Informationen an, die wichtig für die Suchmachinen geworden sind! Durch die Digitalfotografie sind heute Bilder in Massen im Netz zu finden. Es lohnt sich daher, rechtzeitig der Bildoptimierung Aufmerksamkeit zu schenken, will man bei dieser Riesenkonkurrenz bestehen.


Es sind nur wenige Grundprinzipien, die bei mir eine Rolle spielen. Aber sie haben mir geholfen, dass ich bei vielen Bildertiteln auf der ersten Seite der Google-Ergebnisse stehe. Sie können also nicht ganz falsch sein.

1. Je größer das Bild, um so eher wird es beachtet

Meine maximale Größe im Netz ist 800 Pixel Breite. Das durchschnittliche Bild braucht dabei etwa 150 KB Speicherplatz. Ich bekomme es durch Verkleinerung der 5 Megapixel Originale, die etwa 1,1 MB groß sind. Dabei wird bei der Verkleinerung das Bild nur mit einer JPEG Qualität von 80 Prozent gespeichert. Das genügt auch für Power-Point- Shows, weil viele Beamer auch nicht mehr als 800 Pixel Breite haben.

Ammertalbahn Schranken in Unterjesingen

Vorfahrt für den ÖPNV

2. Je mehr Bilder zu einem Thema, um so besser

Das leuchtet zwar intuitiv ein, aber trifft auch tatsächlich zu. Also großzügig Bilder ins Netz legen, wenn man will, das man dadurch Aufmerksamkeit bekommt. Als "Anker" genügen dazu durchaus die kleinen Daumenbilder. Aber dabei bitte auf die Regeln des Persönlichkeitsschutzes achten.

Rundgang im Mercedes-Benz Museum Stuttgart Rundgang im Mercedes-Benz Museum Stuttgart Rundgang im Mercedes-Benz Museum Stuttgart Rundgang im Mercedes-Benz Museum Stuttgart Rundgang im Mercedes-Benz Museum Stuttgart

Rundgang im Mercedes-Benz Museum Stuttgart

3. Zuerst sichtbar im Netz sind Bilder mit 500 Pixel Breite

Sie werden ebenfalls durch Verkleinerung der Originale gewonnen, haben den gleichen Namen wie die Originale oder die anderen Formate, sind aber in verschiedenen Ordnern. Ihre Durchschnittsgröße ist 60 KB. Klickt man auf sie dann erhält man die Bilder mit 800 Pixel Breite. Damit hat man noch schnell ladbare Bilder im Netz, die bei Bedarf vergrößert werden können. Dies hat sich außerordentlich bewährt. Für die Google Auswahl wird das große Bild genommen, für den Browser das mittelgroße, ein guter Kompromiss!

4. Bilder haben sprechende Namen

Mein eigentliches Ordnungsmerkmal ist eine 8-stellige Zahl, die aus Datum und fortlaufende Bildnummer gebildet wird. Für die Suchmaschinen sind diese Daten nichtssagend, sie erfordern einen sprechenden Titel. Ich füge diese Titel, die ich mit Sorgfalt auswähle, an die Zahl an.

5. Alle Bilder werden auch zusätzlich ausnahmslos beschriftet

Auf jeden Fall erfolgt die Beschriftung durch den ALT Text (der nur bei MOUSEOVER sichtbar ist) , bei den Reiseseiten wird dieser Text in einer Bildunterschrift dupliziert. MOUSEOVER (das heißt, man zieht den Mauszeiger auf das Bild und dann erscheint der ALT Text) funktioniert aber nicht bei allen Browsern, leider auch nicht bei Mozilla Firefox.

6. Wo es sinnvoll ist, werden Ortsangaben im Bildnamen oder der Beschreibung angegeben

Da viele Anfragen im Internet lokaler Natur sind, lohnt es sich einen Bezug zu den Orten herzustellen. So tragen viele meiner Tübingen Bilder den Zusatz "-tuebingen", sicherlich ist dies mit ein Grund, warum sie so oft gefunden werden. Nicht immer wird diese Vorgangsweise sinnvoll sein, aber vielleicht sind dann andere Kategorien oder Kriterien ebenfalls wichtig, wie z.B. Bezeichnungen in englisch, schreibt man für ein internationales Publikum.

Neckarbrücke und Stiftskirche sind ganz nahe

Neckarbrücke und Stiftskirche in Tübingen

7. Daumenbilder sind wirklich klein

Meine "Briefmarken" oder "Daumen" (Thumbnails) sind viel kleiner als sonst üblich. Ich habe sie nach einigen Versuchen auf 100 Pixel Breite festgelegt. Sie ähneln daher eher Icons als Bildern. Sie brauchen so aber nur 5 KB und man kann sie daher ohne jegliche Rücksichtnahme auf Platz oder Bandbreite einsetzen. Ihre Qualität ist gerade noch akzeptabel. Jedoch auch sie führen wieder zu 800 Pixel breiten Bildern bester Qualität.

8. Ich verwende fast ausschließlich statische Querformat Bilder

Querformate harmonieren besser mit den Bildschirmformaten. Bisher habe ich mich noch für das 4:3 Format entschieden, aber es ist voraussagbar, das sich dies auf 16:9 verändern wird. Fast alle meine Bilder sind im JPG Format. Animated GIFs meide ich, sie nerven mich. Hochformate sind wirklich nur für Portraits oder Türme passend. Universell, aber aufwändiger, sind Bildquadrate, die auch gerne eingesetzt werden.

9. Nur veröffentlichte Bilder sind sichtbar

Das ist zwar trivial, wird aber wegen Copyright oder aus anderen Gründen nicht genug beachtet. Als gutes Medium zum Veröffentlichen hat sich mein Bilder-Blog bewährt. Wer auf seine Bilder aufmerksam machen will, muss sie also veröffentlichen, falls sie sich dazu eignen. Da die Qualität im Netz für kommerzielle Zwecke meist zu schlecht ist, kann man dann später das Original wie gewohnt verkaufen.

10. Ich "verschenke" großzügig Bilder

Der Preis für die Verwendung der Bilder im Netz ist im Normalfall nur ein Link auf meine Seiten. Wer bei mir für Bilder anfragt, bekommt diese meist großzügig. Das Link ist in meinen Augen mehr wert, als der Einzelpreis eines Bildes. Aber ich muss auch dazu sagen, dass ich kein richtiger Fotograf, sondern eher ein Internetpublizist bin. Für Berufsfotografen werden andere Regeln gelten.


Das ist schon alles, was dazu wichtig ist. Wer sich auch an diese 10 Regeln hält, wird wesentlich mehr Besucher bekommen, und falls gewünscht, auch wesentlich mehr kommerziellen Erfolg mit seinen Seiten haben.

Gerade wer auf reale Besucher (außerhalb des Internets) angewiesen ist, wie z.B. Hotels, Museen, Theater etc. sollte darauf achten, dass viele Bilder entstehen und nicht - wie heute noch immer oft üblich - das Fotografieren unbegründet einschränken.


Der Abmahnwahn für Bilderklau

Über die Auswüchse dieses "Geschäftszweiges" kann man überall nachlesen. Ich halte mich auch hier an meine Leitlinie, mich bei juristischen Fragen herauszuhalten und werde dies nicht weiter kommentieren. Aber es ärgert mich, was da passiert und ich habe zwei Gegenstrategien entwickelt.

  1. Eigene Bilder als Public Domain erklären. Das kann man z.B., indem man sie auf Wikipedia legt. Je mehr freie, verfügbare Bilder es gibt, um so weniger Opfer der Abmahner wird es geben. Es werden täglich Millionen von Fotos geschossen, damit könnte man diesen Sumpf leicht austrocknen.
  2. Politisch handeln. Die Abmahner handeln ja nicht ungesetzlich, ihr Handeln erscheint in den Augen der Öffentlichkeit nur nicht legitim. Politischer Druck wirkt aber nur auf Menschen, die wiedergewählt werden wollen. Deutliche E-Mails an die Abgeordneten des eigenen Wahlkreises, möglichst von der Partei des zuständigen Ministeriums, können Wunder wirken.

Konflikte und Koexistenz mit Knipsern und Berufsfotografen

Die Digitalfotografie hat schon jetzt einen dramatischen Einfluss auf das Berufsbild des Fotografen. Ein Massenheer von Knipser - Konkurrenten wird die eine oder andere Geschäfts - Chance zunichte und das Überleben schwieriger machen. Aber mit jedem publiziertem Foto wird auch die Bildersprache wichtiger werden und sich weiter entwickeln.

Es gibt in der Technikgeschichte viele Parallelen dazu, z.B. mit dem Automobil. Als das Auto noch selten, kompliziert zu bedienen, für die Masse unerschwinglich teuer und auch nicht sehr zuverlässig war, wurde es überwiegend von speziellen Chauffeuren gefahren.

Inzwischen fährt praktisch jeder Auto, aber es gibt immer noch spezielle Chauffeure. Taxifahrer, LKW- und Busfahrer, Rennfahrer, sie sind nicht durch Amateure zu ersetzen. In der Berufsfotografie wird es ähnlich sein.

Teures Equipment (das man für Sport-, Theater-, und andere Kulturberichte immer brauchen wird), Zuverlässigkeit (für Aufnahmen bei einzigartigen Ereignissen, wie Hochzeiten), Sicherheit und Diskretion (im Kontakt mit den Schönen, Reichen und Mächtigen) werden immer Berufsfotografen notwendig machen.


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